Kündigungen
Mitarbeiter-Flucht: SPÖ Keutschach schlägt Alarm
Seit der Gemeinderatswahl 2021 haben sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gekündigt beziehungsweise auf Weiterbeschäftigung verzichtet. Schockiert über diesen Umstand, zeigt sich Vizebürgermeister (SPÖ) Karl Dovjak.
© SPÖ Keutschach am See
Üblicherweise verbindet man mit einem Job im öffentlichen Bereich eine erstrebenswerte und sichere Anstellung für viele Jahre, oft auch für Jahrzehnte – nicht so in der Gemeinde Keutschach am See. Seit der letzten Gemeinderatswahl und der Wahl von Gerhard Oleschko (Team Kärnten) zum Bürgermeister am 28. Februar 2021 haben alleine am Gemeindeamt sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von sich aus ihr Dienstverhältnis beendet.
Kündigung im Kaffeehaus überreicht
Zutiefst schockiert über diesen österreichweit wohl einzigartigen Zustand in einer 2.450 Einwohner zählenden Gemeinde zeigt sich SPÖ-Vizebürgermeister Karl Dovjak: „Ich sehe mich aufgrund dieser außerordentlichen Situation gezwungen, an die Öffentlichkeit zu gehen!“ Und Dovjak schildert den Sachverhalt: „Zuerst wurde der äußerst beliebte und fachlich erstklassig ausgebildete Amtsleiter vom Bürgermeister gekündigt, wobei ihm das Kündigungsschreiben vom Gemeindeoberhaupt persönlich in einem Café in Viktring überreicht wurde. Wenige Monate danach hat die stets professionell und zuverlässig agierende Bauamtsleiterin nach zwölf Jahren Gemeindearbeit ihr Dienstverhältnis aufgekündigt. Auch ihr Nachfolger hat nach wenigen Monaten seinen Dienst quittiert.

Situation im Gemeindesekretariat
Noch brisanter ist die Situation im Gemeindesekretariat. Sowohl die erste Sekretärin als auch ihre Nachfolgerin sowie deren Nachbesetzung haben ihr Dienstverhältnis mit der Gemeinde aufgelöst. Derzeit hat die Gemeinde keine/n Mitarbeiter/in im Sekretariat! Aufgrund der sich abzeichnenden Turbulenzen mit der neuen Gemeindeführung hat auch der damalige Tourismusleiter auf eine Weiterbeschäftigung verzichtet.“
Betriebsklima und Arbeitsqualität beeinträchtigt
Und der SPÖ-Politiker schlägt Alarm: „Dass durch dieser für eine kleine Gemeinde wohl einzigartigen Mitarbeiterflucht die Arbeitsqualität und das Betriebsklima beeinträchtigt sind, liegt auf der Hand. Die vielen und teilweise langen Krankenstände, aber auch die spürbare Angst und Unsicherheit bei einzelnen Gemeindemitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind ein weiteres Indiz dafür.“
Und einen weiteren Fall schildert Dovjak: „Als ob dies alles noch nicht genug wäre, wurde am Pyramidenkogel mit einer am gemeindeeigenen Aussichtsturm beschäftigten und verdienstvollen Mitarbeiterin bis zum Oberlandesgereicht Graz prozessiert. Die Mitarbeiterin hat erwartungsgemäß und erfreulicherweise den Arbeitsprozess gewonnen. Der allein monetäre Gesamtschaden für die Gemeinde beläuft sich nur in dieser Causa auf rund 40.000 Euro. Es geht um Arbeitsausfall, Nachzahlungen und Rechtsanwaltskosten.“

Und noch immer nicht genug! Dovjak: „Derzeit wird sogar gegen einen mit Ende der der vergangenen Legislaturperiode am 7. April 2021 in Pension gegangenen Mitarbeiter gerichtlich agiert. Der zu seiner aktiven Dienstzeit wohl beliebteste Gemeindemitarbeiter hat, nachdem das Ermittlungsverfahren eingestellt wurde, aktuell einen Fortsetzungsantrag der Gemeinde am Hals!“
“Beschämender Umgang mit Mitarbeitern”
Angesichts dieses „beschämenden Umgangs“ mit aktiven und ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fordert Vizebürgermeister Dovjak mehr Respekt und Wertschätzung für die bei der Gemeinde Beschäftigten, denn „der Fisch stinkt vom Kopf her“. Bei dieser noch nie dagewesenen Mitarbeiterfluktuation würde neben den aktiven Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch die Qualität der Gemeindeverwaltung für die Bewohner von Keutschach leiden.
Und an die Adresse von Bürgermeister Oleschko gerichtet betont der Vizebürgermeister: „Jede gut geführte Gemeinde braucht eine funktionierende Verwaltungsebene mit guten, anständigen, erfahrenen und langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Eine wesentliche Grundlage dafür ist das Verhalten des Gemeindeoberhauptes, das kollegial und nicht diktatorisch sein sollte.“
