Wirtschaftskammer
Sperrstunde um 22 Uhr: Kärntens Wirtschaft verzweifelt!
Nachdem die Silvester-Vorbereitungen in den Betrieben bereits voll angelaufen waren, wurde die Sperrstunde um 22 Uhr verordnet. Kärntens Gastronomie und Tourismus fordern dringende Unterstützung.
© Pixabay/Hans Braxmeier
Wie die Wirtschaftskammer Kärnten mitteilt, geht ein Sturm der Empörung durch Kärntens Tourismus. „Seit Bekanntgabe der vorverlegten Sperrstunde, auch an Silvester, ist die Stimmung am Tiefpunkt“, bringt es Josef Petritsch, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, auf den Punkt.
Zermürbend und frustrierend
Die Tourismus-Wirtschaft trug, so Petritsch, in den vergangenen 22 Monaten alle Corona-Maßnahmen mit. „Nun sind wir aber an einem Punkt angelangt, an dem das Verständnis aufhört. Seit fast zwei Jahren sperren wir unsere Betriebe auf und zu und müssen uns stets auf neue Verordnungen und Auflagen einstellen. Dieses ständige Hin und Her ist nicht nur zermürbend und frustrierend, sondern nimmt unserer Branche jede wirtschaftliche Planbarkeit. Morgen gilt nicht mehr, was gestern angekündigt wurde“, kritisiert Petritsch. Die finanziellen Verluste lassen sich auch durch die Unterstützungsleistungen nicht abdecken. „So treibt man eine ganze Branche in den Ruin“, mahnt Petritsch.
Feiern verlagern sich in privaten Raum
Dem stimmt Stefan Sternad, Obmann der Fachgruppe Gastronomie, zu: „Die Politik hat offenbar noch immer nicht erkannt hat, dass wir Teil der Lösung sind – und nicht des Problems.“ Mit Sicherheitskonzepten, 2G-Kontrollen, Registrierungen und Gäste-Platzierungen schuf die Gastronomie ein sehr sicheres Umfeld. „Trotzdem entscheidet sich die Politik dafür, die Silvester-Feierlichkeiten in den privaten Raum zu verlegen. Dafür fehlt mir jedes Verständnis“, ärgert sich Sternad. Denn: „Die Politik könne nicht ernsthaft davon ausgehen, dass die Menschen Silvester heuer auslassen und nicht feiern.“ Die Feiern werden ab 22 Uhr einfach in den privaten Raum verlegt werden, wo es dann keine Kontrollen gibt und keine Abstände eingehalten werden. „Wo hier der große Vorteil für die Pandemie-Bekämpfung sein soll, ist mir unerklärlich“, sagt Sternad.
Steuer-Entlastung gefordert
Nach dem Aus des ermäßigten Steuersatzes ist das nun, so die Wirtschaftskammer-Vertreter, der nächste Tiefschlag für die Tourismus-Betriebe. Sie fordern einmal mehr: Um die Umsatzeinbußen abzufedern, muss zumindest der fünfprozentige Mehrwertsteuersatz verlängert werden. Im Vergleich: „In Deutschland gilt noch bis Ende 2022 ein ermäßigter Steuersatz von sieben Prozent, in Ungarn sind es fünf Prozent und in der Schweiz nur 3,7 Prozent. Diese Steuerermäßigung ist die Basis dafür, dass die Betriebe ihre Preise trotz steigender Kosten gleich belassen können. In Österreich wird die Tourismus-Wirtschaft nun aber zu Preiserhöhungen gezwungen“, bedauert Petritsch.

