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Mikro­plas­tik in 21 Kärnt­ner Gewäs­sern nach­ge­wie­sen

Sind Kärntens Fließgewässer mit Mikroplastik belastet und, wenn ja, wie stark? Um diese Frage zu beantworten, führte die Landes-Umweltabteilung in Kooperation mit dem Umweltbundesamt in Wien eine Studie zu „Mikroplastik in Kärntner Fließgewässern“ durch.

Mikro­plas­tik in 21 Kärnt­ner Gewäs­sern nach­ge­wie­sen Präsentation der Studie "Mikroplastik in Kärntner Fließgewässern" mit LR.in Sara Schaar und Thomas Friedl (Unterabteilung Gewässerökologie)

© Büro LR.in Schaar

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Die Ergeb­nis­se wur­den am Mitt­woch (4. Okto­ber) im Rah­men einer Pres­se­kon­fe­renz von Umwelt-Lan­des­rä­tin Sara Schaar und Tho­mas Friedl (Unter­ab­tei­lung Gewäs­ser­öko­lo­gie) prä­sen­tiert. „Die Stu­die gibt einen ers­ten Über­blick auf das Vor­kom­men von Mikro­plas­tik in Kärn­tens Fließ­ge­wäs­sern. Damit ist Kärn­ten Vor­rei­ter in der For­schung, denn es han­delt sich um das ers­te Pro­jekt, das in Öster­reich in die­ser Form durch­ge­führt wur­de“, sag­te Schaar ein­lei­tend. Als Mikro­plas­tik wer­den Plas­tik­teil­chen bezeich­net, die klei­ner als 5 Mili­me­ter sind.

21 Was­ser- und Sedi­ment-Pro­ben gezo­gen

Ins­ge­samt wur­den 21 Was­ser- und elf Sedi­ment-Pro­ben gezo­gen und zwar von elf Mess­stel­len bzw. an sechs ver­schie­de­nen Flüs­sen (Drau, Gurk, Mal­ta, Glan­furt, Raba­b­ach, Perat­s­chit­zen­bach-Zubrin­ger). „Es gibt der­zeit kein Norm­ver­fah­ren für die Pro­be­nah­me von Mikro­plas­tik aus der flie­ßen­den Wel­le. Daher haben wir in Koope­ra­ti­on mit dem Umwelt­bun­des­amt ein eige­nes mobi­les Pro­be­nah­me-Gerät ent­wi­ckelt und gebaut. Es wur­den je Pro­be etwa 15.000 Liter Was­ser abge­pumpt und an Land unter kon­trol­lier­ten Bedin­gun­gen gefil­tert“, erläu­tert Friedl. Unter­sucht wur­de eine Par­ti­kel­grö­ße zwi­schen 0,05 und 0,5 mm bei zehn Kunst­stoff-Arten, wel­che die Mehr­heit der welt­weit pro­du­zier­ten Kunst­stof­fe aus­ma­chen. Die Ana­ly­sen erfolg­ten im Labor des Umwelt­bun­des­am­tes.

“Mikro­plas­tik in allen unter­such­ten Gewäs­sern!”

„In allen unter­such­ten Was­ser- und Sedi­ment­pro­ben wur­de Mikro­plas­tik nach­ge­wie­sen“, fasst Schaar die Ergeb­nis­se zusam­men. Die bei­den „gro­ßen“ beprob­ten Flüs­se – Drau und Gurk – lie­fer­ten kon­trä­re Daten: Obwohl im Fluss­ver­lauf der Drau poten­ti­el­le Emis­si­ons­quel­len von Mikro­plas­tik zuneh­men, nimmt die Mikro­plas­tik-Belas­tung im Was­ser und im Sedi­ment im Fluss­ver­lauf ab. Dies könn­te auf die zahl­rei­chen Stau­stu­fen zurück­zu­füh­ren sein, wo sich die Teil­chen abset­zen. In der Gurk wie­der­um nimmt die Belas­tung ent­lang der Fluss­stre­cke zu, weil sie wei­test­ge­hend „frei“ – also ohne grö­ße­re Stau­stu­fen – flie­ßen kann. Ein rela­tiv gerin­ger Mikro­plas­tik-Gehalt wur­de im Was­ser des Wör­ther­see-Abflus­ses Glan­furt gemes­sen, dafür ein höhe­rer im Sedi­ment. „Dies dürf­te auf das land­wirt­schaft­li­che Ein­zugs­ge­biet zurück­zu­füh­ren sein, wobei Klär­schlamm-Kom­post auf­ge­bracht wird“, begrün­det Friedl.

Raba­b­ach stark ver­un­rei­nigt

Am meis­ten Mikro­plas­tik im Was­ser wur­de im Raba­b­ach nach­ge­wie­sen – denk­bar sind Ein­trä­ge durch die Auto­bahn, ein­zel­ne Betrie­be und die Land­wirt­schaft. Den höchs­ten Mess­wert im Sedi­ment wies der Perat­s­chit­zen­bach-Zubrin­ger auf – hier dürf­te ein betrieb­li­cher Ein­trag der Grund sein. „Unge­wöhn­lich sind die Ergeb­nis­se nicht“, so Friedl. Man gehe davon aus, dass Flüs­se in ande­ren Bun­des­län­dern ähn­lich belas­tet sind.

Ver­glei­che sind schlicht­weg nicht mög­lich

Schaar dazu: „Ver­glei­che der Kärnt­ner Mikro­plas­tik-Stu­die mit ande­ren Unter­su­chun­gen sind schlicht­weg nicht mög­lich. Denn es gibt immer noch kein genorm­tes Ver­fah­ren für die Pro­be­nah­me, die Auf­be­rei­tung der Pro­ben oder für die Ana­ly­tik! Es ist höchs­te Zeit, dass ver­gleich­ba­re Mess­me­tho­den, natio­na­le und euro­päi­sche Regu­lie­run­gen auf Bun­des­ebe­ne initi­iert wer­den!“ Dar­auf sei bereits in meh­re­ren Kon­fe­ren­zen der Umwelt­re­fe­ren­tin­nen und ‑refe­ren­ten der Bun­des­län­der hin­ge­wie­sen wor­den. „Was wir außer­dem for­dern, sind Maß­nah­men des Bun­des, um einen rasche­ren Aus­stieg aus pri­mä­rem Mikro­plas­tik in Pro­duk­ten, z. B. in Zahn­pas­ta oder Dusch­gel, auf EU-Ebe­ne zu erwir­ken. Wel­che kon­kre­ten Aus­wir­kun­gen Mikro­plas­tik auf die Gesund­heit von Lebe­we­sen hat, ist noch nicht wirk­lich bekannt. Aller­dings wis­sen wir, dass Zusatz­stof­fe, die in Kunst­stof­fen ent­hal­ten sind, jeden­falls für Mensch und Tier schäd­lich sein kön­nen.“

 

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Ins­ge­samt wur­den 21 Was­ser- und elf Sedi­ment-Pro­ben gezo­gen und zwar von elf Mess­stel­len bzw. an sechs ver­schie­de­nen Flüs­sen (Drau, Gurk, Mal­ta, Glan­furt, Raba­b­ach, Perat­s­chit­zen­bach-Zubrin­ger).
© Büro LR.in Schaar

Ver­mei­dungs­stra­te­gien wer­den erar­bei­tet

Mit der Kärnt­ner Mikro­plas­tik-Stu­die kön­ne man im Rah­men des „Akti­ons­pla­nes Mikro­plas­tik 2022 bis 2025“ des Bun­des zur Stär­kung der Daten­la­ge und auf regio­na­ler Ebe­ne zu Bewusst­seins­bil­dung bei­tra­gen. Wirk­sa­me Ver­mei­dungs­stra­te­gien wie z. B. eine Ver­bes­se­rung der Auto­rei­fen-Zusam­men­set­zung oder ein noch stär­ke­rer Ein­satz von recy­cel­ba­ren Kunst­stof­fen müss­ten aller­dings auf EU-Ebe­ne bzw. sogar dar­über hin­aus erar­bei­tet wer­den.

Jeder Ein­zel­ne kann einen Bei­trag leis­ten

„Jede und jeder Ein­zel­ne von uns kann jedoch auch per­sön­lich dazu bei­tra­gen, den Mikro­plas­tik-Aus­stoß zu ver­rin­gern – u. a. durch bewuss­ten Ein­kauf, bewuss­te Klei­der­wahl und natür­lich auch, indem man Abfäl­le nicht acht­los weg­wirft, son­dern auf kor­rek­te Müll­tren­nung ach­tet“, appel­liert Schaar abschlie­ßend.

Alle Ergeb­nis­se der Kärnt­ner Mikro­plas­tik-Stu­die fin­det man hier: www.ktn.gv.at/Service/Publikationen?kid=18

05.10.2023 11:00
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Mikro­plas­tik in 21 Kärnt­ner Gewäs­sern nach­ge­wie­sen Präsentation der Studie "Mikroplastik in Kärntner Fließgewässern" mit LR.in Sara Schaar und Thomas Friedl (Unterabteilung Gewässerökologie)

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