Präventiv
Geislinger bildet „Konfliktlotsen“ aus
In Zeiten der Pandemie nahmen auch in Unternehmen Auseinandersetzungen zu. Am Standort der Geislinger GmbH in Bad St. Leonhard mit 430 Beschäftigten wird mit einem speziellen Mediationsprogramm entgegengewirkt.
© Geislinger
Kurzarbeit, Home-Office, Maskenpflicht und ständige Testungen – die vergangenen zwei Jahre der Pandemie verlangten Unternehmen und ihren Mitarbeitern einiges ab, brachten und bringen sie nach wie vor an ihre Grenzen.
Folgen von Konflikten
Für Unternehmen bedeuten Konflikte hohe Zusatzkosten, wie das international agierende Netzwerk von Wirtschafts- und Unternehmensberatern KPMG in mehreren Studien feststellte. Dazu zählen neben der hohen personellen Fluktuation auch gestörte Kommunikationswege und eine damit verbundene geringere Effizienz. Die Menschen im Betrieb leiden ebenfalls unter den Folgen von Konflikten. Es kommt zu erhöhtem Stress, Burnout und sinkender Zufriedenheit der Mitarbeiter.
Konfliktkultur mit System
Diese Erkenntnis veranlasste Management und Betriebsrat der Geislinger GmbH in Bad St. Leonhard, weltweiter Markt- und Innovationsführer in der Herstellung von Drehschwingungsdämpfern und Kupplungen für Diesel- und Gasmotoren, präventiv das Projekt „Konfliktkultur mit System – für gesunde Mitarbeiter und ein gesundes Unternehmen“ ins Leben zu rufen. Es verfolgt das Ziel, Mitarbeiter bei der Bewältigung und Lösung ihrer Konflikte zu unterstützen.
Mediative Werkzeuge
Freiwillige aus allen Hierarchie- und Altersstufen des Betriebs meldeten sich für die Funktion als Konfliktlotse, unterzogen sich einem Auswahlverfahren und absolvierten eine mehrmonatige Ausbildungsreihe, geleitet von Gudrun Turek-Lima von der „Trivium“-Unternehmensberatung. Dort lernten sie mediative Werkzeuge kennen und übten deren Einsatz. Begleitend werden alle Mitarbeiter im Umgang mit Konflikten geschult, um sie dafür zu sensibilisieren und sie zu befähigen, diese Konflikte frühzeitig anzusprechen und dann selbst zu lösen. Dabei werden sie von den Konfliktlotsen unterstützt. Bisher beendeten 15 Konfliktlotsen ihre Ausbildung.
