Stadtentwicklung
Urbanes Lebensgefühl im Hafen
Die „Hafenstadt“ ist erst drei Jahre jung und mit ihrer trendigen Vitalität aus Klagenfurt nicht mehr wegzudenken. Woher die Energie dafür kommt und wohin die Reise führt, erzählt Geschäftsführer Michael Pontasch-Müller.
© Gerhard Maurer
In der 100.000-Einwohner-Stadt Klagenfurt schuf Rechtsanwalt und Projektentwickler Michael Pontasch-Müller einen Ort, der sich anfühlt, als sitze man in Berlin. Oder in Kopenhagen. Oder in sonst einer lebhaften europäischen Stadt. In der „Hafenstadt“ treffen sich Jugendliche, Kreative, Künstler, Großstadtbürger und solche, die es sein wollen.
Ein Stadtviertel beleben und entwickeln
Zwei Dinge waren es, die den Juristen dazu veranlassten, das abbruchreife Haus im Lendhafen in einen hippen Treffpunkt der Kreativen zu verwandeln. Zum einen reist er gerne und fühlt sich mit großstädtischem Flair wohl: „Ich wollte mit dem Café einen Ort schaffen, der auch sonntags geöffnet hat, wo man zu Mittag noch Frühstück bekommt, nachmittags einen Kaffee trinken oder am Abend nach der Arbeit mit Freunden auf ein Bier gehen kann.“ Und im Rahmen eines Stadtentwicklungsprojekts war es sein Plan, Leben in dieses Viertel zu bringen: „Nach dem Motto ‚Eyes on the Spot‘ kann man davon ausgehen, dass an Orten, die belebt und geordnet sind, keine Kriminalität stattfindet“, sagt Pontasch-Müller.
Geschichtsträchtiges Gebäude
Das Gebäude der „Hafenstadt“ ist 200 Jahre alt und war früher Anlaufstelle für die Flößer, die vom See ankamen. Es wurde derart behutsam renoviert, dass die Geschichte, die in den Räumen steckt, noch spürbar ist. Das Gewölbe im unteren Teil des Hauses, in dem früher Pferdestallungen waren, ist noch ungenutzt. Eigentlich hätten zuerst diese Räumlichkeiten ausgebaut werden sollen, erzählt der Geschäftsführer. „Aber das Café oben wurde überraschend gut angenommen, sodass wir zuerst die Straßenseite mit Deli und Ausstellungsräumen weiterentwickelt haben. Unten im Hafen steckt noch viel Potential, wir arbeiten bereits am nächsten Projekt“, verrät er.
Kein Ende in Sicht
Die ehemalige Garage am Westende befindet sich im Umbau und wird sich bald zu einer Gelateria mit Tagescafé und Terrasse entfalten. „Während oben im Café das Leben vibriert, wollen wir im Hafen die Schönheit und die Ruhe spürbar machen“, so Pontasch-Müller. Auch von einer eigenen Brauerei ist bereits die Rede. Bisher investierte der „Kapitän“ der Hafenstadt rund eine Million Euro in den Um- und Ausbau. Ende ist keines in Sicht: „Es gibt kein Ziel, keine fertige Vision, auf die wir zusteuern. Die Hafenstadt ist ein dynamischer Ort, den wir wachsen lassen.“
Die (anderen) schönsten Cafés der Stadt
Als Geschäftsführer beschäftigt er mittlerweile 35 Mitarbeiter. Pontasch-Müller selbst übernimmt die strategischen und visionären Entscheidungen und das Controlling. Wenn er nicht gerade in der Hafenstadt ein- und ausgeht, als ob es sein zweites Wohnzimmer wäre, fühlt er sich im Parkhaus („zwischen Park und ansprechender Architektur“) und im Lendhafen-Café wohl: „Das Café war schon immer mein Lieblingslokal. Dort ist übrigens, in vielen langen Gesprächen, die Idee für die Hafenstadt und das gesamte Stadtentwicklungsprojekt entstanden“, erzählt der Jurist.
Online: www.hafenstadt.at
- Michael Pontasch-Müller, der Macher der „Hafenstadt“ in Klagenfurt
- Die Hafenstadt ist vielfältig: Arbeitsplatz, Café, Theater, Ausstellungsraum, Shop und Treffpunkt für Kreative und Urbanisten.
- Die perfekte Mischung aus schick und vintage: Die Hafenstadt verkörpert Rock’n’Roll-Gefühl.
- Die ehemalige Garage im Lendhafen wird gerade umgebaut. Bald lädt hier eine Gelateria mit Terrasse zum Verweilen.
- Die Ruhe und die Schönheit des Lendhafens sollen in der Gelateria erlebbar sein, während im bereits bestehenden Café das städtische Leben floriert.
- In den Räumen im Obergeschoß befinden sich zwanzig Co-Working-Plätze. Die Stadt Klagenfurt vermietet sie an junge Unternehmer der Kreativwirtschaft.
- Der „Kapitän“: Michael Pontasch-Müller ist Jurist und schuf mit der Hafenstadt einen Ort, der urbanen Lifestyle verkörpert.