Jugendarbeit

Ein offenes Ohr für junge Menschen

Jugendzentren und Jugendtreffs sind eine wichtige Anlaufstelle für heranwachsende Mädchen und Burschen. Die insgesamt 34 Einrichtungen in Kärnten vernetzen sich, um gemeinsam noch stärker zu werden.

Ein offenes Ohr für junge Menschen Margit Ebner (links) und Silvia Vrzac führen die Kärntner Jugendzentren und Jugendtreffs im „Netzwerk Offene Jugendarbeit“ zusammen.

© Netzwerk Offene Jugendarbeit Kärnten

Anzeige

Als Projektmanagerin des „Netzwerk Offene Jugendarbeit Kärnten“ ist Margit Ebner viel in den Jugendzentren in Kärnten unterwegs. Erst kürzlich eilt sie zu einem Termin, der eine dreiviertel Stunde, bevor das Jugendzentrum öffnet, stattfindet. Ein Bub sitzt wartend vor verschlossener Tür, sie spricht ihn an und bedauert, dass er noch lange 45 Minuten zu warten hat. Er antwortet fröhlich: „Das macht nichts. Dafür bin ich dann der Erste hier!“

Einfach da sein

Diese Situation führt eindrucksvoll vor Augen, wie es einem Jugendlichen geht, der gerne darauf wartet, angenommen zu werden, Bestätigung zu erfahren und einfach da sein zu dürfen. Jeder junge Mensch ist willkommen. Die Jugendtreffs sind geschützte Orte, an denen die Mädchen und Burschen Zeit verbringen können, egal ob sie spielen, sporteln oder einfach nur entspannen. Die „Offene Jugendarbeit Kärnten“ (abgekürzt „OJA“) bietet einen konsumfreien und offenen Raum ohne Zugangsvoraussetzungen an. Das können Parks, Spiel- und Sportplätze oder Jugendtreffs sein.

Erwachsen werden

„Die Jugendlichen erhalten niederschwellig Kontakt zu fachlich ausgebildeten Erwachsenen, die ihnen gut gesinnt sind und die sie bei allen Themen des Alltags mit viel Wertschätzung unterstützen“, sagt Silvia Vrzac, die Leiterin des Netzwerks. Sie können ihre Selbstwirksamkeit erleben, erwerben Sozialkompetenzen und können sich so zu eigenständigen und verantwortungsvollen Erwachsenen entwickeln.

Pandemie, Klimawandel und Krieg

Die Betreuerinnen und Betreuer sind für Gespräche offen und bieten darüber hinaus kostenfreie Bildungs- und Beschäftigungsprogramme. Themen, die den Jugendlichen derzeit oft Kopfzerbrechen bereiten, sind die Schule, die Pandemie, der Klimawandel und der Krieg in der Ukraine. Silvia Vrzac: „Neben den Gesprächen ist es uns ein wichtiges Anliegen, die Mädchen und Burschen aus einem Ohnmachtsgefühl herauszuholen und sie zum Handeln zu motivieren. Das können ganz banale Dinge wie Mülltrennung und Upcycling-Projekte sein, aber auch Kleidersammlungen für Kriegsflüchtlinge, die wir gemeinsam durchführen.“

Das Netzwerk

Zum ersten Mal fand heuer in Kärnten der „Fachtag der Offenen Jugendarbeit“ statt, an dem sich die Mitarbeitenden der insgesamt 34 Jugendeinrichtungen austauschen und vernetzen konnten. Thematisch ging es vor allem um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die psychische Gesundheit von Jugendlichen. Dabei zeigte sich, dass viele junge Menschen massiv betroffen sind und an allgemeiner Energielosigkeit und Überforderung leiden. Silvia Vrzac kann aber auch ein positives Resümee ziehen: „Durch den intensiven Austausch innerhalb unseres Netzwerks und mit externen Fachstellen konnten wir einige Jugendliche schon optimal unterstützen, indem wir ihnen spezialisierte Beratungsstellen vermitteln konnten. Zum Beispiel das kostenfreie Angebot ,Gesund aus der Krise‘ von österreichischen Psychologen und Psychotherapeuten.“

 

Wissenswert

Das „Netzwerk Offene Jugendarbeit“ wird vom Landesjugendreferat (Landesrätin Sara Schaar) gefördert. Ziele sind die Vernetzung und der Austausch aller Jugendzentren und Jugendtreffs in Kärnten und die Förderung der Chancengerechtigkeit für Jugendliche.

Online: www.netzwerk-ojakaernten.at

 

02.07.2022 11:23
Anzeige
Ein offenes Ohr für junge Menschen Margit Ebner (links) und Silvia Vrzac führen die Kärntner Jugendzentren und Jugendtreffs im „Netzwerk Offene Jugendarbeit“ zusammen.

© Netzwerk Offene Jugendarbeit Kärnten