Kärnten

Poli­tik und Jäger­schaft wol­len Hybrid-Wöl­fe über­wa­chen

Nach den ersten Nachweisen von Hybrid-Wölfen hat das Land mit der Jägerschaft ein Projekt zur Überwachung der Population gestartet. Die in der Region entdeckten Kreuzungen zwischen Wolf und Hund bereiten Landwirten Sorgen, da sie weniger scheu gegenüber Menschen sind.

Poli­tik und Jäger­schaft wol­len Hybrid-Wöl­fe über­wa­chen Mischungen aus Hund und Wolf bereiten Landwirten Sorgen.

© prexels.com/Adriaan Greyling

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Die stei­gen­de Zahl von Wolfs­an­grif­fen auf Nutz­tie­re in Kärn­ten berei­tet Land­wir­ten gro­ße Sor­ge.  400 Nutz­tier­ris­se und 450 nicht mehr auf­find­ba­re Tie­re bilan­zier­te man nach der Alm­sai­son 2022. In der lau­fen­den Alm­sai­son wur­den bereits 52 Nutz­tier­ris­se und 13 Wöl­fe bestä­tigt.
Aus Sicht von Lan­des­haupt­mann­stell­ver­tre­ter Mar­tin Gru­ber ist die Kärnt­ner Wolfs­ver­ord­nung der­zeit der ein­zi­ge recht­lich gang­ba­re Weg, solan­ge es auf EU-Ebe­ne kei­ne Lösun­gen gibt.

Wenn sich Wöl­fe und Hun­de paa­ren

Erst­mals wur­den nun Nach­wei­se für Hybrid-Wöl­fe in Kärn­ten gefun­den. Die­se Kreu­zun­gen könn­ten weni­ger scheu gegen­über Men­schen sein und dadurch Kon­flik­te mit der Bevöl­ke­rung und Nutz­tie­ren wahr­schein­li­cher machen. Um die­ser Ent­wick­lung ent­ge­gen­zu­wir­ken, wer­den in Zusam­men­ar­beit mit der Kärnt­ner Jäger­schaft in allen Bezir­ken Wolfs­pro­ben gesam­melt und auf Hybri­di­sie­rung unter­sucht. Laut der Wolfs­ver­ord­nung kön­nen Hybrid-Wöl­fe nach ein­deu­ti­gem Nach­weis ohne wei­te­re Maß­nah­men ent­nom­men wer­den, da sie nicht unter dem Schutz der FFH-Richt­li­nie ste­hen. Die Ver­ant­wort­li­chen beto­nen, dass alle recht­li­chen Mög­lich­kei­ten aus­ge­schöpft wür­den, um die Situa­ti­on unter Kon­trol­le zu hal­ten.

Land­wirt­schafts­kam­mer for­dert Sen­kung des Schut­zes

Die Land­wirt­schafts­kam­mer Kärn­ten wird nächs­te Woche den Direk­tor für Bio­di­ver­si­tät in der EU-Kom­mis­si­on, Hum­ber­to Del­ga­do Rosa, tref­fen, um eine Sen­kung des Schutz­sta­tus des Wol­fes zu for­dern. Eine Pro­test­no­te soll über­reicht wer­den.

Bun­des­län­der müs­sen gemein­sam vor­ge­hen

Die Situa­ti­on erfor­dert eine ver­stärk­te Abstim­mung und ein gemein­sa­mes Vor­ge­hen der Bun­des­län­der. Gru­ber, der in Kür­ze den Vor­sitz der Agrar­re­fe­ren­ten-Kon­fe­renz über­nimmt, plant, die Wolfs­pro­ble­ma­tik bei dem Tref­fen mit den Agrar­re­fe­ren­ten Öster­reichs anzu­spre­chen und ein stär­ke­res gemein­sa­mes Vor­ge­hen zu for­dern. Die tra­di­tio­nel­le Alm­wirt­schaft und die art­ge­rech­te Tier­hal­tung sind durch die stei­gen­de Wolfs­po­pu­la­ti­on gefähr­det. Land­wir­te, Poli­ti­ker und Jäger arbei­ten eng zusam­men, um Lösun­gen zu fin­den und die Aus­wir­kun­gen der Wolfs­an­grif­fe ein­zu­däm­men.

16.06.2023 11:02 - Update am: 17.06.2023 05:24
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Poli­tik und Jäger­schaft wol­len Hybrid-Wöl­fe über­wa­chen Mischungen aus Hund und Wolf bereiten Landwirten Sorgen.

© prexels.com/Adriaan Greyling