Studentenleben
Von Völkermarkt über Klagenfurt nach Graz
Aus der Serie „Studentenleben“: Mathias Sternig (23) führte es über Klagenfurt in die Landeshauptstadt der Steiermark. Im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“ erzählt er von seinem Informatik-Studium und seiner Zeit in Graz.
Betreten Freunde und Familie seine Wohnung im Bezirk Geidorf in Graz, fällt der Blick für gewöhnlich nicht mehr zuerst auf das rechte Eck seiner Wohnung. Sie kennen die Leidenschaft des 23-Jährigen bereits bestens. Auch für seine hilfreichen Ratschläge sind ihm viele dankbar. Gäste, die jedoch das erste Mal über die Türschwelle treten, erblicken erstaunt einen großen Schreibtisch mit zwei Bildschirmen, unzähligen technischen Gerätschaften und anderen computerbasierten Geräten. Inmitten der Stadt Graz baute sich der gebürtige Völkermarkter Mathias Sternig sein eigenes kleines Reich auf. Das ist auch notwendig, er studiert nämlich Informatik an der Technischen Universität.
Begeisterung für die digitale Welt
Seine Matura legte Sternig am BRG/BORG Wolfsberg ab, danach startete für ihn das Wintersemester an der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt. „Im Jahr 2018 habe ich meine Matura gemacht und bin dann gleich an die Universität nach Klagenfurt, wo ich schließlich das Bachelorstudium für Angewandte Informatik begonnen habe“, erzählt Sternig, der schon früh mit der digitalen Welt in Kontakt kam. Als Kind besaß Sternig verschiedene Spielkonsolen wie Nintendo und Playstation und auch mit YouTube verbrachte er viel Zeit. „Ich war eigentlich schon immer sehr von der Informatik begeistert. Irgendwann ist der Punkt gekommen, wo ich mir die Frage gestellt habe, wie denn ein Spiel überhaupt funktioniert“, erinnert sich der Informatikstudent.
Während der Zeit am BORG setzte sich Sternig intensiver mit der digitalen Welt auseinander. „Mit der Zeit erkennt man, wie kompliziert und komplex eigentlich alles ist. Und natürlich auch, was alles dahintersteckt“, berichtet Sternig. In der Oberstufe kam er mit dem Programmieren von Webseiten erstmals in Kontakt. „Wir haben Webseiten mit HTML programmiert, was zwar toll war, aber nicht so spannend. Außerdem war es keine wirkliche Herausforderung für mich“, gibt er zu.
Die Zeit in Klagenfurt
Diese Faszination und die Suche nach einer Herausforderung waren die ausschlaggebenden Gründe für ein Studium der Informatik, das er 2018 an der Alpen-Adria-Universität begann. An die dortige Zeit erinnert sich Sternig gerne: „Während der Studienzeit habe ich weiterhin in Völkermarkt gewohnt. Zur Uni bin ich entweder mit dem Bus gekommen, mit meinen Eltern mitgefahren oder ich bin selbst mit dem Auto nach Klagenfurt gefahren.“ Nicht so toll waren für ihn jedoch die Busfahrten, die nach Klagenfurt und zurück nach Völkermarkt dementsprechend lang dauerten.
Ob sich die Erwartungen an das Studium erfüllten? „Das Studium in Klagenfurt war nicht so anspruchsvoll, wie ich es mir eigentlich gedacht und erhofft habe. Im Gegenteil: Es war ziemlich einfach“, schmunzelt Sternig, dessen ältester Bruder zu diesem Zeitpunkt bereits seit längerer Zeit in Graz studierte. „Im Vergleich zum Studium meines Bruder, war meines keine Herausforderung“, sagt Sternig.
Dann führte der Weg nach Graz
In Graz fand er schließlich die gesuchte Herausforderung. „Nach dem zweiten Semester an der Universität in Klagenfurt bin ich dann 2019 nach Graz gezogen, um dort mein Informatik-Studium an der Technischen Universität fortzusetzen“, schildert der Völkermarkter. Leider musste er in Klagenfurt die neuen Freunde hinter sich lassen, zu denen er auch seit seinem Umzug nicht mehr viel Kontakt hat. „Die Wohnung, in die ich gezogen bin, gehört einem Freund meines Vaters. Sie war ein Grund mehr nach Graz zu ziehen, so kann ich selbst für mich verantwortlich sein“, erzählt Sternig. Außerdem schätzt er an Graz die Möglichkeit, dass man in wenigen Minuten alles mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht. An Völkermarkt hingegen sind es die Spaziergänge an vielen schönen Plätzen, etwa am Völkermarkter Stausee.
Kleiner Einblick in sein Studium
Das Informatik-Studium an der Technischen Universität Graz ist dafür bekannt, dass es nicht gerade leicht ist. „Sicherlich habe ich Phasen, wo ich beinahe verzweifelt oder frustriert bin. Informatik beschäftigt einem schon die ganze Woche lang, vor allem wenn Aufgaben nicht auf Anhieb funktionieren“, verrät Sternig. Eine Lösung für eine Programmieraufgabe zu finden, kann bis zu einer Woche dauern. „Wenn man nach längerer Auseinandersetzung bei einer komplexen und komplizierten Aufgabe endlich zu einer Lösung kommt, dann ist das für mich ein richtiges Erfolgserlebnis. Das ist ein tolles Gefühl, das mich weitermotiviert“, freut sich Sternig.
Einmal im Monat in Kärnten
Der Völkermarkter versucht einmal im Monat nach Hause zu kommen, um Zeit mit seiner Familie zu verbringen, Freunde zu treffen oder auch längere Spaziergänge mit seinem Hund zu unternehmen. „Ich kann mir aber nicht wirklich vorstellen, einmal endgültig nach Völkermarkt zurückzukommen, auch wegen der Jobmöglichkeiten nach meinem Studium in der Steiermark“, gesteht Sternig. In den Sommermonaten bleibt der Informatik-Student immer für eine längere Zeit in Kärnten und verbringt Zeit mit seinen Liebsten, auch am Klopeiner See.
Regelmäßige Spiele-Abende
Rund vier bis fünf Stunden dauern die Spiele-Abende in der Freizeit an den Samstagen. „Ich habe dafür extra große Tische besorgt und noch dazu vom Nachbar Stühle ausgeliehen. An jedem Abend steht ein Brettspiel im Mittelpunkt. Dazu gibt es verschiede Getränke, Chips und andere Sachen“, erklärt Sternig, der ein begnadeter Spieler von Strategie, Brett- und Onlinespielen ist. Hin und wieder nehmen Gäste auch selbst Spiele mit. Auch Billard im „Brot & Spiele“ in der Grazer Innenstadt spielt Sternig regelmäßig mit Freunden. Weitere Hobbys sind das Kochen und das Zeichnen, mitunter ebenso am „Drawing Tablet“. „Ich habe eine kleine Kochinsel in meiner Wohnung. Somit wird beinahe täglich gekocht. Am Plan stehen verschiedene Gerichte wie Lasagne, Nudelauflauf, Cremesuppen und abwechslungsreiche Gerichte mit Fleisch“, erzählt der Informatiker.
Der Weg ist das Ziel
Sternig legt sich noch nicht fest, in welchem Beruf er schlussendlich nach seinem Studium Fuß fassen möchte. „Es bestehen noch keine großartigen Vorstellungen“, sagt der Völkermarkter, der über den Sommer ein Praktikum für sein Studium in Graz plant. Sinnvolles Studieren braucht eben seine Zeit.
- Der Völkermarkter Mathias Sternig
- Sternigs Arbeitsplatz, an dem er mehrere Stunden am Tag für sein Studium verbringt.
- Nur eines von vielen Arbeitsblättern, mit denen sich Sternig auseinandersetzen muss.