Gewerbediesel
Transportfirmen treffen Spritpreise und CO2-Steuer hart
Die Teuerungswelle treibt die Spritpreise in die Höhe. Zusätzlich befeuert die seit 1. Oktober 2022 geltende CO2-Bepreisung die Preisspirale. Die Wirtschaftskammer Kärnten fordert daher die Einführung des Gewerbediesels.
© WKK
„Für Transportunternehmer ist der Treibstoffpreis völlig unberechenbar geworden“, unterstreicht Bruno Urschitz, Obmann der Fachgruppe Güterbeförderungsgewerbe in der Wirtschaftskammer Kärnten (siehe „Wissenswert“ unten). Bis sich die Spritpreise wieder auf einem normalen Niveau einpendeln, fordert der Fachverband der Güterbeförderer in der Wirtschaftskammer Österreich daher das Aussetzen der CO2-Bepreisung. „Nachdem die Bundesregierung die CO2-Bepreisung mit 1. Oktober 2022 eingeführt hat, verteuert das den Diesel erneut um 8,9 Cent je Liter. Die Transportbranche ist davon besonders betroffen, zumal Treibstoffkosten einen wesentlichen Anteil der betriebswirtschaftlichen Gesamtkosten ausmachen“, erklärt Urschitz.
Weniger Konkurrenzfähigkeit
Angesichts der konstant exorbitant hohen Treibstoffkosten formuliert er die Befürchtungen der Branche: „Durch die CO2-Bepreisung wird die Teuerungsspirale angeheizt. Somit verschlechtert sich die Konkurrenzfähigkeit zu unseren unmittelbaren Nachbarländern deutlich. Das bedeutet, dass die Kabotagekontrollen verstärkt werden müssen. Wir benötigen jetzt simple und vor allem rasche Lösungen!“ Eine dieser Lösungen ist die Einführung des Gewerbediesels.
Branche fordert Gewerbediesel
Dann bekommen Transportunternehmen die zusätzliche Belastung durch die CO2-Bepreisung und die Mineralölsteuer (MöSt) nach italienischem Vorbild refundiert. Der Fachgruppenobmann betont, dass der von der Politik beabsichtigte Lenkungseffekt im Transportbereich aktuell ohnehin nicht erzielt werden kann, weil es eine sinnvolle Alternativen zum Diesel derzeit noch nicht gibt. Auch die Infrastruktur für einen Umstieg auf Elektro- oder Wasserstoff-Fahrzeuge ist noch keineswegs ausreichend vorhanden. „Es fehlt zusätzlich an den finanziellen Mitteln für die Anschaffung solcher Fahrzeuge. Durch die massiven Teuerungen haben die Unternehmen derzeit keinen Spielraum für Investitionen“, bestätigt Urschitz. Die CO2-Bepreisung befeuert die Inflation zusätzlich. „Kontinuierlich steigende Transportkosten gehen nicht nur zu Lasten der Transportunterunternehmer und bedrohen oftmals deren Existenz, sondern forcieren weiter die Inflation, die letztlich jeden Österreicher betrifft“, warnt Urschitz.
Wissenswert
Superbenzin wurde in Österreich seit Anfang August um rund 30 Cent günstiger. Der Diesel blieb jedoch etwa gleich hoch und kostete Ende September im Schnitt 1,89 Euro pro Liter. Bereits im Februar und im März 2022 hatte der Dieselpreis in Österreich fortwährend neue Rekordwerte erklommen. Im Juni lag er bei 2,017 Euro je Liter – das entspricht einer Steigerung von 67 Prozent im Vergleich zum Juni 2021. Im Juli 2022 lag der Dieselpreis im Schnitt bei 2,031 Euro je Liter und war damit in Österreich so teuer wie noch nie.

