Brigitte Hafner
Die „Bärenmutter“ aus Poggersdorf
Pensionistin Brigitte Hafner (81) aus Poggersdorf gilt weithin als „Bärenmutter“. Wie sie zu ihrem Spitznamen kam, erzählt sie im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“.
Das Leben schenkte der gelernten Friseurin und ehemaligen Schulbusfahrerin Brigitte Hafner (81) nichts. „Die letzten 20 Berufsjahre bin ich hinter dem Lenkrad eines Schulbusses gesessen. Das war eine schöne aber auch schwere Zeit. Die Winter waren damals schneereich und die Straße oft steil. Da musste ich ständig Schneeketten anlegen“, erinnert sich Hafner. Vor sechs Jahren hatte die Poggersdorferin einen schweren Schicksalsschlag zu verkraften und einen ihrer zwei Söhne zu Grabe tragen.
Trachtengruppe Poggersdorf
Hafner gründete vor vielen Jahren die örtliche Trachtengruppe in Poggersdorf. „Damals hatten wir auch Nähkurse. Daran haben Frauen teilgenommen, die Bären genäht haben. Einmal hat eine Schneiderin zu mir gesagt, es wäre etwas für mich, Bären zu nähen, weil ich beim Nähen sehr vielseitig und geschickt bin. Damals war ich 45 Jahre jung und wurde von der Schneiderin in das Nähen von Bären eingeführt. Das war der Anfang einer großen Leidenschaft. Von da an drehte sich bei mir alles um die Bären“, blickt Hafner auf die Anfänge zurück.
Wolle und Felle
Die Wolle und Felle für die Bären bestellt die „Bärenmutter“ zumeist in Deutschland oder bei heimischen Kürschnern. „Am besten eignet sich das Fell der Mohairziege. Der Vorteil an der Mohair-Wolle ist, dass die feine Naturfaser sehr robust ist und fast keine Feuchtigkeit aufnimmt. Außerdem bleibt sie auch bei großer Kälte weich und geschmeidig“, erzählt Hafner. Die Mohairziege stammt aus der Gegend um Ankara in der Türkei.
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Die Bären aus Poggersdorf stehen als Geburts‑, Tauf- und Hochzeitsgeschenke hoch in Kurs. „Bei Geburts- und Taufgeschenken wird der Name des Kinds in den Lederballen des Bärenfußes hinein gestickt. Bei Hochzeiten kommt es schon vor, dass der Bär ein originales Hochzeitsgewand trägt“, berichtet Hafner. Der größte Bär mit rund 70 Zentimetern Höhe ging ins Bärental. „Den habe ich für Claudia Haider genäht. Sie hat für ihr Enkelkind eine Tracht genäht und sie wollte, dass ein Bär später die Tracht weiterträgt. Jeder Bär bekommt von mir ein Zertifikat“, betont „Bärenmutter“ Hafner. Die Bären verkauft sie auf Handwerksmärkten und Messen.