St. Veit/Glan
Viel Lärm um geplanten Steinbruch
Seit 1. November könnten durch die kleine Ortschaft St. Donat im Bezirk St. Veit bereits die schweren LKW rollen. Auf ihnen geladen wertvolles Gestein, das nahe dem Gasthof Ranner in Marist abgebaut werden soll.
In St. Donat (Bezirk St. Veit) sorgt die Errichtung eines Steinbruchs für Gesprächsstoff.© Andreas Walcher
Als Schotter ist Diabas vor allem für den Unterbau von Verkehrswegen wie Straßen und Bahntrassen begehrt, wird aber auch im Wasserbau und als Schotterung im Oberbau eingesetzt. Eine Firma aus Kappel am Krappfeld möchte hier einen Steinbruch, der schon Jahrzehnte brach liegt, wiederbeleben (wie kurz berichtet).
Genehmigung schon erhalten
Die Genehmigung dafür hat die Firma vom Bundesministerium für Finanzen, das für den Bergbau in Österreich zuständig ist, bereits erhalten. Wohin mit Schwerverkehr, Lärm, Feibstaub & Co? Vorbei am Aura Wohnpark den man vor gut einem Jahrzehnt für rund 200 Familien und deren Kinder gut gemeint aus dem Boden gestampft hat.
Vorbei die Idylle und Beschaulichkeit am angelegten Bade-Biotop gegenüber des Kindergartens. Zumindest seitens der Politik gibt es Einigkeit, dem Unterfangen doch Einhalt zu gebieten. Der Gemeinderat beschloss in seiner letzten Sitzung einstimmig gegen die Pläne des Unternehmers vorzugehen.
Ball liegt beim Ministerium
Gerade noch rechzeitig, sonst würden — wie erwähnt — die Lkw schon rollen. Nun liegt der Ball wieder beim zuständigen Ministerium. Bleibt zu hoffen, dass der Profit diesmal nachrangig ist, und zwar nachrangig der Menschen, die hier leben. Auch im Aura Wohnpark steht ja in Zukunft der Ausbau auf dem Plan. Ein betroffener St. Donater: „Bleibt die Frage, wer hier noch wohnen will, wenn die Lkw rollen?“
Die Firma, die den Abbau vornehmen will, sieht das freilich anders und hofft auf eine entsprechende Umsetzung ihrer Pläne. „KLiCK“-Kärnten sprach mit dem zuständigen Bürgermeister Martin Kulmer von der Stadtgemeinde St. Veit über das Problem.
Herr Bürgermeister, was halten Sie von dem Abbau-Projekt in St. Donat?
“Wir haben erhebliche Bedenken bezüglich des geplanten Abbauprojekts in St. Donat, insbesondere in Bezug auf mögliche negative Auswirkungen auf die Lebensqualität durch Lärm, Staub und Verkehrsbelastung. Zudem gibt es Umweltbedenken, die wir sehr ernst nehmen. Wir sind der Ansicht, dass jedes Projekt, das das Potenzial hat, unsere Gemeinde so grundlegend zu beeinflussen, sorgfältig geprüft werden sollte.”
Der zuständige St. Veiter Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, gegen diePläne vorzugehen. Wie sieht der weitere Schritt aus und könnte es einen Kompromiss geben?
“Unsere nächsten Schritte werden darin bestehen, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Interessen und das Wohl der Gemeinde zu verteidigen. Kompromisse sind immer möglich, wenn sie im besten Interesse unserer Gemeinde liegen und die Sorgen unserer Bürgerinnen und Bürger angemessen berücksichtigen.”
Gibt es Gespräche seitens der Stadt mit der Kappler Firma, die den Abbau durchführen möchte?
“Bislang hat es keine Gespräche mit der Firma gegeben, aber wir sind offen für einen Dialog. Es ist wichtig, dass beide Seiten ihre Positionen verstehen und wir eine Lösung finden, die die Bedenken der Stadt und ihrer Bewohner achtet.”
Was machen Sie, wenn übergeordnete Stellen wie das Ministerium oder die Bezirkshauptmannschaft doch „grünes Licht“ geben?
“Sollten die übergeordneten Stellen dem Projekt zustimmen, werden wir uns weiterhin für die Interessen unserer Gemeinde einsetzen. Das bedeutet, dass wir möglicherweise weitere rechtliche Schritte prüfen und unsere Strategien anpassen müssen, um sicherzustellen, dass die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Gemeindemitglieder nicht beeinträchtigt werden.”
Haben sich schon betroffene Menschen aus St. Donat an Sie gewandt?
“Ja, es haben sich besorgte Bürgerinnen und Bürger aus St. Donat an uns gewandt, und wir nehmen diese Bedenken sehr ernst. Es ist unsere Pflicht, deren Stimmen zu hören und entsprechend zu handeln. Wir werden sicherstellen, dass ihre Bedenken und Anliegen in allen unseren Maßnahmen und Entscheidungen berücksichtigt werden.”