Yulia Haybäck
“Meine Liebe zum Grillen ist seit 17 Jahren ungebrochen”
Partyköchin Yulia Haybäck steht seit 17 Jahren hinter dem Grill. Sie zaubert butterweiches Steak und knackiges Gemüse aus dem Handgelenk und ist der Beweis dafür, dass das Grillen längst keine Männerdomäne mehr ist.
Die Leidenschaft für das Grillen entdeckte Yulia Haybäck schon vor 17 Jahren. Seither hat das “Kochen im Freien”, wie es die Kärntnerin mit spanischen Wurzeln bezeichnet, für sie nichts an Reiz verloren. Ganz im Gegenteil: “Es ist noch schöner geworden! Mir fällt immer etwas Neues ein, das ich ausprobieren kann!” Das Arbeiten mit dem Feuer faszinierte die Eventköchin von Anfang an: “Es ähnelt einem Ritual, hat etwas Urtümliches, ja Uriges an sich.”
Pionierin in einer Männerdomäne
Als Frau galt Haybäck zu Beginn ihrer Karriere noch als Pionierin. “Anfang der 2000er-Jahre war das Grillen definitiv eine Männerdomäne”, so Haybäck. Im Laufe der Zeit habe der Anteil der Frauen aber zugenommen. Das beobachtet die Eventköchin auch in ihren eigenen Grillkursen, allerdings abhängig vom Kursinhalt: “Bei den Steak-Spezials sind die Männer in der Mehrheit, beim Streetfood ist die Aufteilung 50/50. Je raffinierter die Speisen, desto mehr Frauen machen mit.”

Vielfalt auf der Grillplatte
Seit Beginn ihrer Karriere habe sich das Grillen in vielerlei Hinsicht verändert. Zum einen sei es nicht mehr rein auf Fleisch und Würstchen beschränkt: Immer mehr Menschen grillen auch Gemüse und Fisch. “Der Gemüseanteil ist definitiv größer. Das klassische Kotelett hat aber nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt”, schmunzelt Haybäck.
Nur Fleisch ist zu wenig
Für sie selbst bedeutet Grillen allerdings viel mehr: “Fleischstücke alleine sind keine gute Idee.” Im Sinne einer ausgewogenen Ernährung kommt bei der Kärntnerin immer auch eine Beilage auf die Platte. “Ich kann schließlich nicht jeden Tag Steak essen.”
Elektrogrills holen auf
Beim Grillen sind aber nicht nur die Speisen vielfältiger geworden. “Auch die Technologie hat sich weiterentwickelt”, so Haybäck. In vielen städtischen Haushalten haben elektrische und gasbetriebene Grills die Holzkohlegrills ersetzt. “Der Markt hat sich angepasst”, so Haybäck. Besonders leistungsstark sei in dieser Kategorie der Lumin Elektrogrill von Weber. “Das ist ein kompaktes Gerät, das sich auch für den Balkon eignet.” In ihren Kursen richtet sich Haybäck bei der Geräteauswahl nach den Kursteilnehmern. “In meiner Grillschule ist alles vorhanden. Jeder kann den Grill verwenden, den er auch zuhause stehen hat.”

Eine gelungene Grillfeier
Was macht für Haybäck eine perfekte Grillerfeier aus? “Die Gäste”, kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen. “Natürlich gehören alle Komponenten dazu”, schmunzelt sie anschließend. “Bei der Speiseauswahl achte ich immer darauf, dass für alle etwas dabei ist. Manche mögen Steaks, andere bevorzugen Fisch und Gemüse.” Eines aber ist fix: “Ich lasse mir immer etwas Neues einfallen!”
Beilagen sind wichtig
Neben dem Hauptgericht seien aber auch die Beilagen für eine gelungene Grillerei ausschlaggebend. Haybäck hat hier einige Fixstarter im Köcher, darunter die Barbecue Kartoffeln (Rezept am Ende des Artikels) oder Bruscetta (Röstbrot) belegt mit Tomaten. “Ich empfehle, das Brot immer selbst zu backen. Hausgemachtes Brot mit Olivenöl und Knoblauch schmeckt einfach am besten”, ist sie überzeugt.

Typische Grillfehler vermeiden
Welche Fehler sollte man jedenfalls vermeiden? “Während dem Grillen sollte man nie ins Fleisch schneiden oder darauf herumdrücken”, antwortet Haybäck. Sie selbst verwendet ein Grillthermometer. “Ich mag es gern präzise.” Ein weiteres No-Go: “Bier auf die Holzkohle zu schütten.” Und für die Gemüsefraktion hat sie folgenden Rat: “Nie vorher salzen und würzen. Das entzieht Wasser und lässt das Gemüse weich statt knackig werden.”
Lieblingsgerichte
Was ist nun Haybäcks persönliches Lieblings-Grillgericht? “Das wird es nie geben”, antwortet die Grillmeisterin prompt. Und das hat einen Grund: Vor Kurzem habe sie auf einer Website die Frage gelesen “Wenn du nur noch ein Lied hören dürftest, welches wäre das?” “Lieber würde ich gar nichts mehr hören”, erklärt Haybäck. Der Vergleich lässt sich auch auf das Grillen beziehen. “Gerade die Vielfalt und die Kreativität sind das, was ich daran so sehr liebe”, so Haybäck. “Ich entwickle mich jeden Tag weiter.” Auch das Reisen gehört für sie dazu. “Ich lasse mich liebend gerne von verschiedenen Ländern inspirieren.” Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, kann sich auf der Website www.partykoechin.at über Haybäcks Grill- und Kochkurse informieren. Eine Bitte hat die Eventköchin vorab: “Ich verzichte gerne auf das Siezen.Meine Grillkurse sollen wie Abende bei guten Freunden sein!”
Haybäcks Barbecue Kartoffeln
Zutaten:
- 4 Kartoffeln (oder 2 sehr große, halbiert)
- 50 ml Olivenöl
- 1 TL Paprikapulver
- ½ TL Salz
- ½ TL Knoblauchpulver
- ¼ TL Kreuzkümmel
Zubereitung:
- Die Grilltemperatur auf 190–200 Grad einstellen.
- Paprikapulver, Salz, Knoblauchpulver und Kreuzkümmel vermengen.
- Die Kartoffeln mit Hilfe von zwei Stäbchen nicht ganz bis zum Schneidebrett einschneiden, sodass sie noch zusammenhalten.
- Die eingeschnittenen Kartoffeln vorsichtig auseinander fächern und auch die Schnittflächen großzügig mit Olivenöl einpinseln.
- Die Kartoffeln ca. 1 Stunde grillen (Zeit hängt von der Größe der Kartoffeln ab) Während des Grillens gelegentlich mit Olivenöl bepinseln, um sie saftig zu halten.
- Die Kartoffeln vor dem Servieren mit der vorbereiteten Gewürzmischung bestreuen.


