Mühldorf
Auf den Spuren von Kelten und Römern
Lokalaugenschein: Landeshauptmann Peter Kaiser besuchte die archäologischen Ausgrabungen in Mühldorf, wo zuletzt 3.500 Jahre alte Gebäudeteile und ein römisches Badehaus entdeckt wurden.
© LPD Kärnten/Helge Bauer (9)
Bei den archäologischen Ausgrabungen in Mühldorf ist die Freude über einmalige historische Entdeckungen groß. Im Sommer wurden in der Mölltaler Gemeinde Gebäudeteile freigelegt, die auf 1500 vor Christus datiert wurden. Imposantester Fund ist das rund 800 Quadratmeter große römische Badehaus. Am Dienstag besichtigte Landeshauptmann und Kulturreferent Peter Kaiser unter anderem mit Bürgermeister Erwin Angerer, Vizebürgermeister Helmut Fürstauer, Archäologen Stefan Pircher und Igor Pucker, Leiter der Kulturabteilung des Landes, die Ausgrabungen.
Der Öffentlichkeit zugänglich machen
„Die Ausgrabungen haben wichtige Forschungsergebnisse zu Tage gebracht, die uns einen Blick in eine Zeit erlauben, aus der wir nur ein sehr bruchteilhaftes Wissen haben. Die Grabungen sollten daher jedenfalls weitergeführt werden“, betonte Kaiser. Nun geht es darum, Möglichkeiten zu erarbeiten, um die die archäologischen Ausgrabungen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Das Museum ‚Argentum‘ hat bereits jetzt eine Vorreiterrolle eingenommen. Nun gilt es genau zu prüfen, inwieweit sich Synergien mit anderen Ausgrabungsstätten, wie beispielsweise ‚Teurnia‘, ergeben“, sagte Kaiser.
3.500 Jahre alte Geschichte
Bürgermeister Angerer ist erfreut über die Entdeckungen in seiner Gemeinde: „Durch diesen Forschungserfolg fühlen wir uns als Gemeinde in unserem seit dem Jahr 2017 eingeschlagenen Weg bestätigt und sind stolz darauf, auf eine 3.500 Jahre alte Geschichte zurückblicken zu dürfen.“ Er kündigte an: „Nach der wissenschaftlichen Bearbeitung werden einige ausgewählte Exponate der diesjährigen Ausgrabungen in unserem Museum ‚Argentum‘ zu bewundern sein.“
Geschichte als Erlebnis
An den Grabungen, die von dem Archäologen Stefan Pircher (Archäologisches Forschungsnetzwerk Innsbruck (AFIN) geleitet werden, waren auch Studenten aus Basel und Köln beteiligt. Die Grabungen werden auch über ein AMS-Projekt unterstützt. Das Museums-Projekt „Argentum – auf den Spuren von Kelten und Römern“, das voriges Jahr im Oktober startete, erzählt nicht nur die Geschichte der Kelten und Römer in der Oberkärntner Region, sondern macht sie auch zu einem Erlebnis. So werden etwa auf einem Erlebnis-Rundwanderweg nachgebaute Objekte präsentiert. Ein besonderer Fokus ist der zielgruppengerechten Vermittlung der wissenschaftlichen Erkenntnisse gewidmet. Im Zuge des Projekts wurden auch drei Radwege angelegt.
- Helmut Fürstauer, Karoline Taurer, Stefan Pircher, Johann Oberlerchner, Igor Pucker, Landeshauptmann Peter Kaiser, Christine Sitter und Bürgermeister Erwin Angerer (von links)
