Update
Wie ist die aktuelle Lage in Kärnten?
In Unterkärnten bleibt die Situation weiterhin angespannt. "Das Schlimmste ist überstanden", sagt Meteorologe Gerhard Hohenwarter. Doch wie sieht die Lage in Kärnten genau aus?
Im Vergleich zu den vergangenen Tagen hat sich die Wetterlage derzeit ein wenig beruhigt. Die Freiwilligen Feuerwehren des Bezirks sind in der ganzen Region im Einsatz. “KLiCK Kärnten” erreichen stündlich zahlreiche Bilder, Videos und Meldungen, die eine erschreckende Lage in Südkärnten zeigen.
In 10 Gemeinden Zivilschutzwarnung
Immer noch aufrecht sind Zivilschutzwarnungen in den Gemeinden St.Paul im Lavanttal (St.Paul, Granitztal), St. Georgen im Lavanttal, Eisenkappel-Vellach (Bad Eisenkappel), Eberndorf (Eberndorf, Edling, Gablern ‚Kühnsdorf), Globasnitz (Globasnitz, St.Stefan Feuersberg), Sittersdorf (Altendorf, Miklauzhof, Rückersdorf), Neuhaus (Neuhaus, Bach ohne Schwabegg), Bleiburg , (Bleiburg Aich/Bleiburg), St.Kanzian (Peratschitzen/Stein/Jauntal), Klagenfurt (Viktring) und die zwei Zivilschutz-Alarme in den Gemeinden Bleiburg (Loibach), St.Paul im Lavanttal (St. Paul, Granitztal).
Absolute Ausnahmesituation
Dann ist man froh, dass es auch eine positive Meldung von der GeoSphere Austria in Kärnten gibt. Die Niederschlagsmengen lagen in der vergangenen Nacht im unteren bzw. erwarteten Bereich. Dennoch ist von einer „absoluten Ausnahmesituation“ zu sprechen. Das niederschlagsbringende Italientief zieht nun über Ungarn nach Norden ab. Bis heute Mittag seien noch größere Regenmengen zu erwarten. Danach soll es zur Beruhigung kommen. In den kommenden Tagen baut sich über Mitteleuropa eine West- bis Nordwestströmung auf. Dadurch sind in Kärnten dann keine weiteren Regenfälle mehr zu erwarten.
Einsatzaufkommen zurückgegangen
Das Einsatzaufkommen der Feuerwehren ist in der Nacht ein wenig zurückgegangen. Mit Beginn der Morgendämmerung sind die Notrufe deutlich angestiegen. In den Bezirken Klagenfurt, Klagenfurt-Land, Völkermarkt, Wolfsberg und St. Veit kommt es immer wieder zu punktuellen Überschwemmungen und überfluteten Kellern. Der Einsatzschwerpunkt hat sich in Richtung Westen ausgedehnt. Zwischen Mitternacht und 6 Uhr gab es 170 neue Einsätze mit 70 eingesetzten Feuerwehren. Vorwiegend machen die Regenmengen das Hauptproblem, die Keller überfluten und Bäche über die Ufer treten lassen sowie Überschwemmungen verursachen.
Mehr als 1.400 Einsätze
Der KATZUG II hat über Nacht die Kräfte im Raum Völkermarkt unterstützt. Der für heute alarmierte Einsatz des KAT-Zuges 1 (Hermagor/Villach-Land und Villach) wurde am frühen Morgen wieder storniert. Seit Beginn der Wettersituation am Donnerstag mussten mehr als 1.400 Einsätze mit 215 Feuerwehren rund 2.500 Einsatzkräften, unterstützt durch die Einheiten der Österreichischen Wasserrettung und des Österreichischen Bergrettungsdienst bewältigt werden.
Grundwasserspiegel bleibt erhöht
Der Schwerpunkt der Hochwassergefahr hat sich in den Bereich Klagenfurt verlagert. Im Bereich Viktring hat der Treimischer Teich eine gefährliche Wasserhöhe erreicht. Die Bevölkerung wird ersucht die Wohnungen nicht mehr zu verlassen und sich innerhalb der Wohnräume in höhere Bereiche zu begeben und auch nicht mehr in das Kellergeschoss gehen. Zur Verhinderung des Dammbruches wird die Abflussmenge des Teiches auf kontrollierte Weise erhöht, was zu punktuellen Überschwemmungen führen wird. Wörther See und Glan haben einen sehr hohen Wasserstand – hinzu kommt der ebenfalls sehr hohe Grundwasserstand. 15 bis 20 Millimeter sollen bis zum Nachmittag noch dazukommen. Der Grundwasserstand soll auch in den kommenden Tagen erhöht bleiben.
St. Pauler dürfen voraussichtlich zurück
Während sämtliche Evakuierungen im Bezirk Völkermarkt weiter aufrecht bleiben, sollen jene Personen die gestern in der Gemeinde St. Paul im Lavanttal ihre Häuser verlassen mussten, heute wieder zurückkehren dürfen.
Geld aus dem Bundes-Katastrophenfond
Landeshauptmann Peter Kaiser und Landesrat Daniel Fellner begrüßen die Ankündigung der Bundesregierung, den Hochwasser-Opfern in Kärnten rasch und unbürokratisch finanziell helfen zu wollen. Konkret will die Bundesregierung Geld aus dem Katastrophenfonds bereitstellen. Unterstützt werde, “wo es notwendig ist, um den Betroffenen schnell zu helfen“, heißt es dazu „Es gilt jetzt, rasch eine Bestandsaufnahme zu machen, und zu eruieren, wo die Bundesmittel im Sinne der schwer getroffenen Bevölkerung eingesetzt werden können“, sind sich Kaiser und Fellner einig. Auch von Seiten des Landes wird alles getan, um die Betroffenen in allen Bereichen bestmöglich zu unterstützen.
Prognose der GeoSphere Austria für Samstag
Es regnet in der Früh und am Vormittag noch recht verbreitet leicht oder mäßig mit Schwerpunkt im Südosten, wo es auch noch etwas höhere Intensitäten geben kann. Um Mittag lässt der Regen aber deutlich nach und klingt dann schon recht verbreitet ab. Am Nachmittag können sich jedoch nochmals einige Regenschauer bilden. In der Nacht auf Sonntag ist es vor allem in Oberkärnten für längere Zeit schon trocken. In der Osthälfte sind aber weitere Regenschauer möglich. Laut Modellläufen ist heute tagsüber und bis morgen Vormittag von den Karawanken bis zur Koralm, aber auch in den Ballungsräumen Klagenfurt und Völkermarkt sowie in den Gurktaler Alpen mit Regenmengen von 20 bis 30 l/m² zu rechnen, westlich davon meist nur 10 bis 15 l/m².