Klagenfurt

Men­schen­rechts-Preis für Chan­tal Bamg­ba­la und Radio AGORA

Seit 1993 wird der Menschenrechtspreis in Kärnten an Menschen bzw. Organisationen vergeben. Heuer erhielten den Preis Chantal Bamgbala und Radio AGORA.

Men­schen­rechts-Preis für Chan­tal Bamg­ba­la und Radio AGORA „Das Sichtbarmachen des Engagements für Menschenrechte ist für Kärnten unverzichtbar“, so Landeshauptmann Peter Kaiser deutlich.

© LPD Kärnten/Bauer

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1993 wur­de der Kärnt­ner Men­schen­rechts­preis erst­mals ver­ge­ben. Über 50 Initia­ti­ven von Ein­zel­per­so­nen und Orga­ni­sa­tio­nen wur­den seit­her mit dem 10.000 Euro dotier­ten Preis aus­ge­zeich­net. In die­sem Jahr gibt es zwei Preis­trä­ger: Die aus Wolfs­berg stam­men­de Akti­vis­tin Chan­tal Bamg­ba­la und Radio AGORA.

Auf­takt: Span­nen­de Dis­kus­si­on

Im Spie­gel­saal der Lan­des­re­gie­rung dis­ku­tier­ten im Vor­feld der Preis­ver­lei­hung Lan­des­haupt­mann Peter Kai­ser, Bot­schaf­te­rin Ulri­ke But­schek, Bot­schaf­ter a.D. Wolf­gang Petrit­sch und die stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der Jury zum Kärnt­ner Men­schen­rechts­preis, Astrid Robly­ek, unter der Mode­ra­ti­on von Peter Karpf, Men­schen­rechts­ko­or­di­na­tor des Lan­des, über Ent­wick­lun­gen und Her­aus­for­de­run­gen im Bereich der Men­schen­rech­te, 75 Jah­re All­ge­mei­ne Erklä­rung der Men­schen­rech­te und den Men­schen­rechts­preis in sei­nem Jubi­lä­ums­jahr.

Sicht­bar­ma­chen des Enga­ge­ments

Kai­ser sag­te, er habe mit Jury­vor­sit­zen­den Laris­sa Krai­ner als dama­li­ger Abge­ord­ne­ter die Umset­zung eines Men­schen­rechts­prei­ses im Kärnt­ner Land­tag vor­an­ge­trie­ben. Es sei das Ziel gewe­sen, auf­zu­zei­gen, dass sich vie­le Men­schen in Kärn­ten für die Men­schen­rech­te ein­set­zen. „Trotz allem ver­spü­re ich am heu­ti­gen Tag auch eine Unfass­bar­keit, dass wir 2023 so oft über die Ein­hal­tung von Men­schen­rech­ten dis­ku­tie­ren müs­sen“. Die Grün­dungs­idee sei gewe­sen, die Men­schen­rechts­ar­beit in den Vor­der­grund zu rücken. „Es ist ent­schei­dend, dass man die Geschich­te und das Erkämp­fen der Men­schen­rech­te vor den Vor­hang holt. Es ist die Auf­ga­be der Gesell­schaft und der Poli­tik, das Leben von Men­schen­rech­ten zu ermög­li­chen. Hier muss die Euro­päi­sche Uni­on eine Vor­rei­ter­rol­le ein­neh­men. Das Sicht­bar­ma­chen des Enga­ge­ments für Men­schen­rech­te ist für Kärn­ten unver­zicht­bar“.

Chan­tal Bamg­ba­la aus­ge­zeich­net

Bamg­ba­la dank­te nach der Aus­zeich­nung mit dem Men­schen­rechts­preis der Jury für die Ver­lei­hung. „Ich bin tief geehrt, die­sen Preis ent­ge­gen­neh­men zu dür­fen, es erfüllt mich mit Dank­bar­keit“. Sie beton­te, es sei wich­tig, immer wie­der auf­zu­ste­hen und wei­ter­zu­ma­chen. In ihrer per­sön­li­chen Geschich­te wür­den Ras­sis­mus und Sexis­mus eine gro­ße Rol­le spie­len. „Der Men­schen­rechts­preis birgt eine gro­ße Chan­ce. In die­sem Sin­ne wer­de ich das Preis­geld für Fort­bil­dung im Bereich des Anti­ras­sis­mus ver­wen­den. Denn Bil­dung ist ein Pri­vi­leg, das ich nut­zen möch­te. Es ist von gro­ßer Bedeu­tung, dass ich als schwar­ze Frau hier ste­hen darf. Die­se Aus­zeich­nung heu­te ist nicht nur für mich, son­dern auch für alle Women of Color. Sie sol­len dazu inspi­riert wer­den, für ihre Rech­te ein­zu­tre­ten“.

Auch Radio AGORA geehrt

Gabri­el Lipuš und Ange­li­ka Hödl nah­men die Aus­zeich­nung für Radio AGORA in Emp­fang. Es sei eine gro­ße Ehre, die­sen Preis ent­ge­gen­zu­neh­men zu kön­nen. „Ich möch­te bei dem gesam­ten Team von AGORA und bei allen frei­en Radio­ma­chern bedan­ken. Wir alle freu­en uns sehr. Wer will, fin­det Wege. Wer nicht will, fin­det Grün­de“, sag­te Lipuš in Anleh­nung an ein Zitat von Erich Käst­ner.

Vir­tu­el­le Aus­stel­lungs­er­öff­nung

Musi­ka­lisch umrahmt wur­de die Ver­lei­hung vom Duo Masis. Im Rah­men des Men­schen­rechts­prei­ses erfolg­te die vir­tu­el­le Aus­stel­lungs­er­öff­nung „Was wir for­dern – Min­der­hei­ten­be­we­gun­gen in Öster­reich“. Die­se Wan­der­aus­stel­lung der „Initia­ti­ve Min­der­hei­ten“ bie­tet auf 8 Schau­ta­feln einen Über­blick, wel­che Anstren­gun­gen in Öster­reich not­wen­dig waren, um glei­che Rech­te für Min­der­hei­ten zu erkämp­fen und wel­che For­de­run­gen noch immer nicht erfüllt sind. Besucht wer­den kann die Aus­stel­lung im Foy­er des Neu­en Ver­wal­tungs­zen­trums bei frei­em Zutritt von 15. Dezem­ber 2023 bis 31. Jän­ner 2024 von Mon­tag bis Don­ners­tag 8 bis 16 Uhr und frei­tags von 8 bis 13 Uhr.

Chan­tal Bamg­ba­la

Die 1998 in Wolfs­berg gebo­re­ne Chan­tal Bamg­ba­la ist Akti­vis­tin, Autorin und Anti­ras­sis­mus-Trai­ne­rin. Ihre The­men­schwer­punk­te sind Inter­sek­tio­na­li­tät, Femi­nis­mus, Diver­si­tät und die Bekämp­fung von Ras­sis­mus. Als Woman of Color wur­de sie für ihre bis­her erbrach­te Men­schen­rechts­ar­beit aus­ge­zeich­net, als Orga­ni­sa­to­rin des „Afri­can Dia­spo­ra Fes­ti­vals“ und das Pro­jekt „Black Voices“, das einen Natio­na­len Akti­ons­plan gegen Ras­sis­mus in Öster­reich zum Ziel hat. In ihren Anti­dis­kri­mi­nie­rungs-Work­shops für Schü­le­rin­nen und Schü­ler möch­te Bamg­ba­la mehr Sen­si­bi­li­tät gegen Ras­sis­mus im All­tag bewir­ken. Sie leis­tet mit ihrer Arbeit vor allem bei der jun­gen Gene­ra­ti­on einen wesent­li­chen Bei­trag zum Abbau von mög­li­chen Dis­kri­mi­nie­run­gen.

Radio AGORA

Radio AGORA bekam den Men­schen­rechts­preis vor­wie­gend für das erfolg­rei­che Bemü­hen, den Zugang zum Rund­funk für Min­der­hei­ten sicher­zu­stel­len. Dies wur­de unter ande­rem durch eine Kla­ge beim Euro­päi­schen Gerichts­hof in Straß­burg erreicht. Radio AGORA zeich­net sich durch ein mehr­spra­chi­ges Pro­gramm für alle Kärnt­ne­rin­nen und Kärnt­ner aus und trägt damit ent­schei­dend zum Zusam­men­halt der Gene­ra­tio­nen und Kul­tu­ren bei. Als frei­es Radio bie­tet es zudem für alle einen Zugang zum akti­ven Radio­ma­chen.

Wis­sens­wert

[Der Kärnt­ner Men­schen­rechts­preis wur­de mit dem Ziel ins Leben geru­fen, jene Men­schen zu wür­di­gen und ins Ram­pen­licht zu stel­len, die sich mit ihrem per­sön­li­chen Ein­satz in aller Regel frei­wil­lig, unei­gen­nüt­zig und fern­ab der brei­ten öffent­li­chen Wahr­neh­mung der Wah­rung der Men­schen­rech­te ver­schrie­ben haben.

10.12.2023 11:50 - Update am: 10.12.2023 11:53
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Men­schen­rechts-Preis für Chan­tal Bamg­ba­la und Radio AGORA „Das Sichtbarmachen des Engagements für Menschenrechte ist für Kärnten unverzichtbar“, so Landeshauptmann Peter Kaiser deutlich.

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