Land Kärnten
HCBD/HCB im Görtschitztal: Land gibt Entwarnung
Landesrätin Sara Schaar teilte heute in einer Pressekonferenz mit, dass sich HCB- und HCBD-Wasserwerte verbessert haben. Und: „Die HCBD-Werte bei Fischen haben keine Aussagekraft zu Altlasten-Sanierungen.“
© Büro LR Schaar
Die Verantwortlichen des Landes Kärnten nahmen heute in einer Pressekonferenz zu den HCB- und HCBD-Belastungen von Fischen in der Gurk Stellung („KLiCK Kärnten“ berichtete). „Die Menschen im Görtschitztal waren lange genug vom HCB-Skandal belastet, was allerdings nicht mehr der Fall ist. Das Land Kärnten verfügt über ein sehr engmaschiges Monitoring-Netz. Daher kann ich versichern, dass sich sämtliche HCB- und HCBD-Wasserwerte – im Grundwasser sowie in der fließenden Welle der Gurk – signifikant verbessert haben“, informiert Landesrätin und Umweltreferentin Sara Schaar. Sie gibt damit Entwarnung für das gesamte Gebiet: „Die abgeschlossene Sicherung der Altlast K20 in Brückl zeigt Wirkung, die Belastungen sind zurückgegangen.“ Bei der Sanierung der Altlast K5 handelt es sich um einen langfristigen Prozess, der noch läuft.
Verzehrwarnung seit über zehn Jahren
Was die HCBD-Belastung bei Fischen betrifft, habe diese wenig Aussagekraft über die Qualität der Altlasten-Sanierungen. „Die Beprobungen bei Fischen dienen ausschließlich der Lebensmittelsicherheit und liefern die Antwort auf die Frage, ob Fische aus diesem Bereich für den Verzehr geeignet sind. Zur Sicherheit der Menschen gibt es seit über zehn Jahren eine Verzehrwarnung, die sicherlich noch einige Jahre aufrecht bleiben muss“, erklärt Schaar.
An ihrer Seite saßen heute in der Pressekonferenz Günther Weichlinger, Leiter der Landes-Umweltabteilung, und Gunther Vogl von der Abteilung 5 (Gesundheit) im Amt der Kärntner Landesregierung. Vogl begründet die Verzehrwarnung: „Die HCBD-Werte in den beprobten Fischen unterliegen einer extremen Schwankungsbreite. Es kommt nämlich stark darauf an, welche Fischarten beprobt werden, welches Alter und welche Größe die Fische aufweisen.“
Weitere Messungen unauffällig
HCBD (auch HCB) befindet sich im Sediment der Gurk und wird nur sehr langsam abgebaut. Über die Nahrungskette gelangen diese Substanzen in die Fische und werden angereichert. Ältere Fische sind somit stärker belastet als jüngere. „Aus fachlicher Sicht kann aufgrund der großen Schwankungsbreite der Messwerte in Fischen keine Aussage über die Entwicklung der Situation in den letzten Jahren getroffen werden. Dafür ist das Monitoring des Oberflächenwassers besser geeignet“, schildert Vogl. Er betont, dass weitere Messungen bezüglich HCB- und Quecksilber-Belastung bei Fischen unauffällig sind.
Weit unter den Grenzwerten
Auf die HCBD-Belastung des Wassers, die zeigt, ob die Altlasten-Sanierungen greifen, geht Weichlinger näher ein: „Sowohl bei der fließenden Welle der Gurk als auch bei Grundwasser-Proben oder beim Brunnen Rain, der von den Stadtwerken Klagenfurt betrieben wird, verzeichnen wir laufend Verbesserungen – alle Werte befinden sich weit unter den Grenzwerten. Es gibt also keinen Grund zur Besorgnis.“ Die Altlast K20 sei vollständig abgedichtet, bei der Altlast K5 erfolgen laufend Spülungen und Grundwasser-Entnahmen. „Weil sich HCBD im Sediment befindet, wird es noch Jahrzehnte dauern, bis gar nichts mehr feststellbar ist. Aber wir sind auf einem guten Weg“, bestätigt Weichlinger.

