Menschenrechtspreis

Preis für das „Impuls­haus“ der FH Kärn­ten

Für die Konzeption und Umsetzung des Projekts „Impulshaus“, das in Not geratenen Menschen ein Zuhause bietet, wurden Studierende im Studiengang Architektur der Fachhochschule Kärnten mit dem Kärntner Menschenrechtspreis ausgezeichnet.

Kärntner Menschenrechtspreis 2021 Landeshauptmann Peter Kaiser (rechts) bei der Verleihung des Kärntner Menschenrechtspreises an Alexander Hagner von der Fachhochschule Kärnten

© LPD Kärnten/Wajand

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In die­sem Jahr dür­fen sich das Inge­borg-Bach­mann-Gym­na­si­um in Kla­gen­furt und die Fach­hoch­schu­le (FH) Kärn­ten über die Aus­zeich­nung mit dem Kärnt­ner Men­schen­rechts­preis freu­en (sie­he unten). Die Fach­hoch­schu­le erhielt die­sen Preis für das For­schungs­pro­jekt „Impuls­haus“. Stu­die­ren­de des Archi­tek­tur-Stu­di­en­gangs unter­such­ten über fünf Semes­ter hin­weg die Mög­lich­kei­ten von alter­na­ti­ven Wohn- und Lebens­for­men für in Not gera­te­ne Men­schen. Dabei wur­den bau­li­che Lösungs­vor­schlä­ge, sowohl für das ein­zel­ne Zuhau­se eines lang­zeit­ob­dach­lo­sen Men­schen, als auch Plä­ne für eine Gemein­schafts­an­la­ge als Alten­heim mit Hos­piz für von Armut betrof­fe­ne Men­schen, ent­wi­ckelt.

Alex­an­der Hagner, der die Stif­tungs­pro­fes­sur für „Sozia­les Bau­en“ an der FH Kärn­ten inne hat, und Ste­fan Breu­er, Seni­or Researcher/Lecturer im Stu­di­en­gang Archi­tek­tur, beglei­te­ten das Pro­jekt kon­zep­tio­nell und wis­sen­schaft­lich.

Geteil­tes Leid ist hal­bes Leid

Im Lau­fe der beglei­ten­den For­schung und Ent­wick­lung des Pro­jekt „Impuls­haus“ und sei­nen Rah­men­be­din­gun­gen stell­te sich her­aus, dass der Pro­to­typ das Poten­ti­al hat, auch in ande­ren Kri­sen­si­tua­tio­nen zum Ein­satz zu kom­men. Ob wegen Armut, Umwelt­ka­ta­stro­phen oder Flucht – Unter­künf­te für die Not kön­nen und müs­sen mehr sein, als „nur“ ein Dach über dem Kopf. Die FH Kärn­ten kam zu fol­gen­der Schluss­fol­ge­rung: Betrof­fe­ne haben in sol­chen Situa­ti­on das Bedürf­nis, sich einer­seits zurück­zie­hen und sich ande­rer­seits mit ande­ren Betrof­fe­nen aus­tau­schen zu kön­nen – bis­he­ri­ge Not­un­ter­künf­te berück­sich­ti­gen die­sen Umstand kaum. Die Stu­die­ren­den zei­gen mit dem „Impuls­haus“ eine Alter­na­ti­ve auf.

Gesell­schaft­li­che Ver­än­de­run­gen

„Es gibt kei­nen Preis, über den ich mich mehr freu­en wür­de,“ stellt Alex­an­der Hagner klar. Den Kärnt­ner Men­schen­rechts­preis für das Pro­jekt zu erhal­ten, betrach­tet er als Bestä­ti­gung für die Bemü­hun­gen in den ver­gan­ge­nen Jah­re. Im Rah­men sei­ner Stif­tungs­pro­fes­sur an der FH Kärn­ten hat­te er in den ver­gan­ge­nen sechs Jah­ren rea­li­sie­rungs­re­le­van­te Pro­jek­te für benach­tei­lig­te Men­schen im Fokus. „Der Preis zeigt, dass es mög­lich ist, mit Archi­tek­tur gesell­schaft­li­che Ver­än­de­run­gen und Ver­bes­se­run­gen zu bewir­ken,“ ist Hagner über­zeugt.

Ste­fan Breu­er, der das Pro­jekt mit­be­treut, ergänzt: „Das Men­schen­recht auf Woh­nen gilt für alle, auch für die mar­gi­na­li­sier­ten Mit­glie­der unse­rer Gesell­schaft. Dass unser gemein­sa­mes Enga­ge­ment mit ein- und fein­füh­li­ger Archi­tek­tur gesell­schaft­lich wirk­sam ist und nun die­se Aner­ken­nung erfährt, hilft mit, die am Rand gestran­de­ten Men­schen wie­der wür­de­voll in die Mit­te zu brin­gen. In der bau­li­chen Umset­zung steckt durch groß­teils zir­ku­lä­res Bau­en auch Nach­hal­tig­keit.“

 

Kärnt­ner Men­schen­rechts­preis

In Wür­di­gung beson­ders her­aus­ra­gen­der Leis­tun­gen für die Men­schen­rechts­ar­beit mit Kärn­ten-Bezug ver­gibt das Land Kärn­ten jedes Jahr den Kärnt­ner Men­schen­rechts­preis. Das Preis­geld beträgt 10.000 Euro, das in die­sem Jahr an das Stu­die­ren­den-Pro­jekt „Impuls­haus“ der Fach­hoch­schu­le Kärn­ten und an das Pro­jekt „Chan­ge the World“ des Kla­gen­fur­ter Inge­borg-Bach­mann-Gym­na­si­ums zu glei­chen Tei­len ver­ge­ben wur­de. Über die Ver­ga­be ent­schied eine vier­köp­fi­ge Fach­ju­ry, die sich aus je einem Mit­glied von „Amnes­ty Inter­na­tio­nal Öster­reich“, der Kärnt­ner Juris­ti­schen Gesell­schaft, der Kärnt­ner Hoch­schul­kon­fe­renz und der Öku­me­ni­schen Kon­takt­kom­mis­si­on in Kärn­ten zusam­men­setz­te.

 

14.12.2021 11:22
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Kärntner Menschenrechtspreis 2021 Landeshauptmann Peter Kaiser (rechts) bei der Verleihung des Kärntner Menschenrechtspreises an Alexander Hagner von der Fachhochschule Kärnten

© LPD Kärnten/Wajand