Wirtschaftskammer

Kärn­tens Tank­stel­len schla­gen Alarm

Die heimischen Tankstellen-Betreiber fordern eine temporäre Aussetzung der Mineralölsteuer, um Pendler und Wertschöpfungskette zu entlasten.

Kärn­tens Tank­stel­len schla­gen Alarm Die aktuell hohen Preise sorgen dafür, dass weniger getankt wird und der Tanktourismus in Nachbarländer zunimmt.

© Pixabay/andreas160578

"KLICK Kärnten" auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen
Anzeige

Unter den hohen Treib­stoff­prei­sen lei­den auch die hei­mi­schen Tank­stel­len-Betrei­ber. Sie haben weni­ger Fre­quenz zur Fol­ge – und somit weni­ger Umsatz. „Unse­re Betrie­be pro­fi­tie­ren von den mas­siv gestie­ge­nen Prei­sen über­haupt nicht. Ganz im Gegen­teil: Wir erhal­ten immer die­sel­be Sum­me je ver­kauf­tem Liter, egal wie hoch der Preis gera­de ist“, stellt Jür­gen Scher­zer, Obmann der Fach­grup­pe Garagen‑, Tank­stel­len- und Ser­vice-Unter­neh­mun­gen in der Wirt­schafts­kam­mer Kärn­ten, auf.

Höhe­re Ein­nah­men aus Steu­ern

Anders ver­hält es sich jedoch mit den Steu­er­ein­nah­men: Die­se stei­gen mit höhe­ren Treib­stoff­prei­sen. „Es pro­fi­tie­ren also vor allem Staat und Mine­ral­öl­kon­zer­ne, wäh­rend unse­re Betrie­be mit dem Rücken zur Wand ste­hen“, schlägt Scher­zer Alarm. Die aktu­ell hohen Prei­se sor­gen näm­lich dafür, dass weni­ger getankt wird und der Tank­tou­ris­mus in Nach­bar­län­der zunimmt.

Ent­las­tungs­maß­nah­men benö­tigt

Die Fre­quenz an Tank­stel­len nahm in den ver­gan­ge­nen Wochen deut­lich ab. „Das bringt unse­re Bran­che mas­siv unter Druck, weil es bei uns aus betriebs­wirt­schaft­li­cher Sicht vor allem auf die Men­ge der ver­kauf­ten Liter ankommt“, erklärt Scher­zer. Er appel­liert an die Bun­des­re­gie­rung, drin­gend Ent­las­tungs­maß­nah­men umzu­set­zen. Kon­kret schlägt er eine zeit­lich begrenz­te Aus­set­zung der Mine­ral­öl­steu­er auf alle Kraft­stof­fe vor. „Das wäre nicht nur für unse­re Betrie­be eine drin­gend not­wen­di­ge Ent­las­tung, son­dern für alle Kon­su­men­ten und Unter­neh­men“, betont Scher­zer.

Grund­ver­sor­gung und Mobi­li­tät gefähr­det

Andern­falls sieht er Grund­ver­sor­gung und Mobi­li­tät im länd­li­chen Raum gefähr­det. Denn: Jedes Pro­dukt, das im Lebens­mit­tel­han­del ver­kauft wird, und jeder ein­zel­ne Zie­gel, der auf Bau­stel­len ein­ge­setzt wird, haben einen gewis­sen Trans­port­weg hin­ter sich. Durch die exor­bi­tant gestie­ge­nen Treib­stoff­prei­se wer­den all die­se Pro­duk­te auch teu­rer wer­den. „Nicht nur die Trans­port­wirt­schaft, die unse­re Ver­sor­gung mit den Waren des täg­li­chen Bedarfs sicher­stellt, braucht leist­ba­re Treib­stoff­prei­se. Auch zur Gewähr­leis­tung von Arbeits­leis­tung und Wert­schöp­fungs­ket­ten sind die­se essen­zi­ell: Spe­zi­ell in Kärn­ten haben vie­le Arbeit­neh­mer kei­ne ande­re Wahl, als mit dem eige­nen Auto in die Arbeit zu fah­ren“, erläu­tert Scher­zer.

 

Wis­sens­wert

Der Treib­stoff­preis setzt sich wie folgt zusam­men (Stand: März 2022):

  • 54,5 Pro­zent Ein­kaufs­preis des Treib­stoffs
  • 27 Pro­zent Mine­ral­öl­steu­er
  • 17 Pro­zent Umsatz­steu­er
  • 1 Pro­zent Ertrag für den Tank­stel­len­päch­ter (1 bis 1,5 Cent pro Liter)
  • 0,5 % Abga­be für Pflicht­not­stands­re­ser­ve
14.04.2022 12:04
Anzeige
Kärn­tens Tank­stel­len schla­gen Alarm Die aktuell hohen Preise sorgen dafür, dass weniger getankt wird und der Tanktourismus in Nachbarländer zunimmt.

© Pixabay/andreas160578