St. Andrä

Zu Ostern wird im Lavant­tal Spar­gel gesto­chen

In der Osterwoche steht am Kammerhof bei Familie Jäger im Lavanttal die Spargel-Ernte am Programm. Wie es heuer um das weiße Gold bestellt ist und warum die Arbeit nach wie vor in Handarbeit erledigt werden muss, „KLiCK“-Kärnten hat bei Christian Jäger nachgefragt.

Zu Ostern wird im Lavant­tal Spar­gel gesto­chen Das typische Spargelstechen muss nach wie vor händisch erledigt werden.

© Kammerhof Spargel

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„Die Spar­geldäm­me, in denen das wei­ße Gemü­se wächst, müs­sen zuerst auf­ge­schüt­tet wer­den, dar­über wird dann eine Folie gespannt“, erklärt Chris­ti­an Jäger vom Fami­li­en­be­trieb Kam­mer­hof in St. Andrä. Die Zeit­span­ne vom Win­ter bis zur Ern­te ist rela­tiv kurz. Somit gilt es, die tro­cke­nen und war­men Tage zuerst am Feld gut zu nüt­zen. Auch die neu­en Pflan­zen müs­sen dann gesetzt wer­den. Das bedarf eini­ger Vor­be­rei­tun­gen am Feld, damit es zu kei­ner zeit­li­chen Kol­li­si­on kommt. „Die Pro­du­zen­ten lie­fern die Pflan­zen näm­lich erst im März an“, sagt der 41-jäh­ri­ge.

Spar­gel-Ern­te ist Hand­ar­beit

Die Spar­gel-Sai­son ist kurz und arbeits­in­ten­siv. „Jeder in der Fami­lie ist mit vol­lem Ein­satz dabei, ansons­ten wür­de so etwas kaum funk­tio­nie­ren“, lacht der ehr­gei­zi­ge Land­wirt, der nach sei­nem Stu­di­um in Graz vor zwölf Jah­ren den Betrieb von sei­nem Onkel gepach­tet hat. Eini­ges an Arbeit, wie Maschi­nen­ser­vice, Umbau­ten und Orga­ni­sa­to­ri­sches, muss schon im Win­ter erle­digt wer­den. „Aber die wich­tigs­te Arbeit ist am Feld und die ist wit­te­rungs­ab­hän­gig.” Die Ern­te ist nach wie vor Hand­ar­beit. „Es gibt zwar schon Ern­te­ma­schi­nen, die haben aber einen sehr engen Ein­satz­be­reich und sind teu­er“.

Künst­li­che Intel­li­genz noch kein The­ma

Der­zeit wird aller­hand über Künst­li­che Intel­li­genz und deren Mög­lich­kei­ten berich­tet, davon hält man am Kam­mer­hof im Lavant­tal wenig: „Es gibt ein­fach zu vie­le Ein­fluss­fak­to­ren auf die Ern­te, die von erfah­re­nen Ern­te­hel­fern viel bes­ser und schnel­ler beherrscht wer­den“, sagt Jäger und führt aus: „Wenn ich an mei­ne Kind­heit zurück­den­ke und die Erin­ne­run­gen von damals mit der heu­ti­gen Ern­te ver­glei­che, hat sich tat­säch­lich nicht viel getan. Und das war auch nicht mög­lich, weil die Ern­te eben eine manu­el­le Tätig­keit ist. Eine kör­per­lich schwe­re, aber mei­ner Mei­nung nach schö­ne Arbeit“.

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Mit Herz und See­le Land­wirt, Chris­ti­an Jäger, Geschäfts­füh­rer vom Kam­mer­hof Spar­gel im Lavant­tal.
© Kam­mer­hof Spar­gel

Wei­ßer oder grü­ner Spar­gel?

Hier schei­den sich die Geis­ter. Auf den Tel­ler kommt, was schmeckt. In punc­to Gesund­heit hat der grü­ne Spar­gel aller­dings die Nase vorn: Er ent­hält mehr Vit­amin C, Fol­säu­re und mehr B‑Vitamine als sein wei­ßer Kon­kur­rent. Auch wer­den die bei­den Spar­gel unter­schied­lich geern­tet. „Der grü­ne Spar­gel wächst eben­erdig und wird – wenn er lang genug ist — mit einem Mes­ser knapp über der Erde abge­schnit­ten“. Beim wei­ßen Spar­gel bedarf es mehr hand­werk­li­ches Geschick, um den Spross an der rich­ti­gen Stel­le „abzu­ste­chen“. „Das pas­siert im Damm, etwa 30 Zen­ti­me­ter unter der Erde“, sagt Jäger. Dazu kommt das müh­sa­me Auf- und Zude­cken der Folie, was auf Dau­er rich­tig anstren­gend wer­den kann. Die Folie ist mit Erde gefüllt, damit sie der Wind nicht weg­we­hen kann. „Frü­her wur­de die Folie noch mit Beton­zie­geln auf dem Damm gehal­ten“.

Per­so­nell wie­der gut auf­ge­stellt

In der Zeit der Coro­na-Pan­de­mie stand die Spar­gel-Ern­te bei vie­len Betrie­ben noch auf der Kip­pe. Durch die stren­gen Ein­rei­se­be­stim­mun­gen durf­ten die Ern­te­hel­fer, die auf­grund der schwe­ren Hand­ar­beit zum Groß­teil aus dem nahen Aus­land stam­men, nicht ein­rei­sen. Aktu­ell hat sich die Lage nor­ma­li­siert: „Wir kön­nen auf einen Groß­teil an Stamm­kräf­ten zurück­grei­fen, was bei der manu­el­len Tätig­keit der Ern­te wich­tig ist. Auch im ers­ten Pan­de­mie-Früh­ling hat­ten wir eigent­lich kei­ne Pro­ble­me mit den Mit­ar­bei­tern, da bald klar wur­de, dass die Ver­sor­gung mit Lebens­mit­teln im Land sicher­ge­stellt wer­den muss“.

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Chris­ti­an Jäger freut sich auf die bevor­ste­hen­de Spar­gel-Ern­te. Am Kam­mer­hof bei Fami­lie Jäger im Lavant­tal ist es in der Oster­wo­che soweit. Dann wird das wei­ße Gold gesto­chen.
© Kam­mer­hof Spar­gel

Roh, gekocht, gegrillt oder gegart?

Spar­gel ist ein Gemü­se, dass sich ganz indi­vi­du­ell zube­rei­ten lässt: Egal ob roh (grü­ner und vio­let­ter Spar­gel), biss­fest oder „gut durch“ gekocht, gegrillt, ange­bra­ten oder im Back­rohr gegart, die Zube­rei­tungs­mög­lich­kei­ten sind viel­fäl­tig. „Mir per­sön­lich schmeckt der dicke­re wei­ße Spar­gel. Er muss nur „gut durch“ gekocht sein. Ser­viert wird er mit ein wenig Oli­ven­öl mei­ner Tan­te aus der Tos­ca­na und etwas Zitro­ne. Auch der ganz dün­ne Spar­gel mit Rühr­ei und etwas Schnitt­lauch ist sehr lecker“, weiß Jäger.

 

Gas­tro setzt auf Lavant­ta­ler Spar­gel

Der Spar­gel am Kam­mer­hof bei Fami­lie Jäger ist gene­rell heiß begehrt. Um den Kun­den ent­ge­gen­zu­kom­men wur­de 2015 ein eige­ner Ver­kaufs­raum gebaut. „Der Ab-Hof-Ver­kauf konn­te dadurch deut­lich gestei­gert wer­den“. Aber auch die Kun­den, die aus der Umge­bung kom­men und teil­wei­se drei­mal die Woche ein­kau­fen, kön­nen so leich­ter bedient wer­den.  Die Gas­tro­no­mie ist in der Sai­son ein treu­er Beglei­ter über die Jah­re gewor­den. „Wir freu­en uns immer wie­der, wenn Gas­tro-Betrie­be nach 20 und mehr Jah­ren Ende März bei uns anru­fen und fra­gen, wann es denn wie­der los­geht mit der Sai­son“. Auch Ein­zel­han­del, Groß­han­del oder die Märk­te in grö­ße­ren Städ­ten set­zen auf den Lavant­ta­ler Spar­gel.

02.04.2023 19:00
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Zu Ostern wird im Lavant­tal Spar­gel gesto­chen Das typische Spargelstechen muss nach wie vor händisch erledigt werden.

© Kammerhof Spargel