Kultur
Die Kärntner Kulturszene trauert um Horst Sihler
Der bekannte Filmkritiker, Programmkinoleiter, Schriftsteller und Lyriker Horst Sihler hat vor wenigen Tagen seine Augen für immer geschlossen.
Der bekannte Filmkritiker, Programmkinoleiter, Schriftsteller und Lyriker Horst Sihler hat vor wenigen Tagen im 85. Lebensjahr seine Augen für immer geschlossen.
Sihler setzte großes Denkmal
Landeshauptmann Peter Kaiser bedauert den großen Verlust und wünscht Angehörigen und Freunden des Verstorbenen viel Kraft. „Auch wenn Horst Sihler nicht mehr unter uns ist, so hat er sich mit seinem Schaffen weit über den Tod hinaus ein Denkmal gesetzt.“ Sihler war zu seinem 80. Geburtstag mit dem Großen Ehrenzeichen des Landes ausgezeichnet worden. 2008 wurde ihm auch der Medien-Kulturpreis des Landes überreicht.
Pionier und zentraler Protagonist
Schon bei der Verleihung des Großen Ehrenzeichens blickte man auf das Wirken Sihlers. „Als Pionier hat Sihler die Filmkultur bestimmt und zukunftsweisend gesichert. Er hat das Kino nicht nur zur Leidenschaft seines Lebens gemacht, sondern ist vielmehr und tatsächlich ein echter ‚Bildungsreferent‘ des Landes geworden“. Er war einer der zentralen Protagonisten, die den Anstoß zur Erneuerung der österreichischen Filmszene gegeben haben.
Ein großer Klagenfurter ist nicht mehr
Auch die Landeshauptmann zeigt sich erschüttert. „Die Landeshauptstadt trauert um eine große Klagenfurter Kulturpersönlichkeit, die sich national und international in Film- und Kulturszene verdient gemacht hat”, so Stadtrat Franz Petritz in einer Aussendung. Sihler hinterlässt den Menschen als kulturelles Erbe nicht nur das Volkskino, sondern auch literarische Werke aus den Bereichen Film und Lyrik.
Zur Person
Horst Sihler wurde 1938 in Klagenfurt geboren. Ursprünglich gelernter Maschinenbauingenieur wirkte er seit den 1970er Jahren vorwiegend als Kultur- und speziell Filmkritiker, war Programmkinoleiter und Lehrbeauftragter für Medienkunde (Film) an der Universität Klagenfurt.
Er verfasste als Filmkritiker Berichte von den verschiedensten europäischen Filmfestivals, die unter anderem in der FAZ, dem Tagesspiegel Berlin, der Basler Zeitung, der Weltwoche, dem Standard und im ORF erschienen. 1977 gründete er die „1. Österreichischen Filmtage“, das erste Festival des österreichischen Films und Vorläufer der heutigen Diagonale in Graz.
Außerdem war er selbst Wanderkinobetreiber und Programmkinomacher im Volkskino Klagenfurt. 1979 gründete er zudem in Klagenfurt den Verein „Alternativkino“, der bis heute besteht. Nach einer schweren Krankheit war er bis zu seinem Tod auch freischaffender Autor.

