Klagenfurt
Gewerkschaft der Post- und Fernmelde-Bediensteten traf sich
Die Gewerkschaft der Post- und Fernmelde-Bediensteten vertritt österreichweit die Anliegen von mehr als 47.000 Mitgliedern. Sie verhandelt die Kollektivverträge für die Bediensteten der Austro-Control sowie der Konzerne Post und Telekom
© LPD Kärnten/Gleiss
Zu ihrem 20. Landesgruppentag in Kärnten traf sich kürzlich die Gewerkschaft der Post- und Fernmelde-Bediensteten (GPF) in Klagenfurt. Bei seiner Begrüßungsansprache im ÖGB betonte Landeshauptmann Peter Kaiser die Bedeutung der Gewerkschaftsbewegung in einer sich im Umbruch befindlichen Zeit. In Österreich hätten sich Errungenschaften der Arbeitnehmer etabliert, die es ermöglichten, dass 98 Prozent aller Lohnsituationen kollektivvertraglich geregelt werden können.
Europäisches Mindestlohngesetz
Kaiser berichtete auch vom Ausschuss der Regionen, in dem er als Berichterstatter für ein europäisches Mindestlohngesetz fungieren konnte. „Ein solches Mindestlohngesetz ist in vielen Staaten dringend notwendig. Wenn man die Berichte auf europäischer Ebene hört, schätze ich es sehr, dass Österreich eine Gewerkschaftsbewegung aufgebaut hat, die trotz immensen Umbrüchen gefestigt ist. Wir haben mit der Arbeiterkammer ein Arbeitnehmerparlament, in dem man Forderungen diskutiert, abstimmt und dann gemeinsam gegenüber der Politik vertritt”.
Das zeichnet Kärnten aus
Er verwies auch auf das Kärnten-Spezifikum, dass seit 2013 gemeinsame Regierungssitzungen mit den Sozialpartnern institutionalisiert sind. Das prinzipielle Miteinander bringe mehr als das Gegeneinander. “Zusammenhalt ist wichtig, besonders auch in einer Gesellschaft, die von Krisen zerrüttet wird. Es wird künftig Veränderungen geben, aber gerade in solchen Situationen brauchen Menschen Orientierung”. Die Gewerkschaft vermittele eine solche Orientierung, sie sei das Wertvollste, was man Kollegen bieten könne.

Die wichtige Arbeit stärken
Der ÖGB-Kärnten Vorsitzende René Willegger freute sich, am Landesgruppentag dabei sein zu dürfen. „Die starken Veränderungen im gesellschaftlichen Leben muss auch ein Unternehmen wie die Post mitmachen. Ich bin froh, dass die Gewerkschaft immer an der Seite der Mitarbeiter steht“. Er erinnerte auch an die bevorstehende Arbeiterkammer-Wahl. Bei der AK-Wahl gehe es darum, egal für welche Fraktion, vor allem die Arbeiterkammer für ihre wichtige Arbeit zu stärken.
“Starke Gewerkschaft”
GPF-Bundesvorsitzender Richard Köhler sagte, es ihm eine Freude und Ehre, zu den Delegierten anlässlich des Landesgruppentages sprechen zu dürfen. „Wir sind eine kleine, aber feine Fachgewerkschaft und wir sind unmittelbar für Kollegen da. Es ist eine besondere Ehre und Auszeichnung, dass Landeshauptmann Peter Kaiser heute begrüßen zu dürfen.” Sein Dank gehe auch an die Delegierten, die in den letzten fünf Jahren mit viel Einsatz bei der Sache waren, um die Interessen der Kollegen zu vertreten. Über viele Jahrzehnte funktioniere die Organisation gut, besonders auch in Kärnten. „Herausforderungen sind mannigfaltig und groß, wir sind in schwierigen Phasen. Aber eines ist wichtig: Wenn wir als Gewerkschaft geschlossen auftreten, sind wir stark”, meint Köhler.
