Sparkasse-Wohnstudie

Mehr­heit der Kärnt­ner zufrie­den mit Wohn­si­tua­ti­on

Wie leben die Kärntner? Wie zufrieden sind sie mit ihrer Wohnsituation? Und welche Trends zeichnen sich beim Thema Wohnen ab?

Wohnen Die Sparkasse führte eine Wohnbau-Studie durch.

© Pixabay/Skitterphoto

"KLICK Kärnten" auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen
Anzeige

IMAS Inter­na­tio­nal wur­de von der Ers­te Bank, Spar­kas­sen und Bau­spar­kas­se mit einer Wohn­stu­die beauf­tragt, die im Febru­ar 2021 durch­ge­führt wur­de. 39 Pro­zent aller Mie­ter gaben an, in den nächs­ten Jah­ren auf Eigen­tum umstei­gen zu wol­len. 2018 woll­ten dies noch 49 Pro­zent. Wohn­bau-Exper­te Harald Tschit­sch­nig von der Kärnt­ner Spar­kas­se kennt den Grund für die­sen Rück­gang: “Fast die Hälf­te (49 Pro­zent) der Befrag­ten gibt an, dass die­se zwar ger­ne Eigen­tum erwer­ben möch­te, sich die­ses aber nicht leis­ten kann.”

Woh­nen wird teu­rer

Woh­nen wir näm­lich immer teu­rer. Exper­ten der Öster­rei­chi­schen Natio­nal­bank schät­zen, dass sich Wohn­im­mo­bi­li­en in Öster­reich 2020 um sie­ben Pro­zent ver­teu­ert haben. Doch die durch­schnitt­li­chen Ein­kom­men sind nicht gestie­gen. Der Deloit­te Pro­per­ty Index gibt an, dass 2020 für einen durch­schnitt­li­chen Wohn­raum von 70 Qua­drat­me­ter zehn durch­schnitt­li­che Brut­to-Jah­res­ge­häl­ter zu zah­len waren – 2019 waren es noch sechs.

Wie geht es wei­ter?

Tschit­sch­nig zu Pro­gno­sen: “Wie sich die­ser Markt wei­ter­ent­wi­ckelt, hängt stark vom wei­te­ren Ver­lauf der Pan­de­mie, der Zins- und Bau­stoff­roh­preis­ent­wick­lung ab. Der­zeit ist aber nicht davon aus­zu­ge­hen, dass sich die Dyna­mik am Immo­bi­li­en­markt wesent­lich abschwächt und das zeigt auch Aus­wir­kun­gen bei der aktu­el­len Wohn­si­tua­ti­on der Öster­rei­cher.”

Mehr Eigen­tum am Land

55 Pro­zent der Öster­rei­cher leben laut Euro­stat-Sta­tis­tik im Eigen­tum, in Kärn­ten sind es sogar 72 Pro­zent. Am Land ist der Eigen­tums-Anteil viel höher als in der Stadt. “Der nied­ri­ge Eigen­tums-Anteil im urba­nen Raum hängt unmit­tel­bar mit der Preis­si­tua­ti­on zusam­men. Über­all dort, wo Immo­bi­li­en noch güns­tig zu haben sind, wird gekauft und nicht gemie­tet”, so Tschit­sch­nig.

Mehr Platz gewünscht

76 Pro­zent der Kärnt­ner geben an, mit ihrer Wohn­si­tua­ti­on “sehr zufrie­den” zu sein. Eigen­tü­mer sind zufrie­de­ner als Mie­ter, die “Sche­re” ist 2021 wei­ter aus­ein­an­der gegan­gen. 15 Pro­zent der Befrag­ten hät­ten ger­ne mehr Platz, spe­zi­ell jun­ge Erwach­se­ne zwi­schen 18 und 35 Jah­ren, Mie­ter und Mehr­per­so­nen-Haus­hal­te.

Neu­kre­di­te leg­ten zu

Die Spar­kas­sen-Grup­pe leg­te bei der Zahl der Neu­kre­di­te für Wohn­raum-Finan­zie­run­gen 2020 (im Ver­gleich zu 2019) wie­der zu. “Ver­gan­ge­nes Jahr hat die Spar­kas­sen­grup­pe 28.700 Men­schen ihren Wohn­traum erfüllt. Das sind um 1.700 Finan­zie­rungs­ab­schlüs­se mehr als noch 2019”, weiß Tschit­sch­nig. 231.000 Euro mach­te die durch­schnitt­li­che Finan­zie­rungs­hö­he aus, 192.000 Euro waren es noch 2018.

Fix oder varia­bel?

80 Pro­zent der Finan­zie­run­gen waren wegen der güns­ti­gen Kon­di­tio­nen Fix­zins-Kre­di­te. Doch die­se sind nicht immer die rich­ti­ge Wahl, so Tschit­sch­nig: “Vor allem für Kun­den, die vor­zei­ti­ge Rück­zah­lun­gen pla­nen und damit die Kre­dit­lauf­zeit beträcht­lich ver­kür­zen, stel­len Kre­di­te mit varia­bler Ver­zin­sung ein sehr inter­es­san­tes Ange­bot dar.”

Ver­glei­chen zahlt sich aus

Der Exper­te rät: “Alle, die es sich leis­ten kön­nen, soll­ten eine Inves­ti­ti­on ins Eigen­heim über­le­gen. Stellt man die monat­li­che Mie­te der Kre­dit­ra­te gegen­über und bedenkt dabei den Anla­ge­wert bzw. die Wert­stei­ge­rung, ist eine detail­lier­te Betrach­tung auf jeden Fall sinn­voll.” Ein Ver­gleich: In Wien zahlt man für eine frei­fi­nan­ziert errich­te­te Woh­nung von 70 Qua­drat­me­ter durch­schnitt­lich 886 Euro Mie­te monat­lich. Die Raten-Rück­zah­lung für eine Finan­zie­rung von 230.000 Euro (25 Jah­re) beträgt 931 Euro.

Umschul­dung jetzt sinn­voll

Ein wei­te­rer Tipp des Exper­ten: “Wer jetzt noch Fremd­wäh­rungs­kre­di­te hält, soll­te die aktu­ell güns­ti­gen Zins­kon­di­tio­nen für eine Umschul­dung nut­zen. Das ver­rin­gert das Wäh­rungs- und Zins­ri­si­ko, das in den nächs­ten Jah­ren wie­der deut­lich zuneh­men wird.”

Anzei­ge
Harald Tschitschnig
Harald Tschit­sch­nig ist Lei­ter der Abtei­lung Bau­en und Woh­nen bei der Kärnt­ner Spar­kas­se.
© Jost & Bay­er
24.05.2021 11:36
Anzeige
Wohnen Die Sparkasse führte eine Wohnbau-Studie durch.

© Pixabay/Skitterphoto