Heute Nacht
„Grüne“ verkleideten Statuen in Villach
Die Villacher „Grünen“ möchten mit dieser Aktion Vielfalt sichtbar machen. Zum Abschluss des Pride-Monats verkleideten sie den Bierbrauer als Hausmann und machten den Feuerwehrmann zur Frau.
© Grüne Villach
Mit einer gewagten Aktion für mehr Diversität im öffentlichen Raum sorgen die „Grünen“ in Villach für Aufsehen. Sie verkleideten die Statuen in der Draustadt, um echte Vielfalt sichtbar zu machen. Zum Abschluss des Pride-Monats, der für eine vielfältige Welt ohne Hass und Diskriminierung steht, machten sie heute Nacht den Bierbrauer zum Hausmann oder den Feuerwehrmann zur Frau. „Für eine Stadt wie Villach, die unter anderem mit dem Slogan ‚Villach lebt Vielfalt‘ wirbt, vermissen wir Grüne die gelebte Praxis der Marketing-Strategie. Nicht erst heuer ist uns aufgefallen, dass die Denkmal-Kultur in Villach Vielfalt schmerzlich vermissen lässt“, begründet Jonathan Seriatz, Fraktionssprecher der Grünen im Villacher Gemeinderat, die Aktion.
Männliche Denkmal-Kultur überdenken
Neben den ausschließlich männlich gestalteten Skulpturen wie dem Feuerwehrmann am Hans-Gasser-Platz, dem Narren an der Draubrücke, dem Bierbrauer in der Bahnhofstraße und der neuen Fahrdienstleiter-Statue am Hauptbahnhof findet sich, so die „Grünen“, nur eine Skulptur, die auch eine Frau darstellt. „Diese einzige Frau tritt auch nur neben einem Mann auf – als Teil des Trachtenpärchens vor dem Parkhotel und im Kontext von Brauchtum und überholten Rollenbildern. Die Frau bleibt Nebendarstellerin. Wir vermissen sichtbare Zeichen der Gleichstellung. Ich möchte, wenn ich in Zukunft durch die Stadt spaziere, auch Statuen von Frauen sehen. Oder sind Frauen hier wie so oft auch mitgemeint?“, fragt Seriatz.
Sichtbare Zeichen für Vielfalt schaffen
Die Grünen Villach möchten nicht nur Frauen, sondern die gesellschaftliche Vielfalt in allen Facetten sichtbarer machen. „Wir könnten uns neben der in Bronze gegossenen Männlichkeit auch ein Symbol der Gendergleichheit und der Vielfalt vorstellen. Zum Beispiel wäre ein homosexuelles Pärchen ebenso berechtigt, seinen Platz zu finden, wie eine Statue einer der vielen Frauen der Villacher Stadtgeschichte. Oder des alltäglichen Lebens: Eine Mutter, eine Lehrerin, eine Anwältin oder einfach alles, was eben eine Frau wie ein Mann oder jeder Mensch gleich seines Geschlechts sein kann“, erläutert Seriatz.