70. Geburtstag

Josef Winkler las „Mutter und der Bleistift“

Josef Winkler ist einer der bedeutendsten Autoren Kärntens. 2008 erhielt er den renommierten Georg-Büchner-Preis.

Josef Winkler las „Mutter und der Bleistift“ Gemeinderat Manfred Jantscher, Landeshauptmann Peter Kaiser, Nationalratsabgeordnete Elisabeth Scheucher-Pichler, Josef Winkler, Stadtrat Franz Petritz und Gemeinderat Michael Gussnig (von links)

© LPD Kärnten/Just

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Die Stadt Klagenfurt lud anlässlich des 70. Geburtstags von Josef Winkler im Rahmen der Kulturreihe „KELAGerlesen“ zu einer Lesung ins Musil-Literatur-Museum. Hier las Winkler aus seinem Buch „Mutter und der Bleistift“ (2013), einem Requiem des Literaten an seine 2011 verstorbene Mutter, das in Indien, Südfrankreich und Kiew entstanden ist sowie aus „Der Ackermann aus Kärnten“ (1980). Die Lesung wurde nach einer Begrüßung vom Kulturreferenten Franz Petritz eröffnet, umrahmt von Roman Pechmann und klang aus bei – vom Jubilar gewünschten – 70 Schaumrollen.

Literaturland Kärnten

Landeshauptmann Peter Kaiser drückte seine „Freude und Ehre, Winkler persönlich im Rahmen einer Lesung zu gratulieren“ aus und überreichte ihm ein Potpourri an Schokolade, für die Winkler eine Schwäche hat. Kaiser betonte, dass Winkler den Ruf Kärntens als Literaturland prolongiert. „Josef Winkler ist unangenehm angenehm, ein kritischer Geist, der nicht müde wird, im steten Austausch auch die Politik zu kritisieren, sie an ihrer Umsetzung zu messen und diese kritisch zu hinterfragen“, sagte der Landeshauptmann.

Ein kritischer Geist

In seiner Ansprache erinnerte Kaiser auch an Winklers Rede anlässlich des Bachmannpreises 2009 oder an diejenige im Wappensaal 2018, als das 500-Jahr-Jubiläum der Schenkung Klagenfurts an die Landesstände gefeiert worden ist. „Kritisch, kontroversiell, jedenfalls einen Diskurs und eine Auseinandersetzung mit den Themen auslösend, griff und greift Josef Winkler Themen auf und schafft es, dass diese, die oft in einer Tagesordnung ohne kritische Auseinandersetzung verharren, neu beachtet, betrachtet und diskutiert werden“, erklärt Kaiser. „Und es gibt Menschen, die nach einer Ansprache Winklers aufrecht sitzen bleiben können und solche, die es nicht mehr können.“

Slowenische Literatur

Ebenso hob der Landeshauptmann das Engagement Winklers für die slowenische Literatur in Kärnten hervor, was spätestens nach der Verleihung des Einspieler-Preises an Winkler 2022, der breiten Öffentlichkeit bekannt wurde. Damit wurde kärntner-slowenische Literatur als Teil des Österreichischen bewusstgemacht und anerkannt. Als Beispiel nannte er die Verleihung des Großen Österreichischen Staatspreises für Literatur an Florjan Lipuš 2018. Gleichermaßen gilt Winkler als Ideen- und Impulsgeber für Literaturpreise wie den Gerd-Jonke-Preis oder den Humbert-Fink-Preis. 2007 hat er den Großen Österreichischen Staatspreis erhalten.

Zwischen Bachmann und Handke

Das jüngste Werk von Winkler heißt „Die Ukrainerin“ (2022), das im April im „klagenfurter ensemble“ uraufgeführt wird. „Wir erleben mit einem Krieg mitten in Europa unvorhersehbares, auch unvorstellbares und die dauernde Berichterstattung über die Zahl an Toten – wird diese zum Alltag. Dank kritischer Geister wie Josef Winkler jedoch darf gerade das nicht passieren“, so Kaiser. Kärnten hat den Vorlass Winklers 2018 angekauft und dem Kärntner Literaturarchiv als Dauerleihgabe überantwortet. Bisher erschienen über 30 Publikationen des in Kamering bei Paternion geborenen Autors. Er ist einer von drei Kärntner Büchner-Preisträger neben Ingeborg Bachmann und Peter Handke.

05.03.2023 11:00
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Josef Winkler las „Mutter und der Bleistift“ Gemeinderat Manfred Jantscher, Landeshauptmann Peter Kaiser, Nationalratsabgeordnete Elisabeth Scheucher-Pichler, Josef Winkler, Stadtrat Franz Petritz und Gemeinderat Michael Gussnig (von links)

© LPD Kärnten/Just