Caritas-Direktor
„Tempo bei Pflegereform erhöhen“
Die Caritas Kärnten, die an ihren Schulen für ein Pflegesystem mit Zukunft ausbildet, fordert ein rasches Umsetzen der geplanten Pflegereform. Mit dem Ziel, den Fachkräftemangel in der Pflege zu bekämpfen.
© Caritas
Prognosen besagen, dass sich in Österreich der Anteil der über 85-Jährigen bis ins Jahr 2050 verdreifachen wird. Damit wird auch der Bedarf an Betreuung und Pflege weiter massiv steigen. Weil die Corona-Pandemie die Gefahr des Fachkräftemangels in der Pflege und die Vereinsamung älterer Menschen schonungslos aufzeigt, fordert die Caritas von der Politik ein rasches und entschiedenes Handeln.
Personal-Offensive benötigt
„Die Regierung muss das Reformtempo erhöhen, denn Menschen, die in der Pflege arbeiten oder ihre Angehörigen pflegen, stehen unter enormem Druck. Die geplante Pflegereform muss jetzt zu deren Wohl umgesetzt werden“, betont Ernst Sandriesser, Direktor der Caritas Kärnten. Konkret braucht es eine Personal-Offensive mit ausreichend kostenlosen Bildungsangeboten sowie finanzielle Unterstützung für die Zeit der Ausbildung.
Finanzielle Entschädigung
Wilfried Hude, Bereichsleiter der Caritas-Schulen in Kärnten, unterstreicht das: „Studierende unserer Schulen für Sozialbetreuungsberufe müssen während ihrer Ausbildung rund acht Monate kostenlos praktizieren. Das bringt viele an den Rand ihrer finanziellen Möglichkeiten.“ Eine Entschädigung zumindest in der Höhe, wie sie Lehrlinge bekommen, würde, so Hude, beim Abfedern helfen. Zudem regt die Caritas an, den Personalschlüssel in Kärnten anzuheben.
Pflegesystem mit Zukunft
Die Ausbildung für Sozialbetreuungsberufe erfolgt in Kärnten an der Schule für Sozialbetreuungsberufe (SOB) der Caritas in Klagenfurt und Wolfsberg sowie an dislozierten Standorten in Villach, Litzlhof, Althofen und Hermagor. Die SOB bildet in der Abend- und teils Tagesform zu Fachsozialbetreuern sowie diplomierten Sozialbetreuern für Alten- und Behindertenarbeit und Behindertenbegleitung aus. Die Schulen sind eine wichtige Säule bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels auf dem Weg zu einem Pflegesystem mit Zukunft.

Neuer Schulzweig ab Herbst
Ab Herbst gibt es an der Caritas-HLW mit der Höheren Lehranstalt für Sozialbetreuung und Pflege (HLSP) einen neuen Schulzweig. Dieser bietet eine Matura und gleichzeitig eine Ausbildung zur Pflegefachassistenz beziehungsweise „Diplomsozialbetreuung Behindertenarbeit“. Anmeldungen für die Caritas-Schulen sind jederzeit möglich. Informationen dazu gibt’s online.