Soziale Arbeit
Wenn man nicht weiß wohin, dann ab zu „Wohin“!
„Wohin“ ist ein Kärntner Verein zur Förderung der Sichtbarkeit von Sozialer Arbeit. Was das konkret bedeutet, erklärt Leiterin Stephanie Venier im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“.
© Elffotografie
Die Suche nach Rat und Unterstützung wird nicht nur in Zeiten der Not benötigt. Auch im alltäglichen Leben der Kärntner ist die Gefahr, sich im Informations- und Fachkräftedschungel der sozialen Unterstützungsangebote zu verlaufen, sehr groß. Dafür gibt es nun eine einfache Lösung: „Wohin – welche Organisation hilft in meiner Nähe“ ist ein Projekt mit Lotsenfunktion sowohl für Rat- und Hilfesuchende als auch für Fachkräfte.
Großes Angebot an sozialen Stellen
Es beginnt bereits im ersten Chat-Gespräch mit dem Offensichtlichen: Schamgefühl und der Wunsch nach Anonymität. Wer sich an „Wohin“, den Verein zur Förderung der Sichtbarkeit von sozialer Arbeit, wendet, kann sich dessen schon einmal sicher sein: „All unsere Gespräche und Anfragen werden streng vertraulich behandelt“, betont Obfrau und Leiterin Stephanie Venier. Das Angebot an sozialen Stellen in Kärnten ist vielseitig. Das Ziel ist es, alle unter einem Dach zu versammeln. Egal welches Problem oder welche Frage, die engagierten Mitarbeiter von „Wohin“ finden nach dem Kennenlerngespräch und einem professionellen Clearing einen gemeinsamen Weg und lotsen ihre Klienten an die richtige Stelle. „Wenn es nicht die passende Anlaufstelle war, suchen wir weiter, bis wir das Richtige finden“, sagt die Leiterin.

Persönlicher Antrieb
Als Mutter von drei Kindern und jahrelanger Erfahrung als Fachkraft im Sozialbereich weiß Venier, wie groß der Bedarf ist und wie viel man mit so einem Projekt bereits abfangen kann. Ob es sich um Sucht, Angst, Arbeitsplatz-Thematiken oder Schulsorgen handelt: Für alle Möglichkeiten hat Venier die richtige Person an der Hand. Auch für Fachkräfte und Trainer dient „Wohin“ als Servicestelle. Neben dem Anspruch, auf verschiedenen Kanälen erreichbar zu sein, ist ein weiterer wichtiger Punkt die Chancengleichheit. Kasse, privat oder geförderte Stellen – es soll für jeden die passende Lösung gefunden werden.
Soziallandschaft ausbauen
Die Tendenz der Hilfesuchenden wird in den nächsten Jahren auch aufgrund der Corona-Thematik steigen. Das Projekt „Wohin“ ist noch bis Juni 2022 in der Pilotphase, die Erweiterung der Soziallandschaft soll weiter ausgebaut werden. Ab Juni wird auch aktiv etwas im Rahmen der Modellregion Rosental angeboten. Fachkräfte oder Institutionen, die gerne in die Datenbank aufgenommen werden möchten, können dies über die Webseite des Vereins machen. Sehr gefragt sind derzeit Fachkräfte für Kinder- und Jugendpflege, sowohl in der Betreuung als auch in der psychologischen Spezifikation. Gerade Kinderbetreuung zu speziellen Zeiten und für Kinder mit besonderen Bedürfnissen ist eine Rubrik mit viel Luft nach oben.
Herz und Engagement
Auf die Frage, was der bewegendste Moment Veniers bisher war, fällt ihr vor allem das erste Feedback ein: „Danke, dass ich mich trauen durfte, mit meinem Problem zu kommen. Es ist schön, dass es so etwas gibt!“ Das derzeit vierköpfige „Wohin“-Team steht mit Herz und Engagement hinter seiner Tätigkeit und möchte künftig das Konzept auch regional erweitern. Wichtig für das Team ist, dass jeder einzelnen Person geholfen werden kann. Das geht nur, wenn man irgendwo anfängt.


