Caritas Kärnten

Hil­fe holen, damit Gewalt nicht eska­liert!

Nach dem bereits neunten Femizid in Österreich im heurigen Jahr: Es gibt zahlreiche Angebote der Caritas Kärnten, die Opfer von Gewalt und Täter in Anspruch nehmen können.

Caritas Ursula Luschnig von der Caritas appelliert an Betroffene von Gewalt, sich helfen zu lassen.

© Caritas/Daniel Gollner

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Unglaub­lich scho­ckie­rend: In Öster­reich pas­sier­ten heu­er schon neun Frau­en­mor­de. Die Cari­tas Kärn­ten nimmt dies zum Anlass, um auf das umfas­sen­de Hilfs­an­ge­bot auf­merk­sam zu machen.

Lebens­be­ra­tungs­stel­len

Die Cari­tas betreibt fünf Lebens­be­ra­tungs­stel­len in Kärn­ten – mit Bera­tung für Fami­li­en, Ein­zel­per­so­nen und Paa­re. Natür­lich kön­nen das auch Per­so­nen in Anspruch neh­men, die bereits Gewalt erlebt haben. Wei­ters im Ange­bot sind Eltern­bil­dung, Sucht­be­ra­tung und Psy­cho­the­ra­pie. “Gewalt beginnt oft für vie­le unbe­merkt. Ers­te Anzei­chen kön­nen sein, wenn der Part­ner oder die Part­ne­rin Ver­bo­te auf­stellt, Han­dy und Ter­min­ka­len­der kon­trol­liert, nur noch schreit und ein Mensch ver­sucht, den ande­ren zu beherr­schen”, sagt Ursu­la Lusch­nig, Lei­te­rin des Berei­ches “Men­schen in Kri­sen”. Es gehe dar­um, recht­zei­tig Hil­fe in Anspruch zu neh­men – beson­ders dann, wenn Kin­der invol­viert sind. Aus ihrer Erfah­rung kann Lusch­nig sagen: “Reden hilft!”

Män­ner­be­ra­tung

Auch gewalt­tä­ti­ge Män­ner kön­nen sich an die Cari­tas wen­den. “Eine Moti­va­ti­on für unser Tun war es immer, durch die­se Arbeit einen Bei­trag zum Opfer­schutz zu leis­ten und damit die Gewalt in der Fami­lie zu stop­pen”, sagt Karl­heinz Wei­din­ger, Lei­ter der Cari­tas-Män­ner­be­ra­tung. Mit dem Gewalt­schutz­zen­trum Kärn­ten wer­den Anti-Gewalt-Trai­nings ange­bo­ten. “Dabei ermu­ti­gen wir bereits gewalt­tä­tig gewor­de­ne Män­ner dazu, die eige­ne Ohn­macht zu benen­nen und Schrit­te in eine kon­struk­ti­ve Lösung ohne Gewalt zu gehen bezie­hungs­wei­se die Gewalt zu been­den.”

Mehr Mit­tel für Fami­li­en­be­ra­tung gefor­dert

Cari­tas-Direk­tor Ernst Sand­ries­ser weiß, dass Bera­tung und The­ra­pie wir­ken. Doch es braucht mehr Ange­bo­te, per­so­nel­le Res­sour­cen und Mit­tel dafür. “Sie sind die ers­te Anlauf­stel­le für Frau­en und Män­ner, die schon Gewalt­er­fah­run­gen gemacht haben”, for­dert er mehr För­der­mit­tel für Fami­li­en­be­ra­tungs­stel­len.

04.05.2021 16:43 - Update am: 04.05.2021 17:18
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Caritas Ursula Luschnig von der Caritas appelliert an Betroffene von Gewalt, sich helfen zu lassen.

© Caritas/Daniel Gollner