Historisches Klagenfurt
Ein Gebäude erzählt Geschichte
Der Hauptsitz der Kärntner Sparkasse steht vor einem geschichtsträchtigen Umbau. Es ist nicht das erste Mal, dass dieses Gebäude am Neuen Platz in Klagenfurt sein Aussehen verändert. Eine „Klick Kärnten“-Zeitreise…
Eine Festparade am Neuen Platz im Jahr 1882. Im Hintergrund das heutige Hauptgebäude der Kärntner Sparkasse.© Kärntner Sparkasse
Ein Haus, das die historischen Geschehnisse der Stadt widerspiegelt, steht vor dem größten Umbau der letzten 150 Jahre. Die Geschichte des Sparkassengebäudes beginnt bereits im Mittelalter, als hier Bürger und die Verwalter umliegender Landwirtschaften wohnten. Einhundert Jahre später walteten in diesem Gebäude mehrere Kärntner Landeshauptmänner in Folge ihres Amtes. Und nach weiteren einhundert Jahren und mehreren Umbauten war es das Heim eines Geschäftsmannes, mit vielen Wohn- und Wirtschaftsräumen und Stallungen für Pferde und Schweine.
Vom Altstadthaus zum Millionärspalast
Von dort an verlor das Gebäude an Glanz, bis im Jahr 1795 — durch einen umfassenden Umbau — ein modernes Palais daraus wurde. Besitzer war zu jener Zeit einer der reichsten Männer Kärntens: Johann Joseph Ritter von Pfeilheim. Wann und wie der Umbau erfolgte, ist dokumentiert, nicht aber, wer der Schöpfer des neuen, edlen Erscheinungsbildes war. Der gesamte Baukörper wurde einheitlich durchgestaltet und verlieh dem Haus ein Aussehen, das teilweise heute noch zu bestaunen ist.
Klassizistische Fassadenelemente bis heute erhalten
Das zweite Stockwerk wurde von einem Halbgeschoß zu einem vollwertigen Stockwerk ausgebaut, die hohen, hellen Räume im Inneren erhielten Stuckdecken und halbrunde Ecknischen. Den nachhaltigsten Eindruck vermittelte die neugestaltete Fassade, womit Klagenfurt eines seiner schönsten klassifizierten Gebäude erhielt. Die Fensterachsen über alle vier Seiten wurden vereinheitlicht, dennoch blieben Unregelmäßigkeiten bei den Fensterabständen bestehen. Noch heute zählt die westliche Hausseite elf Fensterreihen, die östliche hingegen dreizehn. Seit diesem Umbau (1795/96) ragen über dem Sockelgeschoß ionische Pilaster. Und im Hauptwohngeschoß zieren zopfförmige Gewinde die Fenster und Balkongitter.

Die Wege kreuzen sich
Nach einigen Eigentümerwechseln gelang jenes Haus am Alten Platz 14, das heute als das Kärntner Sparkassengebäude bekannt ist, in den Besitz von Eugen Ritter von Dickmann-Secherau. Dieser war 1835 einer der Stifter der Kärntnerischen Spar-Casse – womit sich zum ersten Mal die Geschichte dieses Gebäudes mit der traditionsreichen Bank kreuzte.
Feuerschutz und Besicherung
Aus Feuerschutzgründen wurde das alte Dach abgetragen und durch ein Blechdach ersetzt. Im Zuge dessen wurde das Dachgeschoß zu einem Mezzanin ausgebaut. Der hinterbliebene Sohn des Ritters, Albert von Dickmann-Secherau, nahm 1875 ein gewaltiges Darlehen bei der Kärntnerischen Spar-Casse auf. Das Palais diente als Sicherstellung. Auf diese Weise trat die Spar-Casse erstmals direkt in die Geschicke dieses Hauses ein.
Prominenter Mieter: die Stadtpost
Seit 1881 trägt das Haus die heutige Hausnummer Neuer Platz 14. Damals befand es sich im Besitz von vier Personen, die es an die Stadtpost, an Ärzte und weitere Betriebe und Läden vermieteten. Damit waren etliche bauliche Adaptierungen verbunden, unter anderem wurde das Gebäude 1878 an die städtische Kanalisation angeschlossen.
Die Stadtpost war damals das einzige Postamt in der ganzen Stadt. Die westliche Verbindungsgasse zwischen Neuem Platz und Benediktinermarkt heißt seither „Postgasse“. Als die Post 1889 diesen Standort wieder verließ, betrieb die Firma „J. & R. Bertschinger“ hier eine Buchdruckerei und ein Fachgeschäft für Schul- und Schreibrequisiten.
Fortsetzung folgt…
Wie es mit dem Haus am Neuen Platz Nr. 14 weiterging, lesen Sie in der nächsten Folge unserer „Klick Kärnten“-Zeitreise.
