30. November
Maja Haderlap kommt nach Völkermarkt!
Am 30. November 2023 (18.30 Uhr) lädt die Buchhandlung und Galerie Magnet in die Neue Burg Völkermarkt ein. Maja Haderlap liest aus ihrem neuem Buch "Nachtfrauen".
© Heike Steinweg/Suhrkamp Verlag
Ihr letzter Roman liegt mehr als ein Jahrzehnt zurück. In “Engel des Vergessens” (2011) schildert die Autorin beschreibend die Kindheit und Jugend einer Kärntner Slowenin, deren Familie während des Zweiten Weltkriegs verfolgt und teilweise deportiert worden war. Ein Teil der Familie kämpfte im Partisanenwiderstand. Im Mittelpunkt stehen Familiengedächtnis und Erinnerungen. Nun hat Maja Haderlap mit “Nachtfrauen” im September ihren zweiten Roman vorgelegt. Diesem ist deutlich anzulesen, dass er mit großer Präzision und wohl überlegten Gedankengängen geschrieben wurde.
Zurück in Jaundorf, in Südkärnten
Mira wird von ihrem Bruder Stanko angerufen, der sie darüber aufklärt, dass das Haus, in dem sie als Kinder gemeinsam mit ihrer Mutter Anni aufgewachsen sind, von ihrem Cousin Franz für eine Werkstatt in naher Zukunft abgerissen werden soll. So beschließt Mira, für zwei Wochen nach Jaundorf, ihrem Heimatdorf in Südkärnten, zu fahren und ihre Mutter für ihren bevorstehenden Auszug aus ihrem Haus vorzubereiten. Sie soll ins Altersheim. “Die regelmäßigen Besuche im heimatlichen Süden strapazierten sie mehr, als sie zugeben wollte”, heißt es an einer Stelle. Die Protagonistin lebt seit mehr als 30 Jahren in Wien, wo sie für ihr Studium der Soziologie einst hingezogen ist. Doch das Dorf bleibt ihr seit jeher aufgedrängt, Jaundorf lässt sie nicht los, es ist ihr nicht abhandengekommen. “Ich glaube, ich könnte nicht mehr hier leben, sagte Mira”. Sie bekommt nämlich sofort Fluchtgedanken.
“Ganz ohne Zweifel ist dieser Roman einer der Höhepunkte unter den deutschsprachigen Neuerscheinungen.”
Kulturjournalistin Katja Gasser
Mit dem Überschreiten der Grenzen des ländlichen Jaundorfs begegnet Mira nicht nur bekannten Gesichtern, wie etwa Jurij, ihrer früheren und nun sie aufwühlenden Jugendliebe, der alten Freundin Sonja, die beim örtlichen Slowenischen Kulturverband beschäftigt ist, oder auch der Familienfreundin Gerti, die Mira im Rahmen ihrer Abschlussarbeit zur Erwerbstätigkeit von ungelernten Frauen vor 30 Jahren interviewt hatte. Sie entflechtet mit ihrer Rückkehr ebenso eindringliche und gleichzeitig präzise Erinnerungen, die im Verlauf ihres zweiwöchigen Aufenthalts in Südkärnten immer schwerer zu wiegen kommen. Es sind anstrengende Tage in Kärnten, es treffen ungleiche und völlig entgegengesetzte Lebenserfahrungen aufeinander, und damit auch die Menschen selbst.
Lebensgeschichten von Frauen
Vor diesem Horizont von Jaundorf erzählt Maja Haderlap mit warmer als auch kalter Färbung die Lebensgeschichte von drei Frauen, die aus verschiedenen Generationen stammen: Mira, Anni und Agnes. Mehr noch: Haderlap erzählt auf rund 300 Seiten aus dem Leben der Frauen heraus. Sie verbindet verschiedene Zeitebenen miteinander, stellt auf diesen von Grund auf unterschiedliche Weltverständnisse gegenüber und extrahiert daraus den Gleichklang der Frauen, die doch zu einer Familie gehören. Mira und Anni kommen ihrem eigenen Leben näher.
Zur Autorin Maja Haderlap
Sie wurde 1961 als Kärntner Slowenin in Bad Eisenkappel geboren. Nach ihren Studien der Theaterwissenschaft und Germanistik war sie als Lehrbeauftragte an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und lange Zeit als Chefdramaturgin am Stadttheater von Klagenfurt tätig. Für einen Auszug aus ihrem Debütroman “Engel des Vergessens” wurde Haderlap 2011 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. 2018 folgte der Max-Frisch-Preis und 2021 der Christine-Lavant-Preis.
Der Termin
- Termin: Donnerstag, 30. November 2023
- Uhrzeit: 18.30 Uhr
- Ort: Neue Burg Völkermarkt (Herzog-Bernhard-Platz 1)
- Moderation: Sebastian Grayer
- Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 5 Euro