Wirtschaftskammer

Kärnt­ner Bus­bran­che kri­ti­siert unwirt­schaft­li­che Auf­la­gen

Auch die Kärntner Busunternehmen dürfen wieder Fahrt aufnehmen. „Leider zu derzeit unwirtschaftlichen Bedingungen“, klagt Sprecher Andreas Osinger.

Andreas Osinger: „Die Auflagen sind nicht nur äußerst unwirtschaftlich, sondern auch nicht nachvollziehbar.“

© WKK/Johannes Puch

"KLICK Kärnten" auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen
Anzeige

Mit dem Auf­he­ben des Lock­downs dür­fen nun auch Rei­se­bus-Unter­neh­men wie­der durch­star­ten. Die Auf­la­gen sor­gen in der Bran­che jedoch für Kopf­schüt­teln: „Der­zeit dür­fen wir nur mit 50-pro­zen­ti­ger Aus­las­tung fah­ren. Das ist nicht nur äußerst unwirt­schaft­lich, son­dern auch nicht nach­voll­zieh­bar“, klagt Andre­as Osin­ger, Spre­cher der Kärnt­ner Bus­bran­che. Ein nur zur Hälf­te besetz­ter Bus sorgt bei den Unter­neh­men für ein Minus­ge­schäft.

Rei­se­bus­se kontra Lini­en­bus­se

Unklar ist für den Bran­chen­spre­cher, wie eine sol­che Rege­lung zustan­de kommt: „Die Gäs­te wun­dern sich, dass bei­spiels­wei­se ein Lini­en­bus voll­be­setzt fah­ren darf, bei Rei­se­bus­sen aber nur 50 Pro­zent der Plät­ze belegt sein dür­fen.“ Er gibt zu beden­ken, dass bei jeder Rei­se die Fahr­gäs­te regis­triert wer­den, bei Lini­en­bus­fahr­ten jedoch nicht. Das Tra­gen einer FFP2-Mas­ke ist dabei ohne­hin ver­pflich­tend. „Laut der­zei­ti­gem Stand soll mit 1. Juli wie­der eine Voll­be­set­zung mög­lich sein, sicher ist das aber noch nicht“, ergänzt Osin­ger.

Büro­kra­ti­scher Auf­wand

Neben der Aus­las­tungs­pro­ble­ma­tik ortet die Bran­che auch in den unter­schied­li­chen Aus- und Ein­rei­se­be­stim­mun­gen Schwie­rig­kei­ten: „Hier brau­chen wir kla­re Stan­dards und Pro­zes­se, die für den grenz­über­schrei­ten­den Ver­kehr gel­ten.“ Ein­heit­lich­keit und unbü­ro­kra­ti­sche Lösun­gen sind spe­zi­ell für Bus­un­ter­neh­mer gefor­dert, die eben­falls als Rei­se­ver­an­stal­ter auf­tre­ten. „Jedes Unter­neh­men, das neben dem Trans­port bei­spiels­wei­se auch Stadt­füh­run­gen oder Wan­de­run­gen anbie­tet, muss dies an die jewei­lig zustän­di­ge Behör­de mel­den. Das bedeu­tet, wenn ich mit einer Rei­se­grup­pe drei ver­schie­de­ne Kärnt­ner Städ­te besu­che und viel­leicht noch in Ost­ti­rol halt­ma­che, muss ich die Rei­se jeder Bezirks­haupt­mann­schaft sepa­rat mel­den“, berich­tet der Spre­cher der Bus­bran­che und sieht dar­in einen hohen büro­kra­ti­schen Auf­wand.

Sicher­heit obers­te Prio­ri­tät

Fazit: Die Sicher­heit der Gäs­te hat selbst­ver­ständ­lich obers­te Prio­ri­tät. „Aber es muss auch rasch sicher­ge­stellt wer­den, dass die 70 Kärnt­ner Bus­un­ter­neh­men mit ihren 350 Bus­sen schnell wie­der auf die Stra­ßen kom­men und dabei wirt­schaft­lich arbei­ten kön­nen, ohne von über­trie­be­nen Maß­nah­men wei­ter ein­ge­schränkt zu wer­den“, for­dert Osin­ger.

22.05.2021 12:46
Anzeige