Film & Fotografie
Verewigtes Eis
Als Kamerafrau und Fotografin folgt Vera Polaschegg ihrem Herzen und landet meist im felsigen Gelände im Hochgebirge – inmitten von Schnee und Eis. Mit „KLiCK Kärnten“ spricht sie über die perfekte Kombination aus alpiner und beruflicher Leidenschaft.
Sie ist es, die gerufen wird, wenn Filmproduzenten Aufnahmen im hochalpinen Gelände brauchen. Dann packt die 45-Jährige Kamera, Stativ und Rucksack ein und fährt los in ihrem geräumigen „Ford Tourneo Connect“, den sie so umgebaut und ausgestattet hat, dass sie mehrere Tage darin wohnen könnte.
Hoch hinaus & weite Welt
Vera Polaschegg liebt ihr Zuhause am Keutschacher See, aber es ergreift sie beständig das Fernweh – hinauf in luftige Höhen, hinaus in andere Länder und hinein in andere Lebenswelten. Sie beobachtet und porträtiert Menschen, hat als Kamerafrau unter anderem Bangladesch, Äthiopien und Ruanda bereist. Nächstes Ziel auf ihrer Wunschliste: Grönland. Im Mai findet dort ein internationales Schamanen-Treffen statt, das sie mit der Kamera begleiten möchte: „Schamanen inspirieren mich, an die Kraft meiner Gedanken und Träume zu glauben. Das hat sich in meinem Leben bestätigt: Wenn ich etwas will und daran glaube, dass es klappen wird, dann klappt das.“
„Jugendliebe“ Gletschereis
Bereits als Kind verbringt Vera Polaschegg mit ihrer Familie viel Zeit auf den Bergen. Sie ist fasziniert von Eis und Gletschern und absolviert mit 15 Jahren ihren ersten hochalpinen Gletscherkurs, im Zuge dessen sie mit Frontalzacken eine Eiswand erklimmt. Während ihr Freundeskreis die Freizeit mit Popkultur und Bravo-Zeitschriften verbringt, vertieft sich die jugendliche Vera Polaschegg in Bücher über weltberühmte Bergsteiger und Hundeschlittentouren in Grönland. Daneben fotografiert und filmt sie leidenschaftlich gerne: „Durch etwas hindurchzuschauen und mir meine eigene Welt zu kreieren – das hat mich schon immer fasziniert. Mit 16 Jahren wusste ich, dass ich Kamerafrau werden will.“
Am Ziel ihrer Träume
Vor einigen Jahren hat die 45-Jährige beschlossen, „jetzt nochmal richtig Gas zu geben, in gutes Kameraequipment zu investieren“, und sich den Job zu angeln, nach dem sie sich schon lange sehnt: „Als Kamerafrau bei den ‚Red Bull X‑Alps‘ und beim Dolomitenmann dabei zu sein!“ Wen wundert’s: Sie ist selbst Paragleiterin und fiebert mit den Athleten, die an diesem härtesten Wettkampf der Welt teilnehmen. „Als ich dann durch Beharrlichkeit wirklich gebucht wurde und den ersten Take aufgenommen habe, hatte ich Tränen in den Augen, so berührt hat mich das. Ich kenne die Sportler persönlich. Ich kenne die Belastung, die sie erleben, die Schmerzen, die sie ertragen.“ Ihre härteste Disziplin während der Arbeit: Stundenlang die schwere Kamera zu schultern.
Formen und Farben von Eis
Eine andere, im Vergleich dazu, beschauliche Leidenschaft von Vera Polaschegg ist es, Gletscher zu fotografieren. „Mich treibt der Wunsch an, diese Vergänglichkeit zu konservieren.“ In ihren Bildern dokumentiert sie, wie das Gletschereis unaufhörlich schmilzt. Andererseits bilden ihre künstlerischen Fotografien faszinierende Formen und Farben ab. Am liebsten fotografiert sie ungewöhnliche Perspektiven aus der Luft – sie bezwingt etwa den Mont Blanc und schwingt sich dann mit ihrem ultraleichten Gleitschirm vom Gipfel hinunter, die Kamera um den Hals gehängt, um im richtigen Moment abzudrücken. Von den schönsten Aufnahmen soll es bald eine Ausstellung geben.
Die Freiheit der Berge
Vera Polaschegg fühlt sich frei in den Bergen. Sie hat keine Angst, alleine zu sein. Auch nicht in der Nacht, um etwa in 3.000 Metern Seehöhe Zeitraffer-Aufnahmen zu machen: Vom Gipfel des Großglockners, unter sternenklarem Himmel, dem sich im Felsen drei Lichtkegel nähern, die von Stirnlampen stammen. Was ist es, das die furchtlose Abenteurerin immer wieder losziehen und extreme Bergwelten erklimmen lässt? „Das Draußensein, die Weite und die großartige Aussicht.“ „Und“, fügt sie nach einer kurzen Pause lächelnd hinzu, „dort oben fühle ich mich dem Himmel näher“.
- Alles, was ihr Herz begehrt: Natur – Kamera – Vera Polaschegg.
- „Ende des Gletschers“: Eisbruch am Glacier D’ Agentiere in Chamonix
- Der Berg mit der längsten Granitwand im Mont-Blanc-Gebiet: Les Drus. Dieses Foto wird in der geplanten Ausstellung im Großformat zu sehen sein.
- Gefährliche Tour: Vera Polaschegg kletterte heuer durch den Hufeisenbruch und fotografierte die Pasterze am Fuße des Großglockners von der Rückseite aus.
- „Gletscherschliff“: Formen und Strukturen im Sandboden der Pasterze
- Herzensprojekt und Wetterglück: Mit Gleitschirm und Kamera über den Gletscher zu fliegen und schöne Bilder aufzunehmen, hier am Mont Blanc im Herbst.
- „Frau im Rhonegletscher“: Die Fotografin drehte das Bild um 90 Grad und lässt die Formen der Natur sprechen.
- Alles, was ihr Herz begehrt: Natur – Kamera – Vera Polaschegg.
- Foto für ein Frauenhilfsprojekt in Ruanda: Vera Polaschegg interessiert sich für die Vielfalt aller Lebenswelten und gewinnt durch ihre positive Ausstrahlung schnell das Vertrauen anderer Menschen.
- „Wildlife“: Auch Aufnahmen von Tieren gehören zu ihrem Repertoire – am liebsten in freier Wildbahn.














