Zero Waste

Ein­ge­wi­ckelt und auf­ge­ma­schelt

Sie verpackt Geschenke umweltfreundlich und einzigartig – ganz ohne Tixo, Schere und Papiermüll. Maribel Dorfer aus Klagenfurt vermittelt Techniken und die Philosophie des japanischen „Furoshiki“.

Ein­ge­wi­ckelt und auf­ge­ma­schelt „Furoshiki“-Künstlerin Maribel Dorfer: „Stoffe sind eine individuelle und nachhaltige Alternative zu Verpackungen aus Papier.“

© Margit Dietrich

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Eine Masche in den Haa­ren und ver­schie­den­fär­bi­ge Socken. Das ist Mari­bel Dorfer. Künst­le­rin mit jeder Faser ihres Her­zens. Wenn sie einen Berufs­wunsch frei hät­te, wäre sie „eine Ideen­fa­brik“. Denn in ihrem Kopf spru­deln Ideen und krea­ti­ve Lösungs­an­sät­ze. Sie hat „Kunst und Design“ in Linz und Rot­ter­dam stu­diert und ist nun eben Künst­le­rin und Desi­gne­rin. Beim Ein­stieg ins Berufs­le­ben vor eini­gen Jah­ren hat sie fest­ge­stellt, dass es ihr an unter­neh­me­ri­schen Fähig­kei­ten man­gelt. Trotz­dem führt sie nun ihr eige­nes Unter­neh­men.

Rund­her­um „bun­ther­um“

Ein wirt­schaft­li­ches Coa­ching der „Krea­tiv­wirt­schaft Aus­tria“ hat ihr nicht nur dabei gehol­fen, son­dern auch den Anstoß gelie­fert, „Tücher zum Ein­pa­cken“ zu kre­ieren und ihr Unter­neh­men „Bun­ther­um“ zu grün­den. „Das war unser fik­ti­ver Busi­ness Case im Kurs, und ich habe die Idee wei­ter­ge­führt“, erzählt Mari­bel Dorfer. Die Kla­gen­fur­te­rin hat sich in die japa­ni­sche Phi­lo­so­phie des „Furo­shi­ki“ ver­tieft, was „die Kunst des Umhül­lens“ bedeu­tet. „Es geht nicht nur dar­um, mit ein­fa­chen Mit­teln etwas Beson­de­res zu machen. In Japan hat jeder Fami­li­en­clan sei­ne eige­nen Stof­fe oder zumin­dest sein eige­nes Emblem auf den Stoff­tü­chern. Die Ver­pa­ckung ist mehr als nur Teil des Geschenks, sie ist ein Geschenk an sich.“

Neu­es Leben für alte Stof­fe

Im Sin­ne des Upcy­clings ver­wen­det Mari­bel Dorfer am liebs­ten alte Stof­fe für ihre Geschenk­tü­cher. „Ich bin sehr natur­ver­bun­den und mir ist ein bewuss­ter Umgang mit den Res­sour­cen wich­tig.“ „We are One“ lau­tet das Mot­to, nach dem die 32-Jäh­ri­ge lebt: „Das bedeu­tet einen wert­schät­zen­den und acht­sa­men Umgang mit allem und jedem. Wenn in Öster­reich zu Weih­nach­ten pro Per­son 100 Gramm Geschenk­pa­pier weg­ge­wor­fen wer­den, ergibt das in Sum­me 800 Ton­nen Papier­ab­fall.“ Das Schö­ne an alten Stof­fen sei außer­dem, dass sie Geschich­ten erzäh­len: Ein glän­zen­der Satin­stoff, der ein­mal als Ball­kleid durch lan­ge Näch­te wir­bel­te, oder bun­te Blüm­chen, die als Bett­wä­sche für kusche­li­ge Näch­te sorg­ten.

Ein Tuch – tau­send Mög­lich­kei­ten

Fürs Ver­pa­cken müs­sen die Stof­fe qua­dra­tisch sein. Mari­bel stellt sie in ver­schie­de­nen Grö­ßen her und kennt unzäh­li­ge Tech­ni­ken, um Geschen­ke in allen For­men kunst­voll ein­zu­wi­ckeln. Oft las­sen sich nicht nur hüb­sche Maschen son­dern auch klei­ne Hen­kel kno­ten, womit das Geschenk zugleich als Tasche ver­packt ist. „Stof­fe sind viel fle­xi­bler als Papier. Außer­dem erhal­ten sie nach ihrem Dasein als Ver­pa­ckung ein wei­te­res Leben als Geschirr­han­gerl oder Brot­tuch oder Haar­band oder Tisch­tuch oder Tasche oder …“ Mari­bel sprüht vor Ideen und Begeis­te­rung.

Geschich­ten­er­zäh­le­rin on tour

Die Desi­gne­rin unter­rich­tet seit eini­gen Jah­ren an der CHS in Vil­lach. „Ich bin eine Geschich­ten­er­zäh­le­rin. Ich mag es, Wis­sen zu ver­mit­teln und ich mag den direk­ten Kon­takt mit Men­schen.“ Ihr „Furoshiki“-Know-how gibt sie nun in der Vor­weih­nachts­zeit in Form von Work­shops wei­ter. Man lernt, wel­che Art von Stoff sich am bes­ten eig­net. Wofür man die Stoff­tü­cher spä­ter wei­ter­ver­wen­den kann. Oder wie man schö­ne Kno­ten und Mascherln bin­det, „die nicht trau­rig aus­schau­en“. Es sind klei­ne Knif­fe, die einen gro­ßen Unter­schied machen.

Nächs­ter Work­shop

  • Wann? 22. Novem­ber 2022, 18.30 Uhr
  • Wo? „Klei­ne Frei­heit unver­packt“, Radetz­ky­stra­ße 1, Kla­gen­furt
  • Infor­ma­tio­nen und Anmel­dun­gen: www.buntherum.com

 

06.11.2022 18:50
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Ein­ge­wi­ckelt und auf­ge­ma­schelt „Furoshiki“-Künstlerin Maribel Dorfer: „Stoffe sind eine individuelle und nachhaltige Alternative zu Verpackungen aus Papier.“

© Margit Dietrich