Arbeiterkammer

Goach warnt vor Sen­kung der Lohn­ne­ben­kos­ten

Eine Warnung vor einer weiteren Senkung der Lohnnebenkosten spricht Günther Goach, Präsident der Arbeiterkammer Kärnten, aus: „Entlastung für Unternehmer darf nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmer passieren.“

Goach warnt vor Sen­kung der Lohn­ne­ben­kos­ten Günther Goach, Präsident der Arbeiterkammer Kärnten

© AK/Jost & Bayer

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Nach der für 2023 geplan­ten Sen­kung des AUVA- und des Dienst­ge­ber-Bei­trags zum Fami­li­en­las­ten­aus­gleichs­fonds warnt die Arbei­ter­kam­mer Kärn­ten ein­dring­lich vor wei­te­ren Sen­kun­gen bei den Bei­trä­gen der Arbeit­ge­ber, kon­kret den Lohn­ne­ben­kos­ten. „Eine Sen­kung bedeu­tet nichts ande­res als eine Ent­las­tung für Unter­neh­mer, die aus der Tasche der arbei­ten­den Men­schen bezahlt wird“, kri­ti­siert Prä­si­dent Gün­ther Goach. Es kann, so Goach, nicht sein, dass sich die Regie­rung bei den Lohn­ne­ben­kos­ten, ver­packt als „Maß­nah­men gegen die Teue­run­gen“, bedient: „Damit wird nur erreicht, dass sich die Men­schen zusätz­lich zu den stei­gen­den Strom‑, Miet‑, Lebens­mit­tel- und Sprit­kos­ten auch noch über ihre sozia­le Sicher­heit Sor­gen machen müs­sen.“

Begriff „Lohn­ne­ben­kos­ten“ unzu­tref­fend

Schon der Begriff „Lohn­ne­ben­kos­ten“ ist laut Goach völ­lig unzu­tref­fend: „Es geht hier nicht um Neben­kos­ten, son­dern um grund­le­gen­de Bei­trä­ge, wel­che die Kern­leis­tun­gen des Sozi­al­staats finan­zie­ren. Damit sol­len die größ­ten Risi­ken des Lebens wie Krank­heit, Arbeits­lo­sig­keit, Alter und Unfall abge­si­chert wer­den.“ Des Wei­te­ren wer­den unter Lohn­ne­ben­kos­ten auch der Lohn wäh­rend des Urlaubs, der Fei­er­ta­ge und der Kran­ken­stän­de, Weih­nachts- und Urlaubs­geld sowie Abfer­ti­gun­gen ver­stan­den – Geld also, das direkt an Arbeit­neh­mer bezahlt wird. „Bei den Unter­neh­men füh­ren die­se Sen­kun­gen nur zu noch wei­ter stei­gen­den Gewin­nen, für Arbeit­neh­mer dro­hen auf­grund der feh­len­den Gel­der in den Sozi­al­töp­fen aber immer mehr Kür­zun­gen bei den Leis­tun­gen aus der Sozi­al­ver­si­che­rung“, erklärt Goach.

Laut Arbei­ter­kam­mer Kärn­ten bedeu­tet eine Sen­kung der Lohn­ne­ben­kos­ten für die Arbeit­neh­mer unter ande­rem:

  • Weni­ger sozia­le Sicher­heit: Selbst­be­hal­te beim Arzt­be­such, weni­ger Kran­ken­geld, weni­ger Pen­si­on, schlech­te­re Unfall­ver­sor­gung und weni­ger Arbeits­lo­sen­geld
  • Weni­ger bezahl­te Frei­zeit: weni­ger Urlaub, weni­ger Fei­er­ta­ge, Arzt­be­su­che und Behör­den­gän­ge nicht mehr in der Dienst­zeit und Abzug von Kran­ken­stands­ta­gen vom Urlaub
  • Weni­ger Ein­kom­men: weni­ger Urlaubs­geld, weni­ger Weih­nachts­geld und weni­ger Abfer­ti­gung

Wert­schöp­fungs­ab­ga­be als Alter­na­ti­ve

Goach schlägt jedoch eine Alter­na­ti­ve vor: „Eine wei­te­re Sen­kung der Lohn­ne­ben­kos­ten ist volks- und betriebs­wirt­schaft­lich kei­nes­wegs not­wen­dig. Sinn­voll und gerech­ter hin­ge­gen wäre es, wenn die Sozi­al­bei­trä­ge der Unter­neh­men nicht aus­schließ­lich von den Löh­nen und Gehäl­tern, son­dern von der gesam­ten Wert­schöp­fung eines Betriebs berech­net wer­den wür­den.“ Damit wür­den auch Unter­neh­men, die mit sehr wenig Per­so­nal sehr hohe Gewin­ne ein­fah­ren, zur Finan­zie­rung des Sozi­al­staats bei­tra­gen, argu­men­tiert der Arbei­ter­kam­mer-Prä­si­dent.

07.07.2022 17:01
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Goach warnt vor Sen­kung der Lohn­ne­ben­kos­ten Günther Goach, Präsident der Arbeiterkammer Kärnten

© AK/Jost & Bayer