13. Mai
Die Bräuche zu Christi Himmelfahrt in Kärnten
Kennen Sie das „Heiland-Aufziehen“ oder den „Engeletanz“ in Kärntner Pfarren zu Christi Himmelfahrt? Hier ein Überblick über Bräuche anlässlich des Hochfestes am 13. Mai.
© Diözesan-Pressestelle
Am 40. Tag nach Ostern feiern Christen das Hochfest „Christi Himmelfahrt“, eines der ältesten christlichen Feste. Mit diesem Hochfest am Donnerstag (13. Mai) wird der österliche Glaube an die Auferstehung entfaltet: Ihr Ziel ist die Gemeinschaft mit Gott im Himmel.
Brauchtum trotz Pandemie
In einigen Kärntner Pfarren wird zu Christi Himmelfahrt unter Berücksichtigung der geltenden Corona-Maßnahmen während der Gottesdienste mit dem „zum Himmel schwebenden Christus“ ein besonderes Brauchtum gepflogen.
- In St. Lorenzen in der Reichenau werden während der Heiligen Messe um 10 Uhr zwei Engel mit einer brennenden Kerze aus einer Luke im Chorraum herabgelassen. Die barocke Holzfigur des Auferstandenen wird zwischen den Engeln befestigt, die dann in Drehbewegung versetzt und unter Glockengeläute wieder hochgezogen werden und gleichsam in den Himmel tanzen.
- In der Pfarre Rangersdorf wird bei der Heiligen Messe um 10 Uhr eine Christus-Statue mit zwei Engeln emporgezogen, weshalb diese vermutlich aus der Barockzeit stammende Tradition im Volksmund auch „Engele Auftanzen“ genannt wird.
- In der Pfarrkirche Maria Pulst wird um 10 Uhr der Gottesdienst mit dem traditionellen „Engeleaufziehen“ gefeiert.
- Auch in der Wallfahrtskirche auf dem Lisnaberg (Pfarre St. Peter am Wallersberg) wird an der alten Tradition festgehalten. Im Rahmen des Gottesdienstes um 15 Uhr wird eine hölzerne Christusfigur an einem dünnen Seil vor den Augen der Gläubigen emporgezogen.
- „Engerle-Aufziehen“ heißt der Brauch in der Pfarre Steinbichl, wo während des Gottesdienstes um 11.15 Uhr zwei Engel vom Himmel herabschweben und den auf einem Tisch liegenden Christus emporheben.
Christi Himmelfahrt
Bis ins 4. Jahrhundert wurde die Himmelfahrt Jesu zu Pfingsten gefeiert. Seit 370 jedoch kann Christi Himmelfahrt als eigenständiges Fest 40 Tage nach Ostern nachgewiesen werden. Die Festlegung auf den 40. Tag geht auf die Apostelgeschichte zurück, in der es heißt, dass Jesus den Aposteln 40 Tage hindurch erschienen sei und vom Reich Gottes gesprochen habe. Nach der letzten Begegnung Jesu mit seinen Jüngern sei dieser „vor ihren Augen emporgehoben worden und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken“. Die Tage nach dem Himmelfahrtsfest werden im Gottesdienst als Vorbereitung auf die Herabkunft des Heiligen Geistes zu Pfingsten begangen.