Ursula Heitzer
Eine Frau mit stark ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn
Ein Betriebsrat ist Bindeglied, Übersetzer und Hüter der Vereinbarungen und der Gesetze. Weshalb der Betriebsrat auch für den Arbeitgeber wichtig ist, erzählt Ursula Heitzer, Vorsitzende des Betriebsrats im Krankenhaus des deutschen Ordens Friesach, im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“.
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„Ich bin genetisch mit einem stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn ausgestattet“, erzählt Ursula Heitzer im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“. Diesen Gerechtigkeitssinn lebt sie in ihrem beruflichen Alltag als Vorsitzende des Betriebsrats im Krankenhaus des deutschen Ordens Friesach aus. Sie unterstützt eine aktuelle Kampagne des ÖGB (Österreichischer Gewerkschaftsbund), die zu mehr Betriebsratsgründungen anregt – „KLiCK Kärnten“ berichtetet (siehe hier).
Diplomierte medizinisch-technische Fachkraft
Heitzer stieg im Jahr 1987 beruflich als diplomierte medizinisch-technische Fachkraft im Krankenhaus ein, arbeitete in der Radiologie und ist seit 2011 Vorsitzende des Betriebsrats. Ingesamt sieben Betriebsräte vertreten die Interessen der rund 350 Mitarbeiter. „Dabei bin ich keine Kriegerin. Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten der Mitarbeiter zu verbessern, funktioniert nur gemeinsam – in Abstimmung mit den Mitarbeitern, den Betriebsräten und der Krankenhaus-Leitung“, stellt Heitzer klar.
Die Rollen des Betriebsrats
Die Betriebsräte sieht sie als Bindeglied zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern, sich selbst als Übersetzerin sowie Hüterin der Vereinbarungen und der Gesetze. Wenn sich Mitarbeiter hilfesuchend an sie wenden, ist ihr Vertraulichkeit wichtig. „Wenn wir bei der Krankenhaus-Leitung intervenieren, nennen wir den Namen der Mitarbeiter ausschließlich mit deren Einverständnis“, berichtet Heitzer. Nachsatz: „Natürlich sind Arbeitgeber und Betriebsrat nicht immer einer Meinung.“
Auch Arbeitgeber profitiert
Betriebsräte sind die Anlaufstelle für Mitarbeiter, wovon in weiterer Folge auch der Arbeitgeber profitiert. „Nachdem wir mit den Mitarbeitern immer im gegenseitigen Austausch stehen, können wir etwaige Probleme bereits im Vorfeld ausräumen. Das kommt auch der Unternehmensleitung zugute“, erklärt Heitzer.
Kommunikation und Gespräche
Als plakatives Beispiel nennt sie das Thema Arbeitszeiten. „Im Krankenhaus arbeiten hauptsächlich Frauen in den Bereichen Pflege, Gesundheit und Soziales. Deshalb legen wir unser Augenmerk auch auf frauen- und familienfreundliche Arbeitszeiten im Rahmen der Möglichkeiten, damit Frauen leichter Familie und Beruf vereinbaren können“, schildert Heitzer. Das gelingt, weil Mitarbeiter, Betriebsräte und Krankenhaus-Leitung gemeinsam lösungsorientiert arbeiten. „Bei meiner Arbeit als Vorsitzende des Betriebsrats setze ich auf Kommunikation und Gespräche“, verrät Heitzer.
Zur Person
Ursula Heitzer ist seit dem Jahr 2011 Vorsitzende des Betriebsrats im Krankenhaus des deutschen Ordens Friesach. Sie ist auch Vizepräsidentin der Arbeiterkammer Kärnten. In ihrer Freizeit setzt sie sich auch kommunalpolitisch für soziale Angelegenheit ein. Als Vizebürgermeisterin (SPÖ) der Stadtgemeinde Friesach verantwortet sie die Referate Soziales, Wohnen und Generationen. Die Mutter zweier Söhne bezeichnet sich auch zu Hause als Betriebsrätin der Familie.