Jugendarbeit
Aufwachsen im digitalen Dschungel
Wie entwickeln sich Jugendliche im digitalen Zeitalter gesund und selbstbewusst? Vertreter:innen der öffentlichen Jugendeinrichtungen in Kärnten trafen sich, um sich über aktuelle Themen der Jugendarbeit auszutauschen.
© NETZ:werk OJA Kärnten
Bereits zum zweiten Mal fand heuer der „Fachtag der Offenen Jugendarbeit“ statt, veranstaltet vom NETZ:werk OJA Kärnten. Sozialarbeiter:innen und Jugendbetreuer:innen aus den insgesamt Kärntner 34 Einrichtungen tauschten sich aus. Vortragenden aus Wissenschaft und Forschung lieferten neue Erkenntnisse. Inhaltlich ging es darum, wie digitale Lebenswelten die Identitätsfindung von Jugendlichen beeinflussen.
Die negativen Seiten des digitalen Konsums
Medienkompetenz und Auswege
Natur als Kontrastprogramm
“Raus in die Natur!”, lautet einer der grundlegenden Ratschläge. Feldermann ist bekannt dafür, dass sie ihre Studierenden der FH Feldkirchen gerne im Freien unterrichtet. Die Natur ist für sie so etwas wie das Heilmittel gegen die negativen Auswirkungen, die der übermäßige digitale Konsum mit sich bringt. “In der Natur erleben wir, dass sich nichts kontrollieren lässt”, so Feldmann, “die Natur lehrt uns, zu beobachten und offen zu sein für das, was ohne unser Zutun passiert. Draußen in der Natur hören auch Kinder und Jugendliche auf, ständig an ihr Handy zu denken.”
Gesunde Langeweile
In Bezug auf Jugendarbeit sei es ebenso hilfreich, einfach mal Langeweile aufkommen zu lassen — am besten in der Natur: “Langeweile ist nichts Negatives. Wenn ich Langeweile entstehen lasse, beginne ich, mich selbst wieder zu spüren und meine aktuellen Bedürfnisse wahrzunehmen.” Und das sei für alle Menschen wichtig, egal welchen Alters.
“Wir müssen Kinder und Jugendliche befähigen, ihren Gemütszustand zu reflektieren. Sie sollen sagen können, wie es ihnen gerade geht. Das gibt ihnen ein Gefühl von Kompetenz. Und diese Fähigkeit sollen sie dann auch in jenen Momenten anwenden können, in denen sie Medieninhalte konsumieren. Wir müssen sie fit für Social Media machen. Wir nennen das Medienmündigkeit”, so Prof. Feldermann.

Online Streetwork
Ziel der Offenen Jugendarbeit ist es, junge Menschen beim Erwachsenwerden zu begleiten, sowie ihre Identitätsentwicklung, Selbstständigkeit und Mündigkeit zu fördern. Am diesjährige Fachtag wurden außerdem die Möglichkeiten von Jugendarbeit im Internet, Stichwort “Online Streetwork”, beleuchtet.
Offene Jugendarbeit in Kärnten
Die insgesamt 34 Jugendzentren und Jugendtreffs in Kärnten sind geschützte Orte, an denen die Mädchen und Burschen Zeit verbringen können, egal ob sie spielen, sporteln oder einfach nur entspannen. Die „Offene Jugendarbeit Kärnten“ (abgekürzt „OJA“) bietet einen konsumfreien und offenen Raum ohne Zugangsvoraussetzungen an. Dabei erhalten die Jugendlichen niederschwellig Kontakt zu fachlich ausgebildeten Betreuerinnen und Betreuern, die für Gespräche offen sind und für kostenfreie Bildungs- und Beschäftigungsprogramme sorgen.
