Walter Kogler
Ein Ex-Nationalspieler analysiert die Spiele
Was wurde aus dem 28-fachen Teamspieler Walter Kogler? Was er macht, wen er analysiert und was er über die österreichische Bundesliga denkt, verrät er im Interview mit „KLiCK Kärnten“.
Der gebürtige Wolfsberger Walter Kogler (55) kann mit Sturm Graz, Austria Wien, Austria Salzburg, AS Cannes (Frankreich), LASK, FC Tirol und FC Kärnten einige Stationen im Profifußball vorweisen. 28 Mal stand der Lavanttaler im österreichischen Nationalteam auf dem Spielfeld. Am 4. September 1991 gelang ihm im Freundschaftsspiel gegen Portugal auch sein erstes und zugleich einziges Tor für Österreich. Nach einigen Trainerstationen (unter anderem DSV Leoben, Wacker Innsbruck und FC Rot-Weiß Erfurt) verabschiedete sich Kogler in die Fußballer- und Trainer-Pension. Als „Sky“-Experte für die österreichische Bundesliga ist der Wahl-Klagenfurt jedoch stets auf dem Laufenden.
„KLiCK Kärnten“: Sind Sie mit dem Niveau der österreichischen Bundesliga zufrieden?
Walter Kogler: Mit den Vereinen und wie sie sich in den letzten Jahren entwickelt haben, schon. Gerade wenn ich an die Vergangenheit denke: Damals haben wir uns mit den Slowenen, Tschechen, Slowaken, Ungarn und Schweden verglichen, die waren auf Vereinsebene phasenweise aber besser als wir. Ich glaube, das hat sich in den letzten zehn bis 15 Jahren verschoben. Wir haben in der Bundesliga mit Salzburg, LASK und Sturm Graz bessere Vereine mit mehr Potenzial.
Wie beurteilen Sie als Lavanttaler den WAC?
In meiner Jugendzeit hat sich niemand gedacht, dass der WAC irgendwann in der Bundesliga spielen wird. Wie sie dann in die 2. Liga und in die Bundesliga aufgestiegen sind, haben viele gedacht, dass sie dort nur ein paar Jahre bleiben werden. Jetzt sind sie mittlerweile schon sehr lang dabei und ein fixer Bestandteil der Bundesliga.
Heuer hatte der WAC aber einige Anlaufschwierigkeiten.
Ja schon, aber die Wolfsberger haben auch viele neue Spieler geholt und die Mannschaft komplett neu aufgestellt. Das hat dann doch ein bisschen gedauert. Zuletzt sind sie aber richtig in Schwung gekommen und werden eine passable Saison spielen.
Was sagen Sie zur Austria Klagenfurt unter Trainer Peter Pacult?
In der vergangenen Saison war die Austria die absolute Überraschung. Heuer wird es für die Klagenfurter eine schwierigere Saison. Das zweite Jahr ist für einen Aufsteiger immer schwierig. Den Klagenfurtern werden die besten Spieler weggekauft und oder sie verlassen den Verein. Das muss man erst kompensieren.
Werden die „Violetten“ etwas mit dem Abstieg zu tun bekommen?
Wie es jetzt ausschaut, sind sie auch heuer wieder konkurrenzfähig und machen eine sehr gute Figur.
Wo leben Sie mittlerweile?
Klagenfurt ist seit 20 Jahren mein Lebensmittelpunkt, hier habe ich auch ein Haus. Meinen zwei Söhnen geht es gut. Der Ältere, Alexander, hat bis vor zwei Jahren in der irischen Premier Division gespielt und ist von dort mit einem Bänderriss nach Hause gekommen. Er hat daraufhin das Fußballspielen aufgegeben und studiert jetzt in Berlin. Der Jüngere, Felix, ist seit einem Jahr in Los Angeles, studiert dort und spielt mit einem Sportstipendium in einer College-Mannschaft.
Wie sind Sie selbst dem Fußball verbunden geblieben?
Die Fußballschuhe habe ich schon lange an den Nagel gehängt. Ich bin seit rund acht Jahren Experte bei „Sky“ und im Jahr bei 25 bis 30 Einsätzen im Studio in Wien. Da analysiere ich die österreichischen Bundesliga-Spiele.
