IMAS-Studie
Kärntens Unternehmer trotz Krisen optimistisch
Repräsentative IMAS-Studie im Auftrag von Erste Bank und Kärntner Sparkasse AG: Rund 65 Prozent der Kärntner Unternehmer blicken positiv in die nahe Zukunft, 39 Prozent konnten ihr Eigenkapital stärken und die grüne Transformation schreitet voran.
© Daniel Waschnig
Trotz Betroffenheit von Pandemie und Ukraine-Krieg blicken die Kärntner Unternehmer optimistisch in die nahe Zukunft. Daran ändern auch die großen Herausforderungen wie steigende Energiepreise, Lieferkettenprobleme und Personalmangel nichts. Das bringt eine repräsentative IMAS-Studie im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen zum Ausdruck.
Reaktionsschnelle Unternehmen
„Natürlich gehen Pandemie und Krieg nicht spurlos an den heimischen Unternehmen vorüber. Energiekrise, Lieferkettenschwierigkeiten und Arbeitskräftemangel stellen in allen Branchen große Herausforderungen dar. Aber unterschätzen wir die heimischen Unternehmen nicht. Wir sehen, dass die Betriebe sehr resilient und reaktionsschnell sind. Sie meistern die aktuellen Problemstellungen, agieren rasch und sehen ihre Zukunft durchwegs zuversichtlich“, fasst Alexander Botscharow, Firmenkunden-Bereichsleiter der Kärntner Sparkasse, die Ergebnisse der Studie zusammen.
Energiepreise & Co.
Die Schwierigkeiten, teilweise durch Nachholeffekte der Pandemie verursacht, sehen Kärntens Unternehmer vor allem in steigenden Energiepreisen (92 Prozent), Lieferschwierigkeiten (74 Prozent) und Arbeitskräftemangel (50 Prozent). Das Wegbrechen der Absatzmärkte in Russland und Ukraine betrifft mit 20 Prozent dagegen vergleichsweise wenige Unternehmen.
Steigendes Kreditvolumen
Ungeachtet der Probleme erwarten 65 Prozent der Kärntner Unternehmer eine positive Entwicklung für ihre Firma. Dieser Optimismus stützt sich auf gestärktes Eigenkapital: 39 Prozent der Unternehmen in Kärnten konnten ihr Eigenkapital in den vergangenen ein bis zwei Jahren erhöhen. Die ungebrochene Zuversicht zeigt sich auch im wachsenden Volumen neuer Kredite von Erste Bank und Sparkassen. Im Jahresvergleich stieg das Kreditneuvolumen bis Ende August um 9,4 Prozent auf etwa 1,86 Milliarden Euro seit Jahresbeginn.

Grüner Wandel
Die generell hohe Bedeutung des grünen Wandels für die Unternehmen ist seit dem Jahr 2020 unverändert: So geben 88 Prozent der Kärntner Unternehmer an, dass ihnen Nachhaltigkeit „wichtig“ oder „sehr wichtig“ ist. Die Mehrheit der Unternehmen begann bereits mit dem Umstieg auf alternative Energieformen (43 Prozent) oder schloss diesen bereits ab (23 Prozent). Auch in anderen Unternehmensbereichen wird etwas getan, etwa bei Beschaffung und Einkauf, in der Produktion oder bei der Umstellung des eigenen Fuhrparks.
Digitalisierung wird wichtig
Auf die Digitalisierung setzen rund 86 Prozent der Unternehmen in Kärnten. Zum Vergleich: 2017 waren es noch 70 Prozent. Wichtigster Treiber für diese Entwicklung war laut 61 Prozent der Befragten die Pandemie. Dabei kam die Digitalisierung mittlerweile in allen wichtigen Unternehmensbereichen an: In Buchhaltung, Kommunikation, Beschaffung und Einkauf sowie Werbung und Vertrieb sind digitale Lösungen nicht mehr wegzudenken. „Die Studienergebnisse bestätigen, was uns die Kunden in vielen Gesprächen sagen. Eine sinnvolle Bearbeitung der ESG-Thematik trägt wesentlich zum Vertrauen in die Zukunft bei. Digitalisierungsprojekte gehen bereits in Unternehmensroutine über. Wir sehen, dass die heimischen Unternehmen Vertrauen in ihre Zukunft haben“, bestätigt Botscharow.
„George“ lernt Business
Erste Bank und Sparkassen wollen Unternehmer künftig mit „George“ noch stärker bei ihren täglichen Finanzaktivitäten unterstützen und auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit und finanzieller Gesundheit begleiten. Nach dem persönlichen Stellenwert von möglichen Zusatzfeatures für ihr digitales Banking gefragt, geben Kärntens Unternehmen an, dass sie sich insbesondere Möglichkeiten zur Verwaltung von Verbindlichkeiten und Forderungen (36 Prozent), Informationen zum eigenen Firmen-Rating oder der eigenen Bonität (43 Prozent) und Liquiditätsplanung sowie Cashflow-Prognosen (41 Prozent) wünschen. Interessant ist für viele auch der Vergleich mit anderen: Sowohl Benchmarking mit Unternehmen derselben Branche anhand wichtiger Finanzkennzahlen (32 Prozent) als auch Best Practices (42 Prozent) stoßen hier auf großes Interesse.
