Familie Knotz

Der Lamm­bau­er im Lesach­tal

Hoch oben auf tausend Metern Seehöhe in Birnbaum im Lesachtal lebt die Familie Knotz. Sie züchtet auf ihrer Bio-Landwirtschaft Tiroler Bergschafe.

Der Lamm­bau­er im Lesach­tal Manuel liebt die Schafe.

© privat

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Die Bio-Land­wirt­schaft vul­go Weber in Birn­baum über­gab Anton Knotz (67) längst sei­nem Sohn Bern­hard. Er führt den Betrieb mit Gat­tin Nad­ja. Bei der Schlach­tung und Ver­mark­tung der Bio-Pro­duk­te arbei­tet Alt-Bau­er Anton Knotz noch mit. „Mit mei­ner Frau Ber­ta fah­re ich regel­mä­ßig zu Bio­märk­ten nach Kla­gen­furt, Vil­lach und Her­ma­gor, wo wir unse­re Pro­duk­te anbie­ten“, erzählt der Alt-Bau­er.

Tiro­ler Berg­scha­fe

Vor 30 Jah­ren stell­te der gebür­ti­ge Stei­rer den Betrieb sei­ner Schwie­ger­el­tern von einer nor­ma­len Land­wirt­schaft zur einer Auf­zucht von Bio-Läm­mern um. „Am Hof gibt es 80 Mut­ter­tie­re und rund 150 Läm­mer. Fast jede Geburt ist eine Mehr­lings­ge­burt von Zwil­lin­gen oder Dril­lin­gen. Es kom­men auch Vier­lin­ge zur Welt, was aber eher sel­ten ist. Sie müs­sen dann mit der Fla­sche auf­ge­zo­gen wer­den“, schil­dert Bern­hard Knotz. Hin­zu kom­men im Jahr rund 20 Schwei­ne. „Sie wer­den auf rund 180 Kilo­gramm gemäs­tet, um dar­aus ech­ten Kärnt­ner Speck zu pro­du­zie­ren“, berich­tet der Land­wirt.

Die Ver­ar­bei­tung

Das Fleisch wird am Hof ver­eint zu Bio-Pro­duk­ten ver­ar­bei­tet und auch die Schaf­wol­le ver­kauft. „Das Lamm­fleisch und die Selch­wa­ren wer­den auf Märk­ten zum Kauf ange­bo­ten. Aus dem Lamm- und Schaf­fleisch wer­den auch Würs­te pro­du­ziert. Das Lamm­fleisch gilt als sehr bekömm­lich und leicht ver­dau­lich, es hat fast kein Cho­le­ste­rin. In Senio­ren­hei­men wird das Lamm­fleisch ger­ne für Diä­ten ver­wen­det“, sagt Alt-Bau­er Knotz.

Zwei­tes Stand­bein

Im Som­mer befin­den sich die Scha­fe auf der Hoch­alm in den Kar­ni­schen Alpen, nahe der ita­lie­ni­schen Gren­ze. „Es ist für uns eine Freu­de, den Scha­fen auf der Alm beim Wei­den zuzu­se­hen“, betont Bern­hard Knotz. Eine gro­ße Gefahr für die Alm­wirt­schaft ist jedoch der Wolf. „Vori­ges Jahr sind 18 Scha­fe spur­los ver­schwun­den. Zugleich wur­de ein Wolf auf der Alm gesich­tet, wir konn­ten es aber nicht nach­wei­sen. Den Wolf mit der Alm­wirt­schaft in Ein­klang zu brin­gen, wird nicht funk­tio­nie­ren“, ärgert sich Knotz, der neben der Bio-Land­wirt­schaft auch ein Schlä­ge­rungs­un­ter­neh­men führt.

Arge Ver­lus­te

Beson­ders im eige­nen Wald muss­te die Fami­lie Knotz nach dem Sturm „Vaia“ im Jahr 2018 einen gro­ßen Scha­den hin­neh­men. Mehr als die Hälf­te des Forsts fiel dem Sturm zum Opfer. Inzwi­schen wur­de wie­der auf­ge­fors­tet. „Der Wald lei­det auch heu­te noch unter den Fol­gen des Sturm­tiefs. Wir kämp­fen der­zeit gegen den Bor­ken­kä­fer, den größ­ten Schäd­ling im Wald“, sagt Knotz.

Stol­zer Berg­bau­er

Obwohl die Arbeit oft hart ist, ist er ein stol­zer Berg­bau­er. „Es macht Freu­de, hier zu leben. Mei­ne Frau Nad­ja schätzt die Gegend eben­so wie ich. Wir haben gera­de die Heu­ar­beit, bei der vol­ler Kör­per­ein­satz gefragt ist. Für uns ist es gleich­zei­tig eine Land­schafts­pfle­ge“, ver­si­chert Knotz. Ein­mal im Jahr gönnt sich die jun­ge Fami­lie einen Urlaub in Kroa­ti­en. Bern­hard und Nad­ja genie­ßen mit ihren drei Söh­nen Tobi­as, Manu­el und Alex­an­der dann eini­ge Tage am Meer. „Im Win­ter gehen wir alle­samt ger­ne Ski­fah­ren“, ver­rät Knotz.

 

05.07.2022 17:40
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