Landespolitik
Reform der Elementarpädagogik präsentiert
Verbesserungen der pädagogischen Arbeit, bessere Bezahlung für Pädagogen und Reduzierung der Gruppengrößen – das sind die Eckpunkte des neuen Kinder-Bildungs- und Kinder-Betreuungsgesetzes, das Landeshauptmann Peter Kaiser heute mit allen Partner vorstellte.
Einen wörtlich „großen Wurf, der gelungen ist“ verkündete heute Landeshauptmann und Bildungsreferent Peter Kaiser in der Bundesbildungsanstalt für Elementarpädagogik in Klagenfurt. Konkret geht es um eine Novelle des Kinder-Bildungs- und Kinder-Betreuungsgesetzes, um die Qualität der Kinderbetreuung zu steigern und die Arbeitsbedingungen der Pädagoginnen und Pädagogen zu verbessern.
Drei Säulen
Kaiser fasste die Vorteile der neuen Gesetze zusammen, die sich auf drei Säulen stützen: „Es geht um immense Verbesserungen für die pädagogische Arbeit, um eine bessere Bezahlung für Elementarpädagoginnen und Elementarpädagogen sowie um die permanente Absenkung der Höchstzahl in den Gruppen von 25 auf im Endausbau 20 Kinder im Jahr 2028.“
Größte Reform seit 1945
Die seit dem Jahr 1945 „mit Abstand größte Reform im Bereich der Elementarpädagogik“ stellte Kaiser heute mit allen Verhandlungspartnern vor: mit Clubobmann Markus Malle von Koalitionspartner ÖVP, mit Klubobmann-Stellvertreter Andreas Scherwitzl (SPÖ), den drei Gemeindebund-Präsidenten Günther Vallant, Christian Poglitsch und Gerhard Altziebler, den beiden Städtebund-Vertretern Bürgermeister Günther Albel (Villach) und Christian Scheider (Klagenfurt) sowie ÖGB-Landesfrauenvorsitzender Silvia Igumnov und Gerhild Hubmann, Leiterin der Bildungsabteilung des Landes.
Aus Schulbaufonds wird Bildungsbaufonds
Um den durch die Verringerung der Gruppengrößen notwendigen zusätzlichen Raumbedarf finanzieren zu können, wird, so Kaiser, der jährlich mit 20 Millionen Euro dotierte Kärntner Schulbaufonds in einen Bildungsbaufonds umgewandelt und mit einer zusätzlichen Einmalzahlung des Landes in Höhe von zehn Millionen Euro aufgestockt.
Familien- und kinderfreundlichste Region Europas
„Kärnten ist damit weiter auf dem Weg zur familien- und vor allem kinderfreundlichsten Region Europas“, betonte Kaiser. Er erinnerte an das Kärntner Kinderstipendium, mit dem das Land Kärnten seit September hundert Prozent der durchschnittlichen Elternbeiträge für die Kinderbetreuung übernimmt.
Landtagsbeschluss Anfang 2023
Wie geht es nun weiter? Das neue Kinder-Bildungs- und Kinder-Betreuungsgesetz wird nun in Begutachtung geschickt. Bis Ende November besteht die Möglichkeit, Anregungen dazu abzugeben, die dann geprüft und gegebenenfalls eingearbeitet werden. Anfang kommenden Jahres soll das neue Gesetz dann im Landtag beschlossen werden und mit Beginn des Kindergartenjahrs 2023/2024 in Kraft treten.
Wissenswert
Das neue Gesetz bringt deutliche Verbesserungen für die Angestellten in den elementarpädagogischen Einrichtungen mit sich. Das Gehalt der Pädagoginnen und Pädagogen wird um bis zu 40 Prozent angehoben, insbesondere bei privaten Trägern. Eine Kleinkindbetreuerin im dritten Berufsjahr verdient ab Herbst 2023 monatlich 343 Euro netto mehr, eine Kindergartenpädagogin im sechs Berufsjahr um 160 Euro mehr.
Aktuell sind in der Elementarpädagogik landesweit rund 3.600 Personen in 700 Einrichtungen tätig und betreuen 22.000 Kinder. Seit dem Jahr 2013 wurde das Budget in diesem Bereich von 44 Millionen auf 90 Millionen Euro erhöht.
