Vogelart

Der Bie­nen­fres­ser flat­tert durch Kärn­ten

Er zählt zu einen der schillerndsten Brutvogelarten Kärntens – der Bienenfresser. „Birdlife“-Experte Andreas Kleewein berichtet im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“ über das Tier.

Der Bie­nen­fres­ser flat­tert durch Kärn­ten Wenige Monate im Jahr kann man den Bienenfresser auch im Unterkärntner Raum beobachten.

© Gebhard Brenner

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Die meis­ten der 31 Arten sind in tro­pi­schen und sub­tro­pi­schen Regio­nen ver­brei­tet. „Eine Art gibt es in Kärn­ten zu bestau­nen, aber nur weni­ge Mona­te im Jahr“, sagt „Birdlife“-Experte Andre­as Klee­wein. Mit der Flü­gel­spann­wei­te von 44 bis 49 Zen­ti­me­tern ist er etwa so groß wie der Wie­der­hopf. Das Gewicht des Bie­nen­fres­sers beträgt 44 bis 78 Gramm. „Wäh­rend Flü­gel, Schei­tel-. Nacken- und Rücken­par­tien rost­braun sind, ist der Bauch- und Brust­be­reich tür­kis gefärbt. Das Kinn ist leuch­tend gelb“, berich­tet Klee­wein. Der läng­li­che Schna­bel ist leicht gebo­gen und zwi­schen 3,3 bis 4,1 Zen­ti­me­ter lang. Inner­halb des schwar­zen Augen­strei­fens lie­gen die Augen mit ihrer cha­rak­te­ris­tisch leuch­tend roten Iris. Jung­vö­gel sind blas­ser gefärbt und haben grün­li­che bis bräun­lich sand­far­be­ne Flü­gel­de­cken. Bie­nen­fres­ser wer­den im Schnitt sechs­ein­halb Jah­re alt.

Beob­ach­tun­gen in Unter­kärn­ten

Das Über­win­te­rungs­ge­biet des Bie­nen­fres­sers liegt im tro­pi­schen Afri­ka, Kon­go, Ango­la, Sim­bab­we bis Süd­afri­ka und in West­afri­ka, Gui­nea und der Elfen­bein­küs­te. Dadurch zählt er zu den Lang­stre­cken­zie­hern. In Kärn­ten kann er zum Teil schon im April gesich­tet wer­den, zum Brü­ten fängt er im Mai an. „Daher zählt er zu den am spä­tes­ten brü­ten­den Vogel­ar­ten Kärn­tens“, so der Vogel­kund­ler. Im August ver­lässt das Tier Kärn­ten und macht sich auf den Weg ins Über­win­te­rungs­ge­biet. Bis­her war der Bie­nen­fres­ser brü­tend nur im Unter­kärnt­ner Raum anzu­tref­fen.

Name ist Pro­gramm

Von Sitz­war­ten aus star­tet der Bie­nen­fres­ser sei­ne Jagd­flü­ge. „Er ernährt sich von Insek­ten, die er aus über sech­zig Metern Ent­fer­nung wahr­nimmt“, sagt Klee­wein, „nach erfolg­rei­cher Jagd fliegt der Bie­nen­fres­ser wie­der zu einer Sitz­war­te, wo er die Beu­te­tie­re durch schla­gen auf die Sitz­war­te betäubt“. Dadurch sol­len vor allem Ech­te Wes­pen, Hum­meln und Bie­nen zur Gift­ab­son­de­rung ani­miert wer­den. Letz­te­re waren namens­ge­bend für ihn. Das Tier geht trotz sei­ner Immu­ni­tät gegen das Gift auf Num­mer sicher. Die Insek­ten wer­den auf die fes­te Unter­la­ge gedrückt oder gerie­ben, um das Gift her­aus­zu­pres­sen.

Brut­be­stand in Kärn­ten

Schon im 19. Jahr­hun­dert wur­de der Bie­nen­fres­ser in Kärn­ten als Zug­vo­gel bemerkt, häu­fi­ger in Unter- als in Ober­kärn­ten. In einer Sand­gru­be bei Wun­der­stät­ten wur­de der Bie­nen­fres­ser vor rund vier­zig Jah­ren erst­mals als Brut­vo­gel für Kärn­ten nach­ge­wie­sen. Der Bestand des Bie­nen­fres­sers wur­de im Jahr 2006 in Kärn­ten mit 10 bis 15 Brut­paa­ren ange­führt, die sich auf die Stand­or­te St. Andrä und Pri­bels­dorf im Jaun­tal beschränk­ten. Bis vor zwei Jah­ren stieg der Bestand des Bie­nen­fres­sers in Kärn­ten auf 41 Brut­paa­re und ist bis heu­te kon­stant geblie­ben.

 

Lebens­raum

Auf der Roten Lis­te Kärn­tens ist der Bie­nen­fres­ser als „stark gefähr­det“ gelis­tet. Das Tier fin­det man in Sand‑, Kies- und Löß­gru­ben oder auch Asche­de­po­nien, wie in Kärn­ten. Für die größ­te Bie­nen­fres­ser-Kolo­nie Kärn­tens in St. Andrä im Lavant­tal ist seit dem Jahr 2021 der Brut­platz und das unmit­tel­ba­re Nah­rungs­ha­bi­tat für die Zukunft gesi­chert. Das Land Kärn­ten erwarb die Flä­che, die auch ent­spre­chend exten­siv bewirt­schaf­tet wird. Durch die Zunah­me des Brut­be­stands des Bie­nen­fres­sers in Mit­tel­eu­ro­pa darf er zu den Pro­fi­teu­ren des Kli­ma­wan­dels gezählt wer­den.

 

11.09.2022 19:01
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Der Bie­nen­fres­ser flat­tert durch Kärn­ten Wenige Monate im Jahr kann man den Bienenfresser auch im Unterkärntner Raum beobachten.

© Gebhard Brenner