Martin Kowatsch
„Ich bin ein Freund der Sozialpartner“
Im Porträt: Martin Kowatsch (49) aus Radenthein ist Betriebsratsvorsitzender im Unternehmen RHI Magnesita am Standort in Radenthein. Im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“ verrät er, weshalb es ihm wichtig, zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu vermitteln.
© AK Kärnten
In 419 Unternehmen in Kärnten vertreten Betriebsräte die Interessen der Arbeitnehmer. Geht es nach dem ÖGB (Österreichischer Gewerkschaftsbund), sollten es Schritt für Schritt mehr werden. Deshalb regt die Gewerkschaft mit einer Kampagne zu mehr Betriebsratsgründungen an – „KLiCK Kärnten“ berichtete (siehe hier).
Stabilität für Mitarbeiter
Betriebsräte sind schließlich nicht die Gegner der Arbeitgeber. Einer, der das unterstreichen kann, ist Martin Kowatsch. „Ich bin ein Freund der Sozialpartnerschaft“, stellt der 49-Jährige im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“ klar. Kowatsch absolvierte im heutigen Werk von RHI Magnesita in Radenthein einst eine Lehre als Betriebselektriker, ist bereits seit dem Jahr 1994 Betriebsrat und seit 2001 Vorsitzender des Betriebsrats. Als Beispiel führt Kowatsch die aktuellen Entwicklungen (siehe unten), die sich auch positiv und nachhaltig auf die Mitarbeiter auswirken, an: „Die Investitionen in Radenthein bedeuten Stabilität für die Mitarbeiter und dass der Standort langfristig abgesichert ist.“
Gemeinsam Lösungen herbeiführen
Was bedeutet die Bezeichnung „Freund der Sozialpartnerschaft“ im beruflichen Alltag? „Ein Betriebsrat ist für alle Mitarbeiter da. Wenn Probleme entstehen, tritt der Betriebsrat mit der Firmenleitung in Kontakt, um gemeinsam Lösungen herbeizuführen“, erklärt Kowatsch. Es geht darum, stets nach vorne zu schauen, frühzeitig mögliche Probleme zu erkennen und diese dann rechtzeitig auszudiskutieren. Denn den erfolgreichen Weg eines Unternehmens beschreiten Mitarbeiter, Betriebsräte und Arbeitgeber stets Hand in Hand.
Sozialer und menschlicher Bereich
Am RHI-Standort in Radenthein kümmern sich elf Betriebsräte um die rund 360 Mitarbeiter: Sieben sind für die Interessen der Arbeiter im Einsatz, vier für jene der Angestellten. „Ein Betriebsrat muss gerne mit Menschen arbeiten“, betont Kowatsch. Ist das wie in Radenthein der Fall, beschränkt sich die Unterstützung durch den Betriebsrat nicht „nur“ auf den klassischen Berufsalltag. „Wir stehen auch im sozialen und menschlichen Bereich mit Rat und Tat zur Seite“, erläutert Kowatsch.
Investitionen
RHI Magnesita, der Weltmarktführer für Feuerfestprodukte, ‑systeme und ‑serviceleistungen, investiert aktuell rund 50 Millionen Euro in die Modernisierung, Automatisierung und allumfassende Digitalisierung seines Werks in Radenthein. 24,7 Millionen Euro davon fließen in die Errichtung neuer Infrastruktur, mit einem neuen leistungsstarken, mittlerweile eingeweihten Tunnelofen als Herzstück, durch den nach einem mehrtätigen Brennvorgang bei 1.800 Grad die Produkte ihre feuerfesten Eigenschaften erhalten.