Studie
Kärntner haben beim Wohnen viel Platz
Aktuelle Studie zur Neubauleistung bei Wohnprojekten zeigt: Kärnten ist im Vergleich ein teures Pflaster.
© WKK/Peter Just
“Wohnbauprojekte in der Pipeline” heißt jene Studie, welche der WKÖ-Fachverband Immobilien- und Vermögenstreuhänder und Exploreal heute für Kärnten präsentierten. Die Studie sei u. a. als Vergleichsmöglichkeit für Bauträger am Wohnungs-Neubaumarkt gedacht. Gerald Gollenz, stellvertretender Fachgruppen-Obmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder: “Für alle am Markt befindlichen Unternehmen stellt die Studie eine interessante Abbildung der Ist-Situation dar. Sie können sich damit über derzeitige Bauaktivitäten informieren.” Die wichtigsten Daten wurden jenen aus der Steiermark gegenübergestellt.
Kärntner haben mehr Platz
Pro Wohnbau-Projekt gibt es in Kärnten durchschnittlich 28 Wohneinheiten (Steiermark: 34). Kärntner haben in ihren Wohnungen mehr Platz – 77 Quadratmeter Wohnnutzfläche (Median aller Wohneinheiten), in der Steiermark sind es 65,7 Quadratmeter. In Niederösterreich sind es 80. “Damit liegt Kärnten aber nicht nur vor der Steiermark, sondern von allen bisher untersuchten Bundesländern nur knapp hinter Niederösterreich an zweiter Stelle”, so Exploreal-Geschäftsführer Alexander Bosak.
Am meisten Platz im Freien
Viel Platz haben die Kärntner auch im Freien – 97 Prozent aller Wohneinheiten weisen eine Freifläche (Terrasse, Balkon, Garten) auf, genauso wie in der Steiermark. Doch die Kärntner haben österreichweit am meisten Platz im Freien, es sind im Durchschnitt 19,5 Quadratmeter.
Die meisten Projekte im Zentralraum
Heuer werden hierzulande ca. 1.300 Wohneinheiten fertiggestellt – ähnlich wie in den Vorjahren. 2022 sollen es rund 1.500 Einheiten sein. Doch seit 2017 kamen deutlich mehr Wohnungen auf den Markt als aufgrund der Bevölkerungs-Entwicklung benötigt worden wären. Dazu sagt Paul Perkonig, Obmann der Fachgruppe in Kärnten: “Das Hauptaugenmerk der Bauprojekte liegt in Kärnten auf Klagenfurt mit Klagenfurt Land und Villach mit Villach Land. Und genau dort wird uns ein Bevölkerungswachstum prognostiziert. Somit wird dem Wohntrend entsprechend entwickelt und errichtet.” Klagenfurt weist am meisten Neubauten auf.
Gewerbliche Bauträger sind vorne
65 Prozent der Wohnungen werden von gewerblichen Bauträgern errichtet, nur in Wien ist dieser Prozentsatz höher (68 Prozent). In der Steiermark sind es rund 60 Prozent. 70 Prozent der Wohneinhieten werden im Eigentum errichtet, freifinanzierte Mietwohneinheiten werden kaum gebaut. Die Präsenz von gemeinnützigen Wohnbauträgern ist also eher gering. Dies hänge immer von der Wohnbauförderung ab. In Klagenfurt halten sich die Aktivitäten der gemeinnützigen und gewerblichen Wohnbauträgern die Waage. Wolfram Stöby, Obmann der GBV Kärnten: “In Klagenfurt ist der Bedarf gemeinnütziger Wohnbauprojekte am stärksten, die durch die Wohnbauförderung realisiert werden können.”
Teures Kärnten
Das Wohnen in Kärnten ist laut Studie im Vergleich teuer. Im Median zahlt man pro Wohneinheit 321.000 Euro (Steiermark: 223.400 Euro). Salzburg und Wien liegen pro Quadratmeter im Median noch teurer.
