Wirtschaftskammer Kärnten
Freude und Kopfzerbrechen vor der Öffnung
Die Betriebe, die am 19. Mai nach langem Lockdown wieder öffnen dürfen, sind startklar. Doch es gibt noch einige Sorgen… Man hofft auf baldige weitere Lockerungen.
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In einer Woche, am 19. Mai, dürfen lange geschlossene Branchen wieder öffnen. Die Vertreter der Wirtschaftskammer (WK) Kärnten – Stefan Sternad (Fachgruppen-Obmann Gastronomie), Sigismund E. Moerisch (Fachgruppen-Obmann Hotellerie) und Andy Wankmüller (Fachgruppen-Obmann der Freizeit- und Sportbetriebe) – sprachen heute über die (Stimmungs-)Lage.
Branchen sind vorbereitet
Grundsätzlich sei die Freude sehr groß und man habe sich auch bestens vorbereitet. Für Mitglieder der Wirtschaftskammer gibt es Präventionskonzepte, die man downloaden kann. Über www.kaernten.at/registrierung steht die digitale Gästeregistrierung als App zur Verfügung. Und in Kärnten wurden die Mitarbeiter im Tourismus bei der Impfung vorgereiht, was das Trio sehr begrüßt. Knapp 4.000 Mitarbeiter wurden in nur einer Woche bereits geimpft.
Stimmung ist unterschiedlich
Die Gäste-Reaktionen seien unterschiedlich. In der Gastronomie ist die Nachfrage in Restaurants sehr groß, in Kaffeehäusern sehe es “ganz anders” aus, so Sternad. Gewinner, was die Buchungen betrifft, sind laut Moerisch die See-Regionen. “Bei anderen Regionen wird die Saison erst später starten. Der Großteil der Betriebe berichtet über Zurückhaltung für Buchungen bis Ende Juni, aber große Nachfrage für Juli und August.”
Wankmüller vertritt gleich 35 komplett unterschiedliche Branchen. Er weiß zu berichten: “Die Stimmung ist sehr gemischt. Die Branchen mit touristischem Schwerpunkt wie etwa Ausflugsziele oder Campingplätze sind positiv gestimmt. Mit Bauchweh öffnen Fitnessstudios oder Tanzschulen.” Grund dafür ist die 20-Quadratmeter-Regel. “Manche dürfen vielleicht nur zum Lüften öffnen”, sagt er. “Die Regelungen sind sehr hart”, hofft er auf eine Senkung auf zehn Quadratmeter pro Kunde.
Kritik der Gastronomie
Kritik gibt es auch aus Gastronomie und Hotellerie. Eine Herausforderung sei der Zwei-Meter-Abstand und heftig diskutiert wird, dass zwischen Außen- und Innenbereich nicht wirklich differenziert wird. Kopfzerbrechen bereiten vielen die Events, auch kleinere. “Der 1. Juli ist zwar das Ziel, zum Beispiel für Hochzeiten. Aber wir brauchen konkrete Fakten. Es wird nämlich jetzt gebucht oder abgesagt, momentan wird eher abgesagt”, so Sternad. Auch das Nachtgeschäft habe noch immer keine Perspektiven, hofft er auf eine Öffnungszeit in der Gastronomie bis mindestens 1 Uhr ab 1. Juli.
Kritik der Hotellerie
Moerisch sorgt sich um die deutschen Gäste, denn es gelten immer noch die Quarantäne-Bestimmungen. Buchungen aus Deutschland treffen zwar ein – “ob sie auch anreisen können, ist aber fraglich”. Bilaterale Abkommen würden helfen, meint Moerisch, der sich die “3G-Regel” auch bei den Auslandsgästen vorstellen kann. Das Problem Mitarbeiter (viele haben die Branche gewechselt) sei auch nicht vom Tisch. Ein weiterer Kritikpunkt der Hotellerie: “Die Selbsttests unter Aufsicht sind gut gemeint, aber völlig ungeeignet für die Beherbergungsbranche. Wir haben weder die Kapazitäten noch die Möglichkeiten, um solche Tests zu beaufsichtigen. Was wir brauchen, ist ein Ausbau der öffentlichen Teststraßen – und diese müssen auch für ausländische Gäste kostenlos zugänglich sein.”
Weitere Unterstützung nötig
Die ab 19. Mai geltenden Regelungen müssten bald evaluiert werden, sind sich alle drei WK-Vertreter einig. Weitere Lockerungen müssten rasch folgen. Wankmüller fordert: “Wir werden auch noch weiterhin branchenspezifische Unterstützungsmaßnahmen brauchen. Für unsere Branche fordere ich die Senkung der Mehrwertsteuer auf fünf Prozent – wie bei Gastronomie und Hotellerie –, was uns beim Start unterstützen würde.”
Und man hofft, dass die Gäste mitmachen und ihre notwendigen Unterlagen (z. B. Test-Nachweise etc.) mitbringen. Sternad hofft, dass die Vor-Ort-Tests für die Gastronomie noch bis Mittwoch eintreffen, glaubt aber, dass es knapp werden könnte.

