Rangersdorf

Von den „Hoat­zern“ zu den Direkt­ver­mark­tern

Der Hatzhof der Familie Reiter in Lainach bei Rangersdorf hat eine interessante Geschichte hinter sich. Vor 280 Jahren lebten hier noch Köhler.

Von den „Hoat­zern“ zu den Direkt­ver­mark­tern Die Familie Reiter: Christian, Albert, Caroline, Betriebsführerin Ingrid und Rosanna Reiter (von links)

© Hatzhof

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Der Hof­na­me „Hatz“ in Lai­n­ach bei Ran­gers­dorf stammt aus dem 18. Jahr­hun­dert. 1742 wur­de der Hof im Grund­buch als „Hoatz-Rea­li­tät“ aus­ge­wie­sen. Die Besit­zer hie­ßen Görit­zer und Fer­cher. Erst 1866 ging der Hatz­hof in den Besitz der Fami­lie Rei­ter über. In der „gol­de­nen“ Berg­bau­zeit in den Hohen Tau­ern wur­de beim „Hoatz“ Holz­koh­le erzeugt, die zur Ver­hüt­tung von Gold und Sil­ber ver­wen­det wur­de. „Den Gar­ten hin­ter dem Wohn­haus nen­nen wir heu­te noch die ‚Hoatz-Brond­s­todt‘. Im Jahr 1920 ist der Hof bis auf die Grund­mau­ern nie­der­ge­brannt“, erzählt Bäue­rin Karo­li­ne Rei­ter. Die Fut­ter­vor­rä­te wur­den ver­nich­tet, das Vieh dar­auf­hin bei den Nach­barn zum Füt­tern unter­ge­bracht. Ein Jahr spä­ter wur­de der Hatz­hof wie­der kom­plett auf­ge­baut.

Die Betriebs­füh­re­rin

Heu­te führt Ingrid Rei­ter den Betrieb. Küche, Gar­ten und Blu­men gehö­ren zum Auf­ga­ben­be­reich von Mut­ter Karo­li­ne. Um Tie­re, Land­wirt­schaft und Alm küm­mert sich die gesam­te Fami­lie, allen vor­an Bau­er Albert. Unter­stützt wird er vom künf­ti­gen Hof­über­neh­mer Chris­ti­an, der 2015 die Aus­bil­dung zum Fach­ar­bei­ter der Land­wirt­schaft am „Litzl­hof“ abschloss und dann an der HBLA Ursprung in Elix­hau­sen (Salz­burg) matu­rier­te. Er arbei­tet seit­dem haupt­be­ruf­lich im groß­el­ter­li­chen Betrieb. Toch­ter Rosan­na schloss die Kärnt­ner Tou­ris­mus­schu­le in Vil­lach mit der Matu­ra ab und arbei­tet der­zeit im Grand­ho­tel in Lienz.

Der Pfer­de­stall

In frü­he­ren Zei­ten wur­den am Hatz­hof bis zu 15 Pfer­de für die Feld­ar­beit gebraucht, vor allem aber in der Forst­wirt­schaft ein­ge­setzt. 1969 ging das letz­te Pferd vom Hof, weil sie durch die Moder­ni­sie­rung der land­wirt­schaft­li­chen Gerä­te nicht mehr benö­tigt wur­den. Der Pfer­de­stall blieb anschlie­ßend 20 Jah­re unge­nutzt und dien­te als Abstell­raum. „In unse­rem alten Pfer­de­stall, den wir 1993 zu einer Buschen­schank mit Bau­ern­mu­se­um umfunk­tio­niert haben, ver­mark­ten wir unse­re Pro­duk­te ab Hof. Beson­ders stolz sind wir auf unse­ren Apfel­saft, der heu­er am Zoggl­hof im Lavant­tal bei den Most­bar­kei­ten mit einer Bron­ze­me­dail­le aus­ge­zeich­net wur­de“, freut sich Karo­li­ne Rei­ter.

Die Pro­duk­te

Neben selbst gemach­ten Selch­wa­ren gibt es auch zahl­rei­che selbst gebrann­te Schnäp­se und eben Säf­te aus eige­ner Pro­duk­ti­on. Zustän­dig dafür ist Che­fin Ingrid Rei­ter: Sie pro­du­ziert unter ande­rem Löwenzahn‑, Holunder‑, Melis­se- und Pfef­fer­minz­säf­te nach alten Hof­re­zep­ten. Aktu­ell erzeugt sie auch einen Fich­ten­na­del­ho­nig. Pro­du­ziert wird fast aus­schließ­lich nach den Regeln der Mond­pha­sen. Sämt­li­che Pro­duk­te sind auch in der Buschen­schank auf 862 Metern See­hö­he zu genie­ßen (frei­tags und sams­tags ab 16 Uhr).

Die eige­ne Alm

Zum Hatz­hof gehö­ren ein land- und forst­wirt­schaft­li­cher Betrieb mit 35 Mut­ter­kü­hen und die eige­nen Hatz­alm an der Gren­ze zu Ost­ti­rol. „Es ist für uns Freu­de und Auf­trag zugleich, den über Gene­ra­tio­nen auf­ge­bau­ten Erb­hof durch die bestehen­den und künf­ti­gen Her­aus­for­de­run­gen zu beglei­ten, um ihn wie­der­um an die nächs­te Gene­ra­ti­on wei­ter­zu­ge­ben“, betont Karo­li­ne Rei­ter.

 

06.06.2022 06:30 - Update am: 06.06.2022 07:11
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Von den „Hoat­zern“ zu den Direkt­ver­mark­tern Die Familie Reiter: Christian, Albert, Caroline, Betriebsführerin Ingrid und Rosanna Reiter (von links)

© Hatzhof