Sozialprojekt
“Kein Kind zurücklassen”: Projekte werden weitergeführt
Einzelne Maßnahmen, die sich bereits bewährt haben, werden in der Modellregion weitergeführt. Der Soziallotse „wohin“ mit kärntenweiter Wirksamkeit und die Kampagne #ichbinESwert werden ab 2024 aus dem Regelbudget des Landes finanziert.
© Büro LR.in Schaar
„Kein Kind zurücklassen — Aufbau kommunaler Präventionsketten“ heißt das Sozialprojekt in der Pilotregion mit den Gemeinden Ferlach, St. Margareten und Zell, das sich derzeit in der Evaluationsphase befindet. „Ziel des Projektes ist die Stärkung der Lebensbedingungen von Kindern, Jugendlichen und Familien sowie die Verbesserung des Kinderschutzes, indem möglichst präventive und niederschwellige kommunale Präventionsketten zur Unterstützung in unterschiedlichen Lebensphasen aufgebaut werden“, erklärt Landesrätin Sara Schaar.
Das steckt dahinter
Schwerpunkt von „Kein Kind zurücklassen“ ist die Vernetzung von regionalen Akteuren im Umfeld von Kindern und Familien, um mit ihnen Lücken im Unterstützungssystem aufzuspüren und bedarfsgerechte Angebote zu entwickeln. Regelmäßige Vernetzungstreffen fanden auch 2023 statt, ebenso zahlreiche Fortbildungen für Fachkräfte, Eltern sowie für Kinder- und Jugendliche. In einzelnen Institutionen wie zum Beispiel im Ferlacher Jugendzentrum wurde mit der Erarbeitung von Kinderschutzkonzepten begonnen und auch themenspezifische Projekte wurden auf den Weg gebracht.
Kinder-Treff im Rosental
„Ein Beispiel ist der Rosentaler Kinder-Treff bei Sozialarbeiterin und Elementarpädagogin Pia Bokalic vom ‚Eggerhof Leben‘. Im Rahmen unseres Projektes wurde der Bedarf an zusätzlichen Eltern-Kind-Gruppen identifiziert und seit Herbst 2023 gibt es nun eine zusätzliche Eltern-Kind-Gruppe sowie eine freizeitpädagogische Gruppe für Kinder zwischen fünf und zehn Jahren am ‚Eggerhof Leben‘“, berichtet die Landesrätin. Das Projekt war auch Ausschreibungspartner des Red-Ribbon-Contests 2023 zum Thema „Sexuelle Gesundheit“, wobei sich Jugendliche und junge Erwachsene in Texten, Bildern und Kunst mit diesem Thema auseinandergesetzt haben. Außerdem wurde der Bedarf an zusätzlichen Begegnungsorten für Jugendliche im öffentlichen Raum identifiziert — ein „Fun Court“ im Ferlacher Zentrum ist unter Einbeziehung der Jugend derzeit in Detailplanung.
Der Soziallotse “wohin”
Ein besonderer Meilenstein bei „Kein Kind zurücklassen“ gelang mit dem Aufbau des Soziallotsen „wohin“ im Jahr 2022. „Die zentrale Plattform ‚wohin‘, die Hilfesuchende unkompliziert zum passenden Angebot lotst, hat sich aus dem Pilotprojekt heraus entwickelt und ist mittlerweile aus der Kärntner Soziallandschaft nicht mehr wegzudenken. ‚wohin‘ steht Hilfesuchenden und Fachkräften anonym, kostenfrei und unkompliziert zur Seite. Weit über 2.700 Angebote der Kärntner Soziallandschaft sind mittlerweile erfasst“, weiß Schaar.
Projekt #ichbinESwert
Eine weitere Initiative aus „Kein Kind zurücklassen“ ist die kürzlich gestartete und langfristig angelegte Kampagne #ichbinESwert (ichbineswert.at), die unter Einbindung von in Kindheit oder Jugend von Gewalt Betroffenen dazu beitragen soll, dass die Gesellschaft hinsieht, hinhört und handelt und dass Gewalt in der Erziehung oder in Institutionen enttabuisiert wird. Die Pilotregion war in die Kampagnenentwicklung stark eingebunden.
“Anspruch, kein Kind zurückzulassen”
Die aus Mitteln des Kärntner Gesundheitsfonds kofinanzierte Modellphase des Projektes „Kein Kind zurücklassen“ endete mit Ablauf 2023. „Damit endet aber für das Land Kärnten nicht der Anspruch, kein Kind zurückzulassen. Nach der derzeitigen Evaluierung werden auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse die künftigen, langfristigen Strategien zur Ausrollung des Projektes auf weitere Regionen in Kärnten erarbeitet“, so Schaar. Einzelne Maßnahmen, die sich bereits bewährt haben, werden in der Modellregion weitergeführt — wie etwa der Rosentaler Kinder-Treff. Der Soziallotse „wohin“ mit kärntenweiter Wirksamkeit und die Kampagne #ichbinESwert werden ab 2024 aus dem Regelbudget des Landes finanziert.


