Reifeprüfung
Nie mehr Schule!
Es sind die letzten Schulwochen im Leben der diesjährigen Maturanten. Zwei Klagenfurterinnen lassen „KLiCK Kärnten“ an ihrer Vorbereitungszeit teilhaben und erzählen, wie sie in der Hitze des Gefechts kühlen Kopf bewahren.
© Margit Dietrich
Nina Hunger (18) und Lea Kernle (18) sitzen in einem Café in der Klagenfurter Innenstadt und besprechen Wahrscheinlichkeitsrechnungen. Am Tisch vor ihnen ausgebreitet: Mathebücher, Mitschriften, Taschenrechner und Laptop. Sie wirken entspannt, aber innerlich flattern die Nerven. Nur mehr wenige Tage bis zu den großen schriftlichen Prüfungen in Mathematik, Deutsch und Englisch. Nina (BRG Viktring) und Lea (Ingeborg-Bachmann-Gymnasium) bleiben trotz Lernstresses konzentriert. Sie sind gute Schülerinnen und treffen sich regelmäßig, um miteinander zu lernen. „Und wir telefonieren jeden Abend miteinander. Wirklich jeden!“, lacht Lea.
Gemeinsam lernen via Facetime
Dann sitzt jede an ihrem Schreibtisch im eigenen Zimmer, stellt das Handy mit Videotelefonie vor sich auf, und gemeinsam wird lernt, auch wenn sie unterschiedliche Schulfächer bearbeiten. „Das ist so, als ob wir in einer Bibliothek lernen“, erzählt Lea, „Wir sprechen kaum miteinander, aber wir sehen uns. Das motiviert! Und wenn doch mal eine Frage auftaucht, können wir uns gegenseitig sofort weiterhelfen.“
Insgesamt 2.651 Schüler treten heuer in Kärnten zur Zentralmatura an. Und ihre Erfolgsaussichten? Statistisch gesehen bestehen zwischen 85 und 90 Prozent auf Anhieb. Mathematik ist die erste und größte Hürde, die ihnen bevorsteht. „Mathematik musst du wirklich verstehen und anwenden können. Das Einzige, was wirklich hilft: üben, üben, üben“, sagt Nina. Und: „Wir sehen uns auch Lernvideos an und rechnen gemeinsam viele Beispiele.“ Wie geht es ihr, wenn sie an die bevorstehenden Prüfungen denkt? „Mir wird schlecht“, lacht Nina, aber man merkt, das ist ernstgemeint. Beide Maturantinnen freuen sich, dass sie Prüfungsstress und Schulalltag bald hinter sich lassen können.
Die Zukunftspläne
Während Lea gleich nach dem Zeugnis zur Maturareise nach Mallorca abheben wird, geht es für Nina nahtlos mit dem Lernen weiter. Sie wird sich im Sommer auf die Medizinaufnahmeprüfung vorbereiten: „Ich will in die Unfallchirurgie oder Gerichtsmedizin. Mich faszinieren nicht nur der Mensch und sein Organismus, sondern auch technische Möglichkeiten und moderne Errungenschaften in der Medizin.“ Lea hat als Tanzlehrerin und Babysitterin bereits viel Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und will Pädagogik studieren.
Und welche Erwartungen haben die beiden Freundinnen an das Leben nach der Schule? Lea: „Wir werden weiterhin reifer und selbstständiger werden und erfahren, welche Verpflichtungen Erwachsene haben. Für mich persönlich hoffe ich, dass ich viele Reisen unternehmen kann und dadurch viel vom Leben sehe.“ Nina freut sich auf das Studienleben: „Ich würde uns beide schon jetzt als reif bezeichnen: Wir lernen fokussiert und arbeiten neben der Schule. Aber während des Studiums dann ganz auf mich alleine gestellt zu sein, ist nochmal etwas anderes, als bei den Eltern zu wohnen.“ Die Hoffnung, „dass das Leben viele Überraschungen und gute Erlebnisse bereithalten wird“, teilen wir mit den beiden sympathischen Maturantinnen.
- Büffeln für die erste große Hürde: Die Mathematik-Prüfung bildet den Auftakt.
- Gemeinsam geht es leichter! Seit Ostern bereiten sich die beiden AHS-Schülerinnen in ihrer Freizeit auf die Reifeprüfung vor.
- Die befreundeten Maturantinnen Nina Hunger (links) und Lea Kernle (beide 18) treffen sich regelmäßig zum Lernen – gerne auch mal im Café.