Maßnahmen-Paket

WKK-Vize Legner begrüßt Offensive bei Kinderbetreuung

„Freut uns, dass unsere nachhaltige Überzeugungsarbeit endlich Früchte trägt“. Maßnahmenpaket muss bis zum Ende der Schulpflicht ausgedehnt werden.

WKK-Vize Legner begrüßt Offensive bei KinderbetreuungWirtschaftskammer-Vizepräsidentin Astrid Legner begrüßt die von Bundeskanzler Karl Nehammer angekündigte Kindergartenoffensive.

© FiW/Roman Huditsch Fotografie

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Die von Bundeskanzler Karl Nehammer angekündigte Ausbauoffensive zur Kinderbetreuung mit 4,5 Milliarden Euro bis 2030 wird von der Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Kärnten und Vorsitzenden von Frau in der Wirtschaft, Astrid Legner, mit Begeisterung aufgenommen. „Unser langjähriger und konsequenter Einsatz hat sich gelohnt und Wirkung gezeigt“, sagt Legner. Es gebe keine bessere Investition in die Zukunft als jene in Kinderbildung und Kinderbetreuung.

Bis zum Ende der Schulpflicht weiterdenken

Das geplante Paket, das vor allem die Lücke in der Betreuung der unter 3-Jährigen schließen und in Stufen umgesetzt werden soll, ist aus Sicht Legners überfällig. Österreich hinke im internationalen Vergleich – vor allem bei den Kleinsten – in Sachen Kinderbetreuung deutlich hinterher. „Ich freue mich wirklich, dass wir hier endlich etwas weiterbringen. Das Paket darf aber nicht mit dem ersten Schultag enden, sondern es braucht Maßnahmen bis zum Ende der Schulpflicht. Die Lösungen liegen bereits am Tisch“, verweist Legner auf die Anfang August von der WKÖ vorgestellte „Agenda Kinderbildung & Kinderbetreuung“, einen mit Expertinnen und Experten erarbeiteten Stufenplan, der detaillierte Umsetzungsvorschläge enthält.

Chancengleichheit und Chancengerechtigkeit

Dabei geht es laut Legner nicht nur um die Verbesserung der beruflichen Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern, sondern auch um den akuten Arbeitskräftemangel in Österreich und in Kärnten. Legner: „Wir können es uns nicht leisten, auf das Potenzial der top ausgebildeten Frauen zu verzichten.“

Einkommen und Investition

Ein weiteres Mosaiksteinchen ist das Steuer- und -abgabensystem in Österreich, welches die Teilzeit fördert. „Wenn eine Teilzeitkraft in Österreich die Wochenarbeitszeit um 50 Prozent ausweitet, steigt der Nettolohn lediglich um 32,4 Prozent“, zeigt Legner auf. Das ist der drittschlechteste Wert in der EU und bietet keinen Anreiz, die Arbeitszeit zu erhöhen. Auch bei den Ausgaben für frühkindliche Bildung hinkt Österreich hinterher: “Diese betragen rund 0,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und liegen damit 0,2 Prozentpunkte unter dem OECD Durchschnitt.“ Internationale Spitzenreiter sind die nordischen Länder. Norwegen etwa gibt im Vergleich rund 2 Prozent seines Bruttoinlandsproduktesfür frühkindliche Bildung aus.

07.09.2023 11:00 - Update am: 07.09.2023 16:47
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WKK-Vize Legner begrüßt Offensive bei KinderbetreuungWirtschaftskammer-Vizepräsidentin Astrid Legner begrüßt die von Bundeskanzler Karl Nehammer angekündigte Kindergartenoffensive.

© FiW/Roman Huditsch Fotografie