Kärnten

Nach Unwet­tern: Rasche Hil­fe für Land­wirt­schaft

Landwirtschafskammer-Vorstand fordert bei Sonder-Vorstandssitzung im Bezirk Völkermarkt Unterstützung von Bund und Land zur Bewältigung der katastrophalen Schäden in der Land- und Forstwirtschaft.

Nach Unwet­tern: Rasche Hil­fe für Land­wirt­schaft Landwirtschaftskammer-Vorstand Hermann Schluder, KV Franz Zarfl, KV Franz Matschek, Bgm. Bernhard Sadovnik, Landwirt Willi Tomaschei, KV Marjan Čik, Vizepräs. Astrid Brunner, Präs. Siegfried Huber, Vizepräsident Roman Linder und Kammerdirektor Hans Mikl

© LK Kärnten/Friessnegger,

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Die Kärnt­ner Land- und Forst­wirt­schaft wur­de in den letz­ten Wochen durch die Unwet­ter arg in Mit­lei­den­schaft gezo­gen. Beson­ders betrof­fen sind die Bezir­ke Völ­ker­markt, Wolfs­berg und Kla­gen­furt Land. In ganz Kärn­ten sind in Sum­me rund 2.000 Hekt­ar von Über­flu­tun­gen betrof­fen. Allein die­ser Scha­den beträgt 2,3 Mil­lio­nen Euro. Zusätz­lich sind bis­her in Kärn­ten Hagel­schä­den im Aus­maß von 7,5 Mil­lio­nen Euro auf­ge­tre­ten.

Scha­den in Höhe von 1,5 Mil­lio­nen Euro

In den Wäl­dern des Bezirks Völ­ker­markt ent­stan­den in Fol­ge von Wind­wür­fen Schä­den von über 1,5 Mil­lio­nen Euro (geschätzt 300.000 Fest­me­ter). Beson­ders schlimm: Durch Hang­rut­schun­gen wur­den vie­le Wege und Forst­stra­ßen geschä­digt und ver­hin­dern nun die Auf­ar­bei­tung des Scha­dens. Ein­zel­ne Gehöf­te und vie­le Flä­chen wur­den über­flu­tet und ver­murt sowie Fut­ter­vor­rä­te für den Win­ter durch das Was­ser zer­stört.

Son­der­Vor­stands­sit­zung vor Ort

Aus die­sem Anlass mach­te sich der Vor­stand der Land­wirt­schafts­kam­mer Kärn­ten im Zuge einer Son­der­Vor­stands­sit­zung vor Ort ein Bild von den Schä­den, aber auch den Sor­gen und Nöten von Land- und Forst­wir­ten im Bezirk Völ­ker­markt. Land­wirt­schafts­kam­mer-Prä­si­dent Sieg­fried Huber fasst stell­ver­tre­tend die gro­ße Betrof­fen­heit sämt­li­cher Vor­stands­mit­glie­der zusam­men: „Es macht sprach­los, die mas­si­ven Schä­den durch die Natur­ge­wal­ten sehen zu müs­sen. Bin­nen Minu­ten wur­de die bäu­er­li­che Arbeit von Jahr­zehn­ten ver­nich­tet. Die Land- und Forst­wirt­schaft gehört zwei­fels­frei zu den von Unwet­ter­er­eig­nis­sen am stärks­ten betrof­fe­nen Sek­to­ren!“ Frak­ti­ons­über­grei­fend einig zei­gen sich daher die Land­wirt­schafts­kam­mer-Vor­stands­mit­glie­der, dass es sei­tens der öffent­li­chen Hand nun rasch Hil­fe für die schwer getrof­fe­nen Betrie­be braucht.

Poli­tik jetzt gefor­dert

Kon­kret wur­den von den Vor­stands­mit­glie­dern Sieg­fried Huber, Astrid Brun­ner, Her­mann Schlu­der, Franz Zarfl, (Kärnt­ner Bau­ern­bund), Roman Lin­der (Frei­heit­li­che und Unab­hän­gi­ge Bau­ern­schaft), Mar­jan Čik (SJK-Gemein­schaft der Kärnt­ner Bäue­rin­nen und Bau­ern) und Franz Mat­schek (SPÖ Bäue­rin­nen und Bau­ern) unten­ste­hen­de vier ein­stim­mig ver­ab­schie­de­te For­de­run­gen an Bund und Land für Sofort­maß­nah­men for­mu­liert.

Auf­sto­ckung des Kata­stro­phen­fonds

Wie von der Bun­des­re­gie­rung ange­kün­digt, braucht es jetzt eine rasche Auf­sto­ckung der Mit­tel des Kata­stro­phen­fonds. „Kei­ne Bäue­rin und kein Bau­er darf jetzt zurück­ge­las­sen wer­den“, so der Tenor des Land­wirt­schafts­kam­mer-Vor­stands. Wer regio­na­le Ver­sor­gung ernst mei­ne, müs­se die 2/2 Pro­du­zen­tin­nen und Pro­du­zen­ten nun mit ent­spre­chen­den Mit­teln unter­stüt­zen, sind sich die im Vor­stand ver­tre­te­nen Frak­tio­nen einig.

Auf­sto­ckung und Ver­län­ge­rung des Wald­fonds

Mit Nach­druck erneu­ert der LK-Vor­stand auch die in der jüngs­ten Land­wirt­schafts­kam­mer-Voll­ver­samm­lung in Form einer Reso­lu­ti­on erho­be­ne For­de­rung nach Ver­län­ge­rung und Auf­sto­ckung des Wald­fonds. Die­ser unter­stützt – neben ande­ren Maß­nah­men – die Auf­ar­bei­tung von Ein­zel­schä­den durch Wind­bruch, die Errich­tung von Lager­plät­zen nach Schad­ereig­nis­sen und die Wie­der­auf­fors­tung von zer­stör­ten Wäl­dern. Die von der Bun­des­re­gie­rung zur Ver­fü­gung gestell­ten Mit­tel sind jedoch der­zeit auf Grund der hohen Schad­holz­men­gen der ver­gan­ge­nen Jah­re bereits auf­ge­braucht. „Es braucht eine unver­züg­li­che Auf­sto­ckung und Ver­län­ge­rung des Wald­fonds. Wir dür­fen die Wald­bau­ern in die­ser Situa­ti­on nicht allei­ne las­sen. Nur gesun­de Wäl­der bie­ten Schutz vor Muren, Stein­schlag und Lawi­nen und lie­fern den Roh­stoff Holz, den wir brau­chen, um dem Kli­ma­wan­del die Stirn zu bie­ten“, so die Vor­stands­mit­glie­der uni­so­no.

Son­der­do­tie­rung zur Instand­set­zung des länd­li­chen Wege­net­zes

Muren und Erd­rut­sche haben im länd­li­chen Raum sehr viel an Infra­struk­tur zer­stört. Es braucht aber gera­de jetzt ein intak­tes Wege­netz, um das durch Sturm ange­fal­le­ne Schad­holz aus den Wäl­dern – oder was davon übrig ist – abtrans­por­tie­ren zu kön­nen. Um die Wege schnellst­mög­lich wie­der­her­zu­stel­len und Fol­ge­schä­den durch Bor­ken­kä­fer­be­fall hint­an­zu­hal­ten, for­dert der Land­wirt­schafts­kam­mer-Vor­stand eine rasche Son­der­do­tie­rung aus dem Lan­des­bud­get.

Ent­gelt­fort­zah­lung für Voll­erwerbs­bau­ern im Hilfs­ein­satz

Die Ein­satz­or­ga­ni­sa­tio­nen, allen vor­an die zahl­rei­chen Feu­er­weh­ren im Land, leis­te­ten in den letz­ten Tagen und Wochen Unglaub­li­ches. In vie­len Fäl­len waren dabei Land­wir­te im Ein­satz, die sich regel­mä­ßig in den Dienst der All­ge­mein­heit stel­len. Gera­de Voll­erwerbs­bau­ern sind ein wich­ti­ger Fak­tor bei den frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren im Land. Fast jeder zwei­te der über 4.200 Voll­erwerbs­bau­ern in Kärn­ten leis­tet frei­wil­li­gen Dienst bei der Feu­er­wehr. Die­se Land­wir­te sind meist fle­xi­bel ver­füg­bar und stel­len oft­mals auch eige­nes Gerät für Ein­sät­ze zur Ver­fü­gung. Der Land­wirt­schafts­kam­mer-Vor­stand for­dert daher eine längst fäl­li­ge Rege­lung zur Ent­gelt­fort­zah­lung auch für Voll­erwerbs­bau­ern, die bei Kata­stro­phen bzw. Groß­scha­dens­er­eig­nis­sen im Ein­satz sind. Die­se soll sich an der Ent­gelt­fort­zah­lung für Ange­stell­te und den damit ein­her­ge­hen­den Ersatz­an­sprü­chen der Arbeit­ge­ber ori­en­tie­ren.

Rasches Han­deln ist Gebot der Stun­de

„Die Bäue­rin­nen und Bau­ern wur­den von den jüngs­ten Unwet­ter­er­eig­nis­sen beson­ders getrof­fen. Sie haben aber eine Schlüs­sel­funk­ti­on in der regio­na­len Ver­sor­gung. Es liegt des­halb in der Ver­ant­wor­tung der Poli­tik, Hilfs­maß­nah­men zu beschlie­ßen und umzu­set­zen. Rasches Han­deln ist das Gebot der Stun­de“, lau­tet abschlie­ßend die zen­tra­le Bot­schaft des Vor­stands der Land­wirt­schafts­kam­mer Kärn­ten an die Poli­tik in Bund und Land.

18.08.2023 09:00
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Nach Unwet­tern: Rasche Hil­fe für Land­wirt­schaft Landwirtschaftskammer-Vorstand Hermann Schluder, KV Franz Zarfl, KV Franz Matschek, Bgm. Bernhard Sadovnik, Landwirt Willi Tomaschei, KV Marjan Čik, Vizepräs. Astrid Brunner, Präs. Siegfried Huber, Vizepräsident Roman Linder und Kammerdirektor Hans Mikl

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