Landespolitik

Pfle­ge: Land über­nimmt Schul­geld und Kurs­bei­trag

Landeshauptmann-Stellvertreterin Beate Prettner stellte gestern ein Pflegepaket vor, das finanzielle Anreize in der Ausbildung und schließlich bei der Berufsausübung schaffen soll. Alle Maßnahmen und politischen Stimmen dazu im Überblick.

Pfle­ge: Land über­nimmt Schul­geld und Kurs­bei­trag Das Offensiv-Paket des Landes Kärnten soll dazu beitragen, dringend benötigte Pflegekräfte ausbilden zu können.

© Pixabay/sabinevanerp

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Ges­tern kün­dig­te Lan­des­haupt­mann-Stell­ver­tre­te­rin und Gesund­heits­re­fe­ren­tin Bea­te Prett­ner ein umfas­sen­des Pfle­ge­pa­ket an. „Unse­re Vor­be­rei­tun­gen für ein umfas­sen­des Pfle­ge­aus­bil­dungs­pa­ket sind in der Fina­li­sie­rungs­pha­se. Die Maß­nah­men, die wir in Kärn­ten umset­zen, wer­den die Pfle­ge­aus­bil­dung sehr attrak­tiv machen. Damit wol­len wir jenen Per­so­nal­stand sicher­stel­len, der die Mit­ar­bei­ter ent­las­tet, der die Dienst­zei­ten ver­läss­lich macht und der damit die Pfle­ge­ver­sor­gung in Sum­me stärkt“, erklärt Prett­ner.

Pfle­ge­kräf­te aus­bil­den

Die­ses Offen­siv-Paket soll dazu bei­tra­gen, zusätz­li­che und drin­gend benö­tig­te Pfle­ge­kräf­te aus­bil­den zu kön­nen. „Bis­lang haben wir jedes Semes­ter neue Aus­bil­dungs­pro­jek­te ange­bo­ten und dadurch die Zahl der jähr­li­chen Absol­ven­ten auf knapp 400 gestei­gert. Die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung, die geän­der­ten Arbeits­zei­ten und die stei­gen­den Belas­tun­gen machen die Situa­ti­on aber jedes Jahr her­aus­for­dern­der“, sagt Prett­ner. Die Coro­na-Pan­de­mie ver­schärf­te die Situa­ti­on zusätz­lich. „Daher ist es not­wen­dig, neue Anrei­ze zu schaf­fen – und zwar erst­mals finan­zi­el­le Anrei­ze“, betont Prett­ner.

Monat­li­che Prä­mie

Das Land Kärn­ten wird allen Aus­zu­bil­den­den eine monat­li­che Prä­mie von 450 Euro bezah­len. Gemeint sind alle drei Aus­bil­dungs­for­men, näm­lich Pfle­ge­as­sis­tenz (ein Jahr), Pfle­ge­fach­as­sis­tenz (zwei Jah­re) und diplo­mier­tes Pfle­ge­per­so­nal an der Fach­hoch­schu­le (drei Jah­re). Der Bezug der Prä­mie soll auch ein Anreiz dafür sein, die Absol­ven­ten für eine Beschäf­ti­gung in Kärn­ten zu hal­ten. „Zudem wird das Land das Schul­geld und den Kurs­bei­trag für Schü­ler in den Cari­tas- und Dia­ko­nie-Schu­len sowie für die Aus­bil­dung in der Gesund­heits- und Kran­ken­pfle­ge über­neh­men“, infor­miert Prett­ner über die zwei­te wich­ti­ge Maß­nah­me.

Anstel­lung wäh­rend Aus­bil­dung

Als drit­ter Punkt wird, was laut Prett­ner in Öster­reich ein­zig­ar­tig wäre, eine Anstel­lung von künf­ti­gen Pfle­ge­fach­as­sis­ten­ten wäh­rend ihrer zwei­jäh­ri­gen Aus­bil­dungs­zeit ange­strebt. „Es sind gera­de Pfle­ge­fach­as­sis­ten­ten, die wir ganz beson­ders benö­ti­gen. Daher ver­su­chen wir, mit dem Anstel­lungs­sys­tem in die­sem Aus­bil­dungs­be­reich zu begin­nen. Das ist aller­dings mit recht­li­chen Stol­per­stei­nen und meh­re­ren Geset­zes­än­de­run­gen ver­bun­den. Wenn wir die­se offe­nen Fra­gen bis Sep­tem­ber klä­ren kön­nen, wird das Anstel­lungs­sys­tem in der Pfle­ge­fach­as­sis­tenz – anstel­le der Prä­mie – schon mit Beginn des nächs­ten Schul­jah­res umge­setzt“, erläu­tert Prett­ner.

Voll­zeit­kräf­te auf­sto­cken

Im Bereich der Pfle­ge­hei­me wird heu­er die Zahl der Mit­ar­bei­ter um rund hun­dert Voll­zeit­kräf­te auf­ge­stockt. Das zusätz­li­che Per­so­nal muss bis spä­tes­tens 1. April 2022 ein­ge­stellt sein. Der Rest wird im Zuge einer Novel­le der Kärnt­ner Heim­ver­ord­nung, sprich mit einer Ände­rung des Per­so­nal­schlüs­sels, rea­li­siert. „Für eine wei­te­re Ver­bes­se­rung des Per­so­nal­schlüs­sels sind Ver­hand­lun­gen mit dem Gemein­de- und Städ­te­bund erfor­der­lich“, schil­dert Prett­ner.

Alle finan­zi­el­len Maß­nah­men zur Attrak­ti­vie­rung der Pfle­ge­aus­bil­dung tre­ten mit Start des nächs­ten Unter­richts­jah­res in Kraft.

Reak­ti­on FPÖ Kärn­ten

Für die FPÖ Kärn­ten kom­men­tie­ren Klub­ob­mann Ger­not Darm­ann sowie Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter und Sozi­al­spre­cher Harald Tret­ten­be­rein die­se Ankün­di­gen: „Die Frei­heit­li­chen war­nen seit Jah­ren vor dem Pfle­ge­not­stand und for­dern die Abschaf­fung aller finan­zi­el­len Hür­den in der Pfle­ge­aus­bil­dung. Bis­her haben SPÖ und Sozi­al­re­fe­ren­tin Bea­te Prett­ner nur mit Arro­ganz und Igno­ranz dar­auf reagiert. Jetzt, wo die Kri­se für jeden erkenn­bar ist, reagiert Prett­ner mit einer Notak­ti­on! Dass die Lan­des­re­gie­rung end­lich Ver­bes­se­run­gen ins Auge fasst, ist zu begrü­ßen, aber die bis­her ver­laut­bar­ten Details sind, was typisch für die kon­zept­lo­se Vor­gangs­wei­se von Prett­ner ist, unlo­gisch. Wir müs­sen sie noch kor­ri­gie­ren.“

Reak­ti­on Team Kärn­ten

Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Ger­hard Köfer (Team Kärn­ten) sieht in der Ankün­di­gung, dass das Land Kärn­ten künf­tig Per­so­nen, die einen Pfle­ge­be­ruf anstre­ben, eine finan­zi­el­le Unter­stüt­zung zukom­men lässt, einen längst über­fäl­li­gen Schritt: „Wir war­nen seit Jah­ren gebets­müh­len­ar­tig vor einem Kol­laps des gesam­ten Pfle­ge­be­reichs, unab­hän­gig ob im Bereich der Alten­be­treu­ung oder in Spi­tä­lern. Die­se War­nun­gen wur­den immer in den Wind geschla­gen und berech­tig­te For­de­run­gen ein­fach vom Tisch gewischt. Die jetzt ver­kün­de­te Maß­nah­me ist drin­gend not­wen­dig. Sie ent­las­tet jene, die sich im Bereich der Pfle­ge enga­gie­ren wol­len.“ Auch die Über­nah­me von Schul­gel­dern und Kurs­bei­trä­gen ist laut Köfer eine Maß­nah­me, die jetzt end­lich umge­setzt wird.

25.02.2022 08:00
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Pfle­ge: Land über­nimmt Schul­geld und Kurs­bei­trag Das Offensiv-Paket des Landes Kärnten soll dazu beitragen, dringend benötigte Pflegekräfte ausbilden zu können.

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